Alkoholsucht: Rocky weist sich selbst in Klinik ein

„Ich habe mein ganzes Leben mit Vollgas gelebt, habe geraucht, gesoffen, gehurt“, sagte Rocchigiani einmal in einem Interview mit der Welt
„Ich habe mein ganzes Leben mit Vollgas gelebt, habe geraucht, gesoffen, gehurt“, sagte Rocchigiani einmal in einem Interview mit der Welt © GettyImages

Der ehemalige Boxweltmeister Graciano „Rocky" Rocchigiani hat sich am Wochenende in eine Entzugsklinik einweisen lassen. Zuvor hatte er eine Woche durchgetrunken. Rocky kämpft seit Jahren mit seiner Alkoholsucht.

Einst verdiente der Profi-Boxer Graciano Rocchigiani („Rocky") Millionen im Boxring. Als einem von nur zwei Deutschen gelang es ihm sogar, in zwei Gewichtsklassen (1988 Supermittel- und 1998 Halbschwergewicht) Weltmeister zu werden. Doch Drogen und Alkohol zerstörten sein Leben. Vor einigen Jahren musste er Hartz IV beantragen und lebte seitdem von 374 Euro im Monat.

Im Sommer 2015 wagte er einen Neuanfang: Er gründete seinen eigenen Boxstall „Rocchigiani-Boxpromotion“ und verzichtete auf Alkohol. Sein neues Leben funktionierte, bis er dachte, er könnte sich mal wieder ein Bier erlauben. Ein fataler Fehler. „Ich dachte, wenn ich lange trocken bin, kann ich wenigstens mal wieder ein Bier trinken. Aber das geht leider nicht", sagte er der Bild. Aus dem einen Bier wurden viele und er betrank sich eine Woche lang. Danach wies er sich selbst in eine Klinik ein.

 

Alkoholsucht: Wenn Alkohol zum Problem wird

Maßvoll genossen sind Wein und Sekt unbedenklich. Doch wann wird daraus eine Sucht?

Definition Alkoholsucht

Wenn man nicht ohne das Feierabend-Bier auskommt, sagen Experten. Und wenn der Alkohol nicht mehr problemlos abgebaut werden kann. Das ist der Fall, sobald ein Mann mehr als 0,5 l Bier oder 0,3 l Wein pro Tag trinkt –  an mindestens fünf Tagen in der Woche. Frauen vertragen nur die Hälfte.

Folgen einer Alkoholsucht

Alkohol schädigt Leber und Bauchspeicheldrüse, aber auch Herz und Lunge. Laut Statistiken sterben jährlich rund 15 000 Menschen in Deutschland durch die Abhängigkeit.

Das ist die Therapie

Solange die Abhängigkeit hauptsächlich psychologisch ist, kann der Arzt ein Medikament verordnen: Der Wirkstoff Nalmefen mindert das Wohlgefühl, das sich beim Trinken einstellt. Das Verlangen danach sinkt. In Studien reduzierten die Teilnehmer ihren Alkoholkonsum so innerhalb von sechs Monaten um 60 Prozent.

Der Entzug

Wenn sich bereits körperliche Entzugserscheinungen wie Zittern und Schweißausbrüche zeigen, sollte der Ausstieg unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

 

Test zum Trinkverhalten

Hier finden Sie einen Test zum Thema Alkohol und Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Ihrem Trinkverhalten. Er wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt, um Menschen über ihren Alkoholkonsum aufzuklären.

Hamburg, 1. März 2016

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