Alkoholische Leberzirrhose: Jetzt trinkt er schon wieder...

Alkohol schadet in erster Linie der Leber
Alkohol schadet in erster Linie der Leber. Diese verfettet und kann im Laufe der Zeit eine Zirrhose entwickeln © Fotolia

Alkoholmissbrauch ist in Deutschland eine der Hautpursachen für die Leberzirrhose. Sie entsteht bei einem täglichen Konsum von mindestens 60 bis 100 Gramm Alkohol über Jahre hinweg. Erfahren Sie hier mehr über die fatalen Folgen von Alkohol auf den Körper

Alkoholismus gibt es in allen Gesellschaftsschichten. Aktuellen Schätzungen zufolge sind bereits 1,6 Millionen Deutsche alkoholabhängig, und laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollte jeder fünfte Deutsche besser weniger trinken. Privatdozent Dr. Peter Neu, Arzt, Psychiater und Suchtexperte vom Jüdischen Krankenhaus Berlin: „Der Weg vom Gelegenheitstrinker zum Suchtkranken verläuft fließend. Und irgendwann ist es ohne Hilfe nicht mehr möglich, davon loszukommen.“

 

Alkohol schadet der Leber massiv

Zu viel Alkoholkonsum lässt sich lange Zeit kaschieren – selbst vor dem eigenen Partner. Die meisten Betroffenen entwickeln ausgeklügelte Strategien. „Sie wissen, wann sie sich einen genehmigen können, ohne aufzufallen. Und vor allem Männer, die viel vertragen, werden ja auch noch bewundert“, sagt der Experte. Es nutzt also nichts, Alkohol zu verstecken oder wegzuschütten. Suchtkranke finden immer einen Weg, sich die Droge zu besorgen. Mit schlimmen Folgen: Alkohol schadet in erster Linie der Leber. Diese verfettet sich und entwickelt im Laufe der Zeit eine Leberzirrhose. Giftstoffe können nicht mehr verarbeitet werden, es droht Lebensgefahr. Außerdem legt Alkohol das Gehirn lahm. Konzentration und Gedächtnis leiden, die ganze Persönlichkeit verändert sich.

 

Alkohol – ein gefährliches Nervengift

Alkohol besteht aus Ethanol, und das ist ein wirklich gefährliches Nervengift. Wer gelegentlich Alkohol trinkt, um ihn zu genießen, muss sich eigentlich keine Sorgen machen. Wer aber trinkt, um seine Stimmung zu verändern, um locker zu werden oder sich wohl zu fühlen, ist eindeutig suchtgefährdet. „Wenn Männer mehr als einen halben Liter Bier am Tag trinken, sind sie bereits suchtgefährdet“, warnt der Experte. Das größte Problem: Die Krankheit entwickelt sich schleichend. In den Teufelskreis der Sucht geraten dann viele, ohne es zu merken. Die Droge ist ja auch gesellschaftlich akzeptiert. Empfänge, Geburtstage, Abendsessen – Alkohol spielt dabei immer eine Rolle.

Nach wie vor wird das Problem zu spät erkannt, auch weil viele Menschen Alkoholismus eher als Charakterschwäche denn als Krankheit sehen. Mit einem schwachen Willen hat das aber nichts zu tun. Helfen kann nur eine Therapie. Dr. Neu: „Zunächst ist eine Entgiftung nötig. Das geht nicht alleine zu Hause, sondern sollte unbedingt unter Aufsicht erfolgen. Es kommt zu schweren körperlichen Entzugssymptomen. Dabei besteht sogar Lebensgefahr. Nur verschreibungspflichtige Medikamente können diese lindern.“

 

Alkoholiker benötigen professionelle Hilfe

In einem zweiten Schritt geht es um die Psyche. Die Betroffenen müssen die Krankheit und ihre Zusammenhänge verstehen und mit ihrer eigenen Biografie in Verbindung bringen. Der dritte Schritt ist dann die Wiedereingliederung in das alltägliche Leben. Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker spielen da eine ganz wichtige. Denn der Drang Alkohol zu trinken, verschwindet nie ganz. Dr. Neu: „In einer Selbsthilfegruppe ist es möglich, den drängenden Impuls mit anderen zu teilen und so zu beherrschen. Deshalb empfiehlt sich in der Anfangsphase auch, dort täglich hinzugehen.“

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