Alkoholallergie: Woran erkennt man sie?

Veronika Toth Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Eine Alkoholallergie löst unangenehme Symptome wie Ausschlag im Gesicht oder Herzrasen aus. Die Ursachen liegen im Erbgut. Ein Test bringt Klarheit.

Verschiedene Alkoholsorten
Eine Alkoholallergie kennzeichnet sich durch verschiedene Symptome Foto:  istock/savushkin
Inhalt
  1. Was ist eine Alkoholallergie?
  2. Was sind die Ursachen einer Alkoholallergie?
  3. Welche Alkoholallergie-Symptome gibt es?
  4. Gibt es einen Alkoholallergie-Test?

Eine Alkoholallergie äußert sich durch Symptome wie Herzrasen oder Ausschlag im Gesicht. Sie wird durch Substanzen ausgelöst, die beim Abbau von Alkohol in der Leber entstehen und sich im Körper anreichern. Alkohol kann aber auch durch erhöhte Ausschüttung von Histamin bereits bestehende Allergien verstärken.

 

Was ist eine Alkoholallergie?

Bei einer Alkoholallergie leiden Betroffene nach Alkoholkonsum unter plötzlich auftretenden Symptomen, wie zum Beispiel Ausschlag im Gesicht. Eine Alkoholallergie betrifft besonders häufig Asiaten. Forscher fanden heraus, dass eine Alkoholallergie auch andere allergische Reaktionen verstärken kann. Dreh- und Angelpunkt bei jeder Allergie ist Histamin. Dieses Eiweiß ist bereits in einigen alkoholischen Getränken wie etwa Rotwein oder Sekt enthalten. Menschen mit einer Alkoholallergie sollten Alkohol meiden, um unangenehme Symptome zu verhindern.

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Was sind die Ursachen einer Alkoholallergie?

Etwa 30 bis 50 Prozent der Menschen asiatischer Herkunft besitzen eine bestimmte Genvariante in ihrem Erbgut, der DNA, die die Umwandlung von Alkohol im Körper erschwert. Wissenschaftler sprechen dabei von einem sogenannten Polymorphismus. Aber auch bei Menschen nicht-asiatischer Herkunft kann eine Ursache der Alkoholallergie diese veränderte Struktur im Erbgut sein.

Gelangt Alkohol in den Körper, wird er in der Leber in drei Schritten unschädlich gemacht. Zuerst wandelt ein körpereigenes Enzym, die sogenannten Alkoholdehydrogenase (ADH), den Alkohol in die giftige Substanz Acetaldehyd um. Im zweiten Schritt wird diese dann von einem weiteren Enzym, der sogenannten Aldehyddehydrogenase (ALDH) in Essigsäure und schließlich in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt. Bei Menschen mit einem ALDH-Polymorphismus arbeitet das Enzym weniger effektiv, wodurch sich das giftige Acetaldehyd sich im Körper anreichert, und durch eine Abwehrreaktion des Körpers typische Alkoholallergie-Symptome auslösen kann.

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Welche Alkoholallergie-Symptome gibt es?

Das häufigste Symptom bei einer Alkoholallergie ist Ausschlag im Gesicht. Dieser Effekt wird von Medizinern auch Flushing-Syndrom genannt. Dabei sorgt die hohe Konzentration des Alkohol-Abbauprodukts Acetaldehyd im Körper dafür, dass das Gesicht schnell und stark errötet. Dies fühlt sich dann wie ein Ausschlag im Gesicht an. Weitere Alkoholallergie-Symptome sind Mundtrockenheit, Juckreiz, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Muskelschwäche, Kopfschmerzen und Übelkeit mit Erbrechen.

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Neben den eigentlichen Symptomen einer Alkoholallergie können Alkohol oder bestimmte alkoholische Getränke bei Allergikern manchmal allergische Reaktionen verstärken. Wein, Bier oder Sekt beispielsweise enthalten natürlicherweise Histamin. Bei Menschen mit Histaminintoleranz führt dieser Botenstoff zu einer Vielzahl allergischer Symptome, wie laufende Nase, Niesen oder Juckreiz.

Darüber hinaus kann Alkohol die Ausschüttung des körpereigenen Histamins zusätzlich verstärken. Interessanterweise sind doppelt so viele Frauen wie Männer von dieser allergieverstärkenden Wirkung von Alkohol betroffen.

 

Gibt es einen Alkoholallergie-Test?

Im Rahmen einer genetischen Untersuchung ist es möglich, zu ermitteln, ob das Gen für das Alkoholabbau-Enzym Aldehyddehydrogenase verändert ist oder nicht. Medizinische Labors bieten diese Analyse an, um eine Alkoholallergie zu diagnostizieren.

 

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