Alkohol: Jede fünfte Schwangere gefährdet ihr Baby

Redaktion PraxisVITA
Eine Schwangere trinkt Bier
Betrunken im Mutterleib: Fast jedes fünfte Baby in Deutschland macht diesen Zustand durch – häufig mit schwerwiegenden Folgen für seine Gesundheit © Shutterstock

Fast jede fünfte Schwangere trinkt laut Angaben des Robert-Koch-Instituts Alkohol. Häufig mit schwerwiegenden Folgen: Welche Schäden Alkohol bei dem Ungeborenen auslösen kann, erfahren Sie hier.

10.000 Babys werden in Deutschland jährlich mit alkoholbedingten Schäden geboren, schätzen Experten – 2.000 von ihnen haben eine schwere Behinderung. Diese Schäden sind ganz einfach vermeidbar, indem Frauen während der Schwangerschaft keinen Alkohol trinken.

 

Jede Fünfte trinkt in der Schwangerschaft

Doch fast jede fünfte Schwangere hält sich nicht an diese Regel und riskiert damit die Gesundheit ihres Kindes – zu diesem Ergebnis kommen Medienberichten zufolge Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts.

Der Grund für das riskante der Verhalten vieler Frauen liegt nach Meinung von Experten in der mangelnden Aufklärung – demnach sind sich 44 Prozent der Deutschen nicht bewusst, dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft bleibende Schäden bei dem Baby verursachen kann.

Aus den Reihen von CDU und  SPD wird darum die Forderung nach Warnhinweisen auf Bier und Spirituosen laut, die mindestens das halbe Etikett bedecken.

 

Diese Schäden kann Alkohol auslösen

Mögliche Anzeichen des sogenannten Fetalen Alkoholsyndroms (FASD für Fetal Alcohol Spectrum Disorder) sind Fehlbildungen, geistige Behinderungen, extreme Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsstörungen. Diese Beeinträchtigungen machen es den Betroffenen häufig unmöglich, ihren Alltag alleine zu bewältigen.

 

So entsteht das Fetale Alkoholsyndrom

Wenn eine werdende Mutter Alkohol trinkt, gelangt dieser ungehindert in die Gebärmutter. Die Folge: Nach kurzer Zeit hat das Ungeborene denselben Blutalkoholspiegel wie die Schwangere. Doch mit seiner sich noch in der Entwicklung befindenden Leber braucht es die zehnfache Zeit der Mutter, um den Alkohol abzubauen. Trinkt eine 60 Kilo schwere Frau ein Glas Sekt, braucht ihr Körper fast drei Stunden, um den Alkohol abzubauen. Das bedeutet, das Baby ist erst nach 30 Stunden wieder nüchtern. Trinkt die werdende Mutter täglich ein Glas Sekt, ist ihr Kind demnach dauerbetrunken.

 

Wie viel Alkohol ist zu viel?

Viele Schwangere sind der Ansicht, ein kleines Glas könne nicht schaden – doch diese Auffassung ist falsch, sagen Experten. Jedes Glas ist gefährlich: Schon geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft können schwerwiegende Schäden verursachen, die das Kind sein Leben lang beeinträchtigen wird. Darum empfehlen Mediziner Schwangeren den vollkommenen Verzicht auf Alkohol.

Hilfe und Beratung finden Betroffene mit FASD auf den Seiten des Vereins FASD Deutschland.

Übrigens: Eine besondere Gefahr für Schwangere stellt die Krankheit Hepatitis E dar. Alles dazu erfahren Sie in unserem Video.

Hamburg, 1. Juni 2015

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