Akupunktur in der Schwangerschaft

Redaktion PraxisVITA

Wenn Frauen während der Schwangerschaft unter körperlichen Beschwerden leiden, stehen sie vor einem Problem: Viele Medikamente oder Behandlungsmethoden sind für werdende Mütter nicht geeignet. Akupunktur in der Schwangerschaft ist hier ein bewährtes Hilfsmittel. Auch zur Geburtsvorbereitung wird die Methode häufig verwendet – doch was bringt es wirklich?

Inhalt
  1. Wie kann Akupunktur während der Schwangerschaft helfen?
  2. Wann kann Akupunktur in der Schwangerschaft helfen?
  3. So läuft Akupunktur in der Schwangerschaft ab
  4. Fazit: Das bringt Akupunktur in der Schwangerschaft wirklich
 

Wie kann Akupunktur während der Schwangerschaft helfen?

Medikamente sollten in der Schwangerschaft nach Möglichkeit gemieden und, wenn überhaupt, nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Unter anderem, weil die Auswirkungen auf Mutter und Kind nicht eindeutig geklärt sind. Kein Wunder, dass gerade werdende Mütter immer häufiger nach alternativen Heilverfahren suchen. Schließlich haben viele Frauen gerade während der Schwangerschaft mit Beschwerden wie Übelkeit, Rücken- oder Kopfschmerzen zu kämpfen. Die nebenwirkungsarme Akupunktur erfreut sich bei der Behandlung derartiger Symptome zunehmender Beliebtheit.

Akupunktur ist eine jahrtausendealte Heilmethode, die ihren Ursprung in China hat. Bei Beschwerden oder Krankheiten soll der Fluss der Lebensenergie Qi aus dem Gleichgewicht geraten sein. Die Akupunkturnadeln sollen diese Störungen lösen. Durch die Stimulation bestimmter Punkte sollen Glückshormone ausgeschüttet werden, die schmerzlindernd wirken. Welche Akupunkturpunkte im Einzelfall stimuliert werden müssen, wird über ein Anamnesegespräch, eine körperliche Untersuchung und eine Zungen- und Pulsdiagnose ermittelt. 

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Wann kann Akupunktur in der Schwangerschaft helfen?

Während der Schwangerschaft kann Akupunktur in drei Phasen eine gute Behandlungsmöglichkeit sein:

  1. Während der Schwangerschaft​
    Bei einer schwangeren Frau kann Akupunktur Beschwerden lindern. Vor allem bei Schmerzen verspricht die Akupunktur eine erfolgreiche Therapie zu sein. Aber auch bei Übelkeit, trockenem Würgen oder Erbrechen hilft manchen Frauen das Setzen der Nadeln.
     
  1. Geburtsvorbereitung
    Die Nachfrage von Schwangeren nach geburtsvorbereitender Akupunktur ist besonders groß. Mittlerweile beherrschen auch viele Hebammen die asiatische Heilmethode. Die geburtsvorbereitende Akupunktur soll den natürlichen Verlauf einer Geburt unterstützen. Die Geburt selbst soll sich durchschnittlich um bis zu zwei Stunden verkürzen, wenn in den letzten vier Schwangerschaftswochen eine Akupunkturbehandlung gemacht wurde. Das belegt eine Studie der Frauenklinik in Mannheim.
     
  2. Während der Geburt
    Selbst während der Geburt setzen manche Hebammen die Akupunkturnadeln. Nicht jeder Geburtshelfer beherrscht diese Methode, Sie sollten sich also vorab informieren, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Geburtsschmerzen auf diese alternative Art reduzieren zu wollen. Denn nicht jeder verträgt das sogenannte Nadeln gut. Es sollte daher in jedem Fall schon mal vor der Geburt getestet werden. Eine schwedische Studie hat herausgefunden, dass während der Geburt gesetzte Nadeln sogar einige Schmerzmittel überflüssig machen können. 
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So läuft Akupunktur in der Schwangerschaft ab

Vor der Behandlung wird eine Anamnese und ein Aufklärungsgespräch zwischen dem Therapeuten und der Patientin durchgeführt. Die eigentliche Behandlung dauert 30 bis 40 Minuten. Dabei werden die passenden Akupunkturpunkte ausgemacht und die Nadeln hineingesetzt. Diese sind, wie bei dieser Methode üblich, extrem fein. Viele Patientinnen spüren höchstens einen leichten Pieks, die Behandlung kann aber auch als komplett schmerzfrei wahrgenommen werden.

Das Einstechen der Nadeln soll jetzt den Energiefluss wieder herstellen. Die Nadeln bleiben etwa 20 Minuten in der Haut. Wie viele und welche Punkte gestochen werden, ist je nach Beschwerden unterschiedlich. Wichtig: Manche Menschen reagieren auf die Behandlung sensibel. Akupunktur in der Schwangerschaft kann beispielsweise zu Kreislaufbeschwerden führen. Therapeuten sollten hier besonders vorsichtig agieren und schwangere Patientinnen nie im Stehen behandeln, um keinen Sturz zu riskieren. Geht es der Schwangeren nicht nach wenigen Minuten besser, müssen die Akupunkturnadeln sofort entfernt werden.

 

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Fazit: Das bringt Akupunktur in der Schwangerschaft wirklich

Es gibt bisher nur wenige Studien, die belegen, dass Akupunktur während der Schwangerschaft wirklich hilft. In der Praxis sprechen gute Wirkungen und positive Erfahrungsberichte allerdings für die Akupunktur. Die Nebenwirkungen von Akupunktur in der Schwangerschaft sind gering und weitestgehend harmlos. Leichter Schmerz oder minimale Blutergüsse an den Einstichstellen kommen hierbei am häufigsten vor. Gelegentlich treten Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit oder auch Schwindel auf.

Falls Sie sich für Akupunktur in der Schwangerschaft entscheiden, sollten Sie sich unbedingt einen Therapeuten oder eine Hebamme suchen, die bereits Erfahrungen mit Akupunktur bei werdenden Müttern haben. Bedenken Sie, dass Akupunkteure nur in wenigen Krankenhäusern zum festen Personalbestand gehören. Wer sich vorm Einsatz der Nadel scheut, für den könnte Akupressur eine gute Alternative sein: Ähnlich wie die Akupunktur wirkt Akupressur-Massage, bei der die energetischen Punkte durch sanften Druck der Finger stimuliert werden. Allerdings ist diese nicht ganz so wirkungsvoll wie die Akupunktur.

Quellen:

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