Agaricus: Welche Wirkung hat der Pilz?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

In Brasilien ist Agaricus ein geschätzter Speisepilz. Ihm wird von japanischen Ärzten eine Wirkung bei Krebserkrankungen und bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1 zugeschrieben. Auch Menschen mit Erkrankungen der Leber sollen von Agaricus profitieren.

Agaricuspilz
Agaricus stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Brasiliens Foto:  iStock/chengyuzheng

Der brasilianische Mandel-Egerling oder Mandelpilz wird botanisch als Agaricus blazei oder Agaricus subrufescens beschrieben. Er stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Brasiliens und wird vor Ort als Speisepilz kultiviert und verkauft.

Agaricus ist kein Pilz der traditionellen chinesischen Medizin. Er wird erst seit etwa 40 Jahren von japanischen Wissenschaftlern untersucht. Ihnen fiel auf, dass die Lebenserwartung bei Menschen, die viel Agaricus verspeisen, höher ist. Sie sterben seltener an Krebs. Offen bleibt bis heute, ob ein direkter Zusammenhang besteht.

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Agaricus: Welche Anwendungsgebiete und welche Wirkung hat der Pilz?

Auf Basis der japanischen Empfehlungen setzen Heilpraktiker Agaricus unter anderem zur Vorbeugung von Krebs ein. Der Pilz soll auch das Wachstum verschiedener Tumorarten verlangsamen und gegen die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) wirken. Er wird begleitend zu schulmedizinischen Behandlungen empfohlen, um die Folgen einer Chemo- oder Strahlentherapie abzumildern. Weitere Anwendungsgebiete sind Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes. Hier zerstört die körpereigene Abwehr Insulin-produzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse. Agaricus wird eine regulierende Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt. Außerdem vermuten japanische Ärzte, dass der Pilz eine entgiftende Wirkung entfaltet, indem er die Leber stärkt. Die Leber ist unser wichtigstes Organ, um Fremdstoffe aus dem Körper zu entfernen. Pilze wie Agaricus sind nach deutschem Recht jedoch keine Arzneimittel. Der Wissensstand zu ihrer Anwendung und Wirkung ist lückenhaft. Es fehlen aussagekräftige Studien zur Wirkung und zu möglichen Nebenwirkungen. Hinweise, dass Vitalpilze verschiedene Krebsarten hemmen können, beziehen sich auf Zellkulturen oder Tierversuche. Aber diese sind nicht auf Menschen übertragbar. Betroffene sollten daher unbedingt ärztlichen Ratschlägen folgen und Medikamente keinesfalls ohne Rücksprache absetzen. 

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Was sollte man für die Dosierung von Agaricus beachten?

Zur Behandlung von Erkrankungen verwendet man nicht den frischen Speisepilz, sondern Trockenpulver in Form von geschmacklich neutralen Kapseln oder Tabletten. Da es verschiedene Hersteller und unterschiedliche Präparate gibt, sollten sich Patienten immer erst anhand der Packungsbeilage über die Dosierung informieren. Grundsätzlich ist die Tagesdosis auf mehrere Portionen verteilt einzunehmen. Dazu sollte man etwa zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Bei der Behandlung kann es anfangs zu Verdauungsstörungen kommen, weil sich der Körper erst an den Pilz gewöhnen muss. 

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Döll, M. (2012): Vitalpilze für ein gesundes Leben: Immunstärkend - Stoffwechselanregend – Entgiftend. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, Stuttgart

Schmaus, F. (2018): Das große Handbuch der Mykotherapie: Heilen mit Pilzen: Gesundheit aus der Natur. MykoTroph, Limeshain

Schmaus, F. (2014): Die Natur als Apotheke nutzen – Heilen mit Pilzen: Krankheiten natürlich und ursächlich heilen und dauerhaft gesund bleiben. MykoTroph, Limeshain

Vitalpilze für die Krebstherapie, in: Verbraucherzentrale

 

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