Ärzte schlagen Alarm: Immer mehr Geimpfte auf Intensivstation

Mona Eichler Health-Redakteurin

Immer mehr Menschen in den Intensivstationen sind vollständig geimpft. Intensivmediziner schlagen jetzt Alarm. Alle Infos!

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Inhalt
  1. Immer mehr Intensivpatienten mit Impfdurchbrüchen
  2. Quote der Impfdurchbrüche weiterhin niedrig
  3. Mehr Menschen auf Intensivstationen
  4. Impfeffektivität: Die Impfung wirkt

Die Quote der Impfdurchbrüche in Deutschland ist zwar weiterhin niedrig, wie die Infektionszahlen allgemein aber steigt auch sie. Uwe Janssens, Chefarzt für Intensivmedizin der Klinik in Eschweiler und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), betont nun den Ernst der Lage. 

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Immer mehr Intensivpatienten mit Impfdurchbrüchen

"Unsere Intensivstation ist voll", sagt Janssens im Interview mit dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Bei den Patienten, die wegen Corona auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, handelt es sich nicht nur um Umgeimpfte. Derzeit liegen bei fast 44 Prozent der über 60-jährigen Intensivpatient:innen Impfdurchbrüche vor. "Das hat deutlich und sprunghaft zugenommen", so der Experte. 

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Das RKI bestätigt Janssens Einschätzung in seinem Wochenbericht. Mit Blick auf Impfdurchbrüche generell – also nicht nur jene, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen – schreibt die Behörde: "Der Anteil vollständig Geimpfter unter den Meldefällen ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen und liegt mittlerweile in der Altersgruppe ≥60 Jahre bei über 60 %." Der hohe Anteil an Impfdurchbrüchen müsse allerdings "in Zusammenschau mit der erreichten hohen Impfquote in dieser Altersgruppe interpretiert werden", ergänzte das RKI. 

Die Behörde schlüsselt für die Meldewochen 41 bis 44 den Anteil der vollständig Geimpften unter den intensivmedizinisch behandelten COVID-Erkrankten wie folgt auf:

  • 12,9 Prozent der 18- bis 59-Jährigen (58 von 448 Fällen)
  • 36,0 Prozent der über 60-Jährigen (313 von 870 Fällen)

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Quote der Impfdurchbrüche weiterhin niedrig

Auf alle Altersgruppen verteilt, lesen sich die Zahlen zu den Impfdurchbrüchen weniger dramatisch. Zwischen dem 1. Februar und dem 11. November verzeichnete das RKI insgesamt 175.188 wahrscheinliche Impfdurchbrüche. Da aktuell 56.002.360 Menschen in Deutschland als vollständig geimpft gelten, ergibt sich eine Impfdurchbruchquote von 0,31 Prozent. 

Verteilt auf die in Deutschland gängigen Impfstoffe ergibt sich folgende Verteilung: 

  • 117.367 Impfdurchbrüche bei Comirnaty (BioNTech/Pfizer)
  • 21.499 Impfdurchbrüche bei Janssen (Johnson & Johnson)
  • 14.091 Impfdurchbrüche bei Vaxzevria (AstraZeneca)
  • 8.676 Impfdurchbrüche bei Spikevax (Moderna)
  • 8.651 Impfdurchbrüche bei einer Kombination Vaxzevria/Comirnaty
  • 1.521 Impfdurchbrüche bei einer Kombination Vaxzevria/Spikevax
  • 3.383 Impfdurchbrüche ohne Zuordnung zu den Impfstoffen 
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Mehr Menschen auf Intensivstationen

Unabhängig von der steigenden Zahl der Impfdurchbrüche verschlechtert sich die Lage auf Deutschlands Intensivstationen. Laut DIVI Intensivregister müssen Stand 11. November 2.828 Menschen intensivmedizinisch behandelt werden. Das sind 89 mehr als tags zuvor. Die Zahl jener Erkrankten, die invasiv beatmet werden, steigt um 37 auf ingesamt 1.440 (51%). 

Von Donnerstag auf Freitag mussten außerdem 1.274 Menschen wegen ihrer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Hospitalisierungsrate steigt von 4,61 am Vortag auf jetzt 4,65 Fälle pro 100.000 Einwohner:innen. Der Anteil der Corona-Erkrankten an der Gesamtzahl der Patient:innen in Intensivbetten liegt derzeit bei 12,3%. 

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Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, schlägt angesichts dieser Zahlen Alarm. gegenüber dem "RND" sagte er: "Der Wert von 4.000 belegten Covid-Intensivbetten ist praktisch nicht mehr zu vermeiden." Damit einhergehe eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems in Deutschland. Mehrere Kliniken verschieben bereits sämtliche planbare Operationen, in manchen Einrichtungen steht nur ein Intensivbett zur Verfügung. 

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Impfeffektivität: Die Impfung wirkt

Die sich häufenden Impfdurchbrüche bedeuten im Umkehrschluss nicht, dass die Corona-Schutzimpfung nicht wirkt. Laut RKI beträgt die sogenannte Impfeffektivität aktuell:

  • Schutz vor Hospitalisierung: ca. 88 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 85 % (Alter ≥60 Jahre) 
  • Schutz vor Behandlung auf Intensivstation: ca. 93 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 90 % (Alter ≥60 Jahre) 
  • Schutz vor Tod: ca. 92 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 87 % (Alter ≥60 Jahre)

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Experti:nnen legen deswegen den noch ungeimpften Personen ans Herz, sich schnellstmöglich immunisieren zu lassen. Für die Älteren, deren Impfung schon länger als sechs Monate zurückliegt, wird eine Booster-Impfung empfohlen. Mit einer steigenden Zahl an Geimpften im Land wird in Zukunft zwar sicherlich auch die Zahl der Impfdurchbrüche steigen – dafür sinkt allerdings das Risiko für schwere Krankheitsverläufe. 

Quellen: 
Zahl der Impfdurchbrüche steigt: Immer mehr Intensivstationen am Limit, in: rnd.de

Wöchentlicher Lagebericht des RKI, in: rki.de

Täglicher Lagebericht des RKI, in: rki.de

DIVI Intensivregister Tagesreport, in: diviexchange.blob.core.windows.net

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