Aconitum napellus: Homöopathie gegen Entzündungen und Unruhe

Redaktion PraxisVITA

Heilpraktiker empfehlen Aconitum napellus bei den ersten Anzeichen von Entzündungen, etwa Erkältungsbeschwerden, Husten oder Fieber. Angst, Unruhe oder ein Schock zählen ebenfalls zu den typischen Beschwerden, bei denen das homöopathische Präparat angewendet wird.

Aconitum napellus
Der Blaue Eisenhut ist extrem giftig – in homöopathischer Dosierung ist er jedoch ungefährlich Foto:  iStock/typo-graphics
Inhalt
  1. Aconitum napellus: Was ist das?
  2. Bei welchen Beschwerden wird Aconitum napellus angewendet?
  3. Blauer Eisenhut: Welche Dosierung wird empfohlen?
  4. Was gilt für die Anwendung von Aconitum napellus bei Baby und Kind?
  5. Selbsthandlung oder Behandlung beim Arzt?
 

Aconitum napellus: Was ist das?

Aconitum napellus, der Blaue Eisenhut, ist eine der giftigsten Pflanzen Europas. Schon geringe Mengen führen zu schweren Vergiftungserscheinungen oder gar zum Tod. In der Homöopathie arbeitet man mit Auszügen der Pflanze in potenzierter, also stark verdünnter Form, weswegen Vergiftungen nicht zu erwarten sind.

 

Bei welchen Beschwerden wird Aconitum napellus angewendet?

Heilpraktiker empfehlen Aconitum napellus bei mehreren Krankheiten und Zuständen des Körpers, die sehr stark und heftig beginnen. Das kann ein grippaler Infekt mit Fieber, Husten und Gliederschmerzen sein. Auch Entzündungen der Bronchien, der Nasennebenhöhlen, der Lunge sowie des Mittelohrs zählen zu den Einsatzbereichen.

Hinzu kommen Symptome, die auf starkes Erschrecken, Schock oder Panik zurückzuführen sind, etwa Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angst, Herzklopfen, Herzrasen, Schweißausbrüche oder Durstgefühl.

 

Blauer Eisenhut: Welche Dosierung wird empfohlen?

Wie in der Homöopathie üblich, gibt es den Blauen Eisenhut in Form von Globuli (Streukügelchen), Tabletten oder Tropfen. Bei akuten Zuständen sind alle 30 bis 60 Minuten (höchstens sechsmal täglich) je fünf Tropfen, eine Tablette oder fünf Globuli einzunehmen. Als Potenz zur Selbstbehandlung eignet sich Aconitum D6.

Höhere Potenzen wie D200, C200 und mehr werden nicht für die Selbstbehandlung empfohlen. Sie sollten nur nach Rücksprache mit homöopathisch geschulten Ärzten oder Heilpraktikern angewendet werden.

Globuli-Flaschen und Kügelchen
Globuli Wie helfen Globuli?

 

Was gilt für die Anwendung von Aconitum napellus bei Baby und Kind?

Die homöopathische Lehre nennt bei Babys und Kleinkindern als Einsatzgebiete von Aconitum napellus ähnliche Krankheiten und Zustände wie bei Erwachsenen, nämlich Leiden mit raschem Beginn und mit starken Beschwerden. Dazu gehören Symptome von Erkältungskrankheiten. Auch bei Beschwerden nach Geburtstraumata, wie sie durch lange Entbindungen zustande kommen, soll Aconitum napellus helfen.

 

Selbsthandlung oder Behandlung beim Arzt?

Homöopathische Mittel sind wegen der ungeklärten Beweislage bezüglich ihrer Wirksamkeit unter Medizinern umstritten – dennoch gelten sie als beliebte Behandlungsmethode. Wenden Sie sich im Zweifel an ihren Haus- oder Kinderarzt. Zudem sollten Sie zum Arzt gehen, wenn sich Symptome trotz der Einnahme von Aconitum napellus nicht bessern oder sogar verschlechtern.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

  • Bundesinstut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2020): Neufassung der Dosierungsempfehlungen der Kommission D für homöopathische Arzneimittel.
  • Eisele, Matthias (2013): Homöopathie: Der einfache Weg zum richtigen Mittel, Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  • Eisele, Matthias, Friese, Karl-Heinz, Notter, Gisela (2020): Homöopathie für die Kitteltasche. Indikations- und wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen, Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  • Wiesenauer, Markus & Berger, Reinhild (2010): Homöopathie-Beratung. Empfehlungen für die Patientenbetreuung, Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
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