Achtung! Rauchen fördert Rückenschmerzen

Raucher stark gefährdet
Raucher sind stark gefährdet © Fotolia

Nichtraucher leben gesünder – und auch schmerzfreier. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Demnach leiden Raucher erheblich häufiger an chronischen Rückenschmerzen.

Die Forscher der Northwestern University zeigen in der kürzlich veröffentlichten Untersuchung, dass Zigarettenrauch einen direkten Einfluss darauf hat, wie die Nervenzellen im Gehirn auf Schmerzsignale – wie Rückenschmerzen – reagieren. Tatsächlich erwies sich das Nervensystem eines Rauchers hinsichtlich der Verarbeitung und Steuerung von Schmerzen als deutlich „weniger belastbar“.

 

Das Schmerz-Risiko steigt drastisch

Das liegt nach Aussagen der Forscher daran, dass Zigarettenrauch langfristig ganze Hirnstrukturen schädigt.

Der Untersuchungsschwerpunkt lag bei der aktuellen Studie vor allem auf chronischen Rückenschmerzen – die häufigste Form anhaltender Schmerzleiden. Die Forscher um Studienleiter Professor Bogdan Petre fanden dabei heraus, dass Raucher ein durchschnittlich dreimal höheres Risiko besitzen, an chronischen Rückenschmerzen zu erkranken als Nichtraucher.

 

Die Verbindung von Rauchen, Sucht und Schmerzen

Die Studie beweist, dass das Rauchen nicht nur bestimmte Bereiche im Gehirn schädigt und so chronische Schmerzen auslöst, sondern auch welche Hirn-Areale betroffen sind. Verantwortlich für die fehlerhafte – weil dauerhafte – Verarbeitung von Schmerzsignalen in Endlosschleife sind demnach der sogenannte Nucleus Accumbens und präfrontale Cortex – Bereiche, die normalerweise neuronale Funktionen wie Motivation, Belohnung und das Suchtverhalten eines Menschen regulieren.

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die Inhalation von Zigarettenrauch die chemische Kommunikation zwischen diesen Gehirnbereichen steigert: Je mehr sich Nucleus Accumbens und präfrontaler Cortex „unterhalten“, desto stärker treten chronische Schmerzen auf. Eine Rechnung, die nach Ansicht der Forscher nicht nur auf die Kombination von Rauchen und Rückenschmerzen zutrifft, sondern ganz allgemein auf die Beziehung zwischen chronischen Schmerzleiden und Süchten.

 

Wege aus dem Schmerz

Professor Petre erklärt weiter, dass die gewonnenen Studienergebnisse ein neues Licht auf die Behandlung von Schmerzpatienten werfe. Häufig eingesetzte Therapiemaßnahmen – wie Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente – würden sich nur begrenzt gegen die Symptome von chronischen Schmerzen richten – die verantwortlichen Fehlschaltungen im Gehirn dagegen blieben unangetastet.

Dagegen habe sich aber ein Verzicht auf Zigaretten als sehr effektives Mittel gegen chronische Schmerzen erwiesen. Auch wenn sicher nicht alle anhaltenden Schmerzleiden auf den blauen Dunst zurückzuführen sind, so habe sich dennoch gezeigt, dass sich bei den Probanden, die während Studie mit dem Rauchen aufgehört hatten, die geschädigten Hirnbereiche schnell wieder erholt hatten – und auch die chronischen Schmerzen abnahmen oder sogar verschwanden.

Hamburg, 5. November 2014

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