Achtung! Parodontitis kann krank machen!

Parodontitis kann Mundgeruch verursachen
Zahnschmerzen, Mundgeruch und ein unangenehmer Geschmack in der Mundhöhle können Anzeichen für eine Parodontitis sein © Fotolia

Was viele als lästige Lappalie abtun, kann zu schlimmen Gesundheitsstörungen führen. Denn Zahnfleischbluten und Parodontitis ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich.

Als Dagmar Heise das dritte Mal Blut an der Zahnbürste hatte, wurde sie unruhig. „Kann es sein, dass ich meine Zähne zu gründlich putze?” wollte die 34-jährige von ihrem Zahnarzt wissen. „Das ist der größte Irrtum von Patienten mit Zahnfleischbluten”, sagte der Doktor, „die Beschwerden gehen meist auf mangelhafte Mundpflege zurück.” Denn auch wenn man täglich zweimal zur Zahnbürste greift, können sich an schwer zugänglichen Stellen, wie etwa den Zahnzwischenräumen, Ablagerungen bilden. Und dieser bakterielle Zahnbelag (Plaque) greift Zähne und Zahnfleisch an. So entstehen oft kleine Entzündungsherde im empfindlichen Zahnfleisch. Das rosafarbene Gewebe schwillt an, verfärbt sich rot, schmerzt bei Berührung und blutet leicht. Mediziner nennen dieses erste Stadium Gingivitis. Bleibt sie unbehandelt, kann sie sich zur unangenehmen, chronischen Krankheit ausweiten. Zu den Schmerzen kommt lästiger Mundgeruch und schlechter Geschmack in der Mundhöhle. Schnell wird aus der leichten Rötung eine ausgewachsene Parodontitis, bei der sich das Zahnfleisch zurückbildet und die empfindlichen Zahnhälse freilegt. Im schlimmsten Fall können die angegriffenen Zähne sogar ausfallen. Was viele nicht wissen: Gelangen die Bakterien aus dem entzündeten Gewebe in die Blutbahn, kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen. Eine unbehandelte Parodontitis kann das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes sowie Hirninfarkte erhöhen. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass sogar Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht mit dem Zahnleiden zusammenhängen können. Nicht zuletzt können die Erreger, zum Beispiel beim Küssen, auf den Partner übergehen. Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Zahnsteinbehandlung durch den Arzt hilft vorbeugen. Die Heilungschancen für die Entzündung sind sehr gut, doch wer kein Risiko eingehen will, sollte bei den ersten Anzeichen zum Zahnarzt gehen.

 

Gingivitis: Vorbote einer Parodontitis

Erste Stufe der Zahnfleischentzündung, ausgelöst durch Zahnbeläge an schwer zugänglichen Stellen. Das Gewebe ist geschwollen, druckempfindlich, gerötet und schmerzt beim Kauen. Empfehlung: Schnell zum Zahnarzt, der kann den weiteren Verlauf stoppen.

 

Parodontitis: Eine fortgeschrittene Entzündung

Die Entzündung hat sich ausgebreitet, häufig bilden sich taschenartige Entzündungsherde zwischen Zahn und Zahnfleisch. Es blutet stark. Der Patient kann kaum noch essen und leidet unter unangenehmem Mundgeruch.

 

Parodontose: Zahnhälse liegen frei

Die Zähne haben keinen Halt mehr in dem angegriffenen Zahnfleisch, die Zahnhälse liegen frei. Der Patient hat starke Schmerzen und die Zähne fallen aus. Sie können nur noch durch Implantate ersetzt werden.

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