Achtung! Das sind die 11 giftigsten Tiere in Deutschland

Daphne Sekertzi

Giftige Tiere gibt es nur in Australien oder im Dschungel, hierzulande ist man aber vor Ihnen gefeit – das ist ein verbreiteter Irrglaube. Wir stellen Ihnen die 11 giftigsten Tiere in Deutschland vor – und wo man sie antrifft.

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Giftige Tiere gibt es auch in Deutschland

Weil man sie in Deutschland nur selten zu Gesicht bekommt, denkt man für gewöhnlich, dass es hierzulande keine giftigen Tiere gibt. Dabei kann man sie überall finden: in Wäldern, im Meer und sogar am Strand. Wir haben für Sie eine Liste mit den 11 giftigsten und gefährlichsten Tiere Deutschlands.

 

1. Das Petermännchen als einer der giftigsten Fische Europas 

Der Bezeichnung könnte nicht harmloser klingen – das Tier dahinter ist es allerdings nicht. Das Petermännchen, der Trachinus draco, ist eines der giftigsten Fische in Europa. Hierzulande findet man ihn an der Nord- und Ostsee. Warum dieser Fisch zu den gefährlichen Tieren in Deutschland zählt? Über einen Stachel sondert er Gift ab, das starke Schmerzen, Schwellungen und schwere allergische Reaktionen bis hin zum Herzstillstand verursachen kann. Es kann leicht passieren, vom Petermännchen gestochen zu werden. Denn weil sich der Fisch gerne in den Sand gräbt, können Strandbesucher versehentlich auf ihn treten – und das bringt das Petermännchen dazu, zuzustechen.

Ein Petermännchen gräbt sich aus dem Sand

Ein Petermännchen gräbt sich aus dem Sand. Foto:  istock_scubaluna

 

2. Die Feuerqualle: Der Name ist Programm

In der Nord- und Ostsee tummelt sich ein weiteres giftiges Tier – die gelbe Haarqualle. Sie ist auch unter dem Namen „Feuerqualle“ bekannt, und das nicht ohne Grund: Bei einer Berührung treten brennende Schmerzen auf, die von Nesseln begleitet werden – ähnlich wie bei Verbrennungen. Allergiker können durch das Gift Atembeschwerden, Übelkeit, Schwindel und Fieber bekommen.

Eine Feuerqualle unter Wasser

Eine Feuerqualle unter Wasser. Foto: imago images / imagebroker

 

3. Der Schwarzblaue Ölkäfer: Gefährlich durch ätzendes Sekret

Begegnet man einem Ölkäfer, sollte man eines dringend beherzigen: Nicht anfassen! Bei Gefahr versprüht der Käfer ein giftiges Sekret, das Cantharidin enthält – eine chemische Verbindung, die ätzend wirkt. Kommt die Haut mit dem Gift des Ölkäfers in Berührung, können starke Schleimhautreizungen mit Blasen sowie Entzündungen und Nekrosen – absterbendes Gewebe – die Folge sein. Verschluckt man einen Käfer, muss auch mit Nierenschäden gerechnet werden.

Ein Schwarzblauer Ölkäfer in einem Wald

Ein Schwarzblauer Ölkäfer auf einem Baum. Foto: istock_Ralf Blechschmidt

 

4. Eichenprozessionsspinner besitzen giftige Brennhaare

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Raupe, die für die Natur und den Menschen gleichermaßen schädlich ist. Im Sommer befallen die Raupen in großer Zahl Eichenbäume – sie bilden "Prozessionen". Giftig sind vor allem ihre Brennhaare, die beim Menschen Atemnot und Entzündungen auf der Haut auslösen können. Damit es zu einer allergischen Reaktion kommt, genügt es bereits, die feinen Haare einzuatmen. Diese lösen sich leicht von den Raupen und gelangen, vom Wind hinweggetragen, in unsere Atemwege.

Eichenprozessionsspinner auf einem Baum

Eichenprozessionsspinner auf einem Baum. Foto:  istock_dennisvdw

 

5. Der Ammen-Dornfinger bohrt sich durch die menschliche Haut

Der Ammen-Dornfinger fühlt sich nur in warmen Gefilden wohl und ist deswegen hierzulande besonders in Süddeutschland verbreitet. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands ist der Ammen-Dornfinger auf dem Vormarsch. Die Spinne hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann mit ihren Kieferklauen, in denen sich das Gift befindet, die menschliche Haut durchbohren. Schmerzen, Schwellungen und Übelkeit sind dann häufige Folgen. Zudem kann es zu Kreislaufversagen und Schüttelfrost kommen. Schwerwiegendere Reaktionen auf das Gift sind bisher nicht bekannt.

Ein Ammen-Dornfinger in einem Spinnennetz
Ein Ammen-Dornfinger in einem Spinnennetz-Kokon. Foto:  istock_imago image_blickwinkel
 

6. Die Wasserspinne mit giftigen Kieferklauen

Das Besondere an der Wasserspinne ist, dass sie ihren natürlichen Lebensraum unter Wasser hat, genauer: in einer selbstgebauten Taucherglocke. Mit einer Luftblase versorgt sich die Spinne mit Sauerstoff. Genau wie der Ammen-Dornenfinger können sich Kieferklauen der Wasserspinne in dünne Hautpartien des Menschen bohren und dadurch ihr Gift abgeben, wodurch Rötungen und Schwellungen entstehen können.

Eine Wasserspinne erlegt ihre Beute

Eine Wasserspinne erlegt ihre Beute. Foto:  imago images_blickwinkel

 

7. Die Gelbbauchunke sondert Gift über ihre Haut ab 

Die Gelbbauchunke findet man hauptsächlich in Teichen und Tümpeln. Man erkennt sie an ihrem auffälligen Farbmuster. Die gelben Flecken auf der Bauchseite sieht man vor allem dann, wenn der Froschlurch in Gefahr ist. Dann bringt er sich nämlich in die sogenannte Kahnstellung. Über die Haut gibt er ein Toxin ab, um Fressfeinde abzuwehren. Beim Menschen kann das Gift zu leichten Haut- und Augenreizungen führen.

Eine Gelbbauchunke in einem Teich

Eine Gelbbauchunke in einem Teich. Foto:  imago image_blickwinkel

 

8. Der Feuersalamander: Giftiger Waldbewohner

Mit seiner gelbgefleckten Haut hat der hauptsächlich in Deutschland verbreitete Feuersalamander Ähnlichkeit mit der Gelbbauchunke. Eine weitere Gemeinsamkeit: Der Salamander sondert genau wie die Unke über die Haut ein giftiges Hautsekret ab, das beim Menschen Atemnot, Übelkeit und Erbrechen auslösen kann. Weil Tiere durch das Gift eine Genickstarre und Maulsperre erleiden können, sollten Hundebesitzer bei Spaziergängen in Laub- und Mischwäldern vorsichtig sein. Denn dort kann man auf Feuersalamander treffen.

Zwei Feuersalamander am Rand eines Gewässers

Zwei Feuersalamander am Rande eines Gewässers. Foto:  imago images_blickwinkel

 

9. Die Spitzmaus lähmt Tiere mit ihrem Speichel

Nicht nur Amphibien und Insekten sind mit Gift ausgestattet. Auch die zu den Insektenfressern (nicht zu den Nagetieren) gehörende Spitzmaus verfügt über ein spezielles Toxin, das mit dem Speichel übertragen wird. Im Gegensatz zur Beute der Spitzmaus, die durch einen Biss gelähmt werden, ist das Gift für den Menschen weitaus weniger ungefährlich. Mehr als Schmerzen und Schwellungen passiert durch einen Biss der Spitzmaus nichts.

Eine Spitzmaus auf einer Wiese

Eine Spitzmaus auf einer Wiese. Foto:  istock_phototrip

 

10. Die Kreuzotter setzt Gift sparsam ein

Wenn man an giftige und gefährliche Tiere denkt, kommen einem typischerweise Schlangen in den Sinn. Und von diesen gibt es auch einige in Deutschland. Darunter die Kreuzotter, deren Gift beim Opfer Schwellungen, Herzrasen und sogar Atemnot und Lähmungserscheinungen verursachen kann. Es kann jedoch Entwarnung gegeben werden: Die Kreuzotter ist in Deutschland selten und dazu auch noch scheu. Zudem bleiben Vergiftungserscheinungen bei ihrem Biss oft aus, da die Schlange das mühevoll herzustellende Gift nur sparsam einsetzt.

Nahaufnahme einer Kreuzotter

Nahaufnahme einer Kreuzotter. Foto:  istock_taviphoto

 

11. Bienen: Zehnmal giftiger als Wespen

Oft werden Bienen, Wespen und Hornissen in einem Atemzug genannt. Aus dieser Gruppe stechen Bienen jedoch im wahrsten Sinne des Wortes heraus: Sie sind 10 Mal giftiger als Wespen und um ein Vielfaches giftiger als Hornissen. Das liegt daran, dass bei Bienen der Stachel beim Stechen ausreißt, der dann im Körper weiter Gift abgeben kann. Ein Stich von Bienen und tut zwar weh. Gefährlich ist das durch den Stachel übertragene Gift in den meisten Fällen aber nicht, wenn nur Schmerzen, Rötungen und Schwellungen auftreten. 

Wird jedoch durch den Stich ein allergischer Schock ausgelöst, kann ein Stich sehr wohl gefährlich für den Betroffenen werden. Gerade deswegen gehören Bienen zu den giftigsten Tieren in Deutschland, vor denen sich besonders Allergiker schützen sollten. 

Eine Biene auf einer Sonnenblume
Eine Biene auf einer Sonnenblume. Foto:  istock_Ralf Menache
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