Achtsam essen - so klappt's im Alltag

Redaktion PraxisVITA

Achtsam essen hat nur Vorteile. Wer lernt, auf das Bauchgefühl zu hören, anstatt Nahrungsaufnahme als Zweckerfüllung zu sehen, wird garantiert davon profitieren. Tipps und Infos hier.

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Achtsames Essen zu lernen, ist keine Kunst Foto:  iStock/nikada
Inhalt
  1. Was bedeutet "achtsam essen"?
  2. Achtsam essen – das Prinzip
  3. Das bewirkt achtsames Essen
  4. Im Alltag achtsam essen
  5. Der Experten-Tipp für achtsames Essen

Achtsamkeit ist in vielen Lebensbereichen ein Thema: Privat, im Job und in der Freizeit legen immer mehr Menschen den Fokus auf das eigene Empfinden. Achtsam essen gehört ebenfalls dazu. Eine Bewusstmachung der eigenen Bedürfnisse, jedoch ohne klar vorgeschriebenen Plan.

 

Was bedeutet "achtsam essen"?

Der Alltag verlangt den Menschen manchmal ab, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen. So telefonieren wir beim Abwasch und checken E-Mails im Fahrstuhl. Bei der Nahrungsaufnahme ist es nicht anders: wir essen im Bus, vor dem PC am Arbeitsplatz oder kurz vor dem Schlafengehen. Mit Genuss und dem bewussten Erleben von Essen hat das aber nichts mehr zu tun.

Beschwerden wie Magenprobleme, Sodbrennen oder Verdauungsstörungen können die Folge sein, ganz zu schweigen von Gewichtsschwankungen oder Mangelerscheinungen. Wer nie lernt, achtsam zu essen, wird verpassen, wie es sich anfühlt, wenn Nahrungsaufnahme mehr als das ist – nämlich Genuss, Wohlbefinden und Lebensfreude.

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Achtsam essen – das Prinzip

Im Grunde ist es ganz einfach und doch richtet sich im Alltag nur selten jemand danach aus: Achtsam essen meint, Nahrungsmittel als Speisen wahrzunehmen, die alle unsere Sinne berühren. Also im wahrsten Sinne des Wortes unsere Sinne "speisen".

Das kann beim Geruch losgehen und entwickelt sich weiter über das Empfinden, das man beim ersten Bissen hat, über die Konsistenz der einzelnen Komponenten und geht bis hin zum ganz bewussten Geschmack, der bis ins kleinste Detail ausgeweitet wird.

Dabei steht es jedem frei, die Sinneseindrücke danach zu bewerten oder einfach an sich vorbeiziehen zu lassen – zugunsten des reinen Genusses und eben der Achtsamkeit.

Doch achtsam essen ist noch viel mehr. Es bedeutet auch, seinen Körper besser zu verstehen und Signale wahrzunehmen. So geht es darum, das Sättigungsgefühl zu erkennen und zu unterscheiden, wann man Gelüste hat und wann es wirklich Hunger ist. Am Ende sollten Sie auch entscheiden können, wann es genug ist – und das nicht erst, wenn das unangenehme Völlegefühl einsetzt.

 

Das bewirkt achtsames Essen

Wer sich Zeit nimmt, achtsam zu essen, hat gleichzeitig auch einen Freiraum für sich selbst geschaffen. Eine Art Auszeit für Körper und Geist, aus der man mit neuer Energie hervorgehen kann.

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Genuss kann nicht zwischen Tür und Angel erlebt werden, sondern braucht Zeit und Raum. Deshalb sollte jeder für sich selbst herausfinden, wo und wie das am besten funktioniert. Das bedeutet nicht, dass aus jeder Mahlzeit ein Ritual werden muss.

Vielmehr sollte ausgewählt werden, in welchem Rahmen es möglich ist, das Essen ab und zu wieder zu einem kleinen Erlebnis zu machen. Dabei hilft es natürlich, auch generell achtsamer mit sich umzugehen.

 

Im Alltag achtsam essen

Es ist keine Kunst, achtsames Essen zu lernen, man braucht nur ein paar Hilfestellungen:

  1. Beim Einkauf starten: Überlegen Sie sich, wonach Ihnen ist – nicht, was Sie satt macht, was schnell geht oder wovon Sie möglichst lange etwas haben. Riechen Sie an den Lebensmitteln und stellen Sie sich vor, wie Sie die Zutaten verarbeiten.
  2. Selbst kochen: Versuchen Sie nach Möglichkeit, selbst den Kochlöffel zu schwingen. So können Sie bereits beim Kochen mit den Sinneseindrücken beginnen.
  3. Abwechslung: Je mehr Sie in Ihrer Ernährung variieren, desto länger werden Sie Freude an dem Konzept des achtsamen Essens haben. Verzehren Sie immer das Gleiche, kennen Sie bald alle Komponenten und können sich nicht mehr überraschen lassen.
  4. Vorfreude: Freuen Sie sich auf die Speisen. Eine kleine Vorfreude auf ein gutes Essen und eine Beschäftigung damit, was gleich auf den Teller kommt, macht Appetit.
  5. Ablenkungen vermeiden: Auch das ist Achtsamkeit: Schalten Sie Ihr Handy auf lautlos und legen Sie es weit weg. Auch Fernseher und Radio bleiben aus, wenn Sie achtsam essen wollen. Konzentrieren Sie sich auf die Situation und kosten Sie sie voll aus.
  6. Nach dem Essen können Sie ruhig noch ein wenig sitzen bleiben und dem Geschmack nachhängen. Und warum schließen Sie nicht mal die Augen, um auch alle optischen Reize zu vermeiden?
  7. Nicht schlingen:  Wenn Sie sich vornehmen, langsamer zu kauen und einzelne Komponenten des Essens schmecken zu wollen, werden Ihnen sicher neue Geschmacksnuancen auffallen. Was daran gefällt Ihnen besonders gut und was nicht? Finden Sie es heraus.
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Der Experten-Tipp für achtsames Essen

Marlen Krausmann, Heilpraktikerin und Leistungscoach mit Spezialisierung auf Stoffwechselgesundheit aus Berlin sagt: "Achtsam zu essen empfehle ich grundsätzlich jedem. Für eine optimale Verdauungstätigkeit ist es wichtig, dass wir während der Nahrungsaufnahme Anspannung und Stress vermeiden."

Die Expertin

Marlen Krausmann ist Heilpraktikerin und Leistungscoach mit Spezialisierung auf Stoffwechselgesundheit und setzt mit ihrem Konzept da an, wo gesundheitliche Probleme entstehen – in der eigenen Biochemie. Sie diagnostiziert und behandelt ihre Kunden mit speziell auf sie abgestimmten Programmen und sagt: "Ein ausgeglichener Nährstoffhaushalt, die richtige Ernährung und ein adäquater Lebensstil bilden die Grundlage für mehr Leistungsfähigkeit, Vitalität und Lebensfreude."

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