Achillessehnenentzündung: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Redaktion PraxisVITA

Sie macht sich schleichend bemerkbar und äußert sich schließlich mit stechenden Schmerzen – eine Achillessehnenentzündung. Sie kann im schlimmsten Fall in einen Riss münden. Alle Infos, wie eine Achillessehnenentzündung entsteht, durch welche Symptome sie sich bemerkbar macht und welche Vorbeugemaßnahmen man treffen kann.

Ein Mann umfasst seine schmerzende Achillessehne
Eine Entzündung der Achillessehne macht sich schleichend bemerkbar Foto:  istock_Jan-Otto
Inhalt
  1. Die Funktion der Achillessehne
  2. Ursachen einer Achillessehnenentzündung
  3. Achillessehnenentzündung: Symptome und Beschwerden
  4. Achillessehnenentzündung: Behandlungsmöglichkeiten
  5. Wie man eine Achillessehnenentzündung vorbeugt

Zusammen mit Meniskus-Schmerzen und dem sogenannten Tennisarm zählt die Achillessehnenentzündung zu den weit verbreiteten körperlichen Beschwerden. Doch nicht nur Sportler sind davon betroffen. Häufig sind neben einer Überlastung auch eine Fehlbelastung der Fuß- und Beinmuskulatur verantwortlich für die Schmerzen an der Achillessehne.

 

Die Funktion der Achillessehne

Die Achillessehne befindet sich am hinteren Teil des Beins. Sie ist rund 25 Zentimeter lang und verbindet den unteren Teil der Wade mit der Ferse. Als stärkste Sehne des Körpers kann sie besonders großen Belastungen standhalten. Nicht nur das: Sie ermöglicht auch komplexe Bewegungen, wie die Beugung des Sprunggelenks und das Abstoßen des Fußes beim Gehen, Laufen und Springen.

Doch auch diese robuste Sehne kann sich entzünden und dadurch dauerhaft Schmerzen versuchen. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Achillodynie. Zu den schwerwiegendsten Erkrankungen der Sehne gehört der Achillessehnenriss.

 

Ursachen einer Achillessehnenentzündung

Doch wie entsteht eine Achillessehnenentzündung eigentlich? Für gewöhnlich verursacht eine Überlastung der Sehne die Schmerzen: Diese wird beispielsweise durch eine schwache Muskulatur des Fußes verursacht oder durch hohe sportliche Aktivität. Denn die Sehne muss dadurch besonders stark arbeiten. Eine übermäßige Belastung wird zudem durch eine falsche Geh- oder Lauftechnik und falsches Schuhwerk befördert. Dazu zählen unter anderem das falsche Abrollen sowie Fußfehlstellungen.

Als Risikofaktoren gelten zudem Diabetes und Übergewicht sowie Verletzungen an den Sprunggelenksbändern, die bereits länger zurückliegen.

Häufig sind jedoch auch die folgenden Fehlstellungen für die Sehnenentzündung mitverantwortlich:

  • Knick-Senkfuß
  • Hohlfuß
  • X-Beine
  • Fersensporn
  • Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengelenks) und
  • unterschiedliche Beinlängen

Bei Schmerzen in der Achillessehne und insbesondere bei Verdacht auf eine Achillessehnenentzündung oder gar einen Riss sollte man daher unbedingt einen Arzt aufsuchen – auch um mögliche Fehlstellungen an den Füßen als Ursache auszuschließen.

 

Achillessehnenentzündung: Symptome und Beschwerden

Es könnte eine Achillessehnenentzündung vorliegen, wenn diese Symptome auftreten:

  • Druckempfindlichkeit
  • Schwellungen und Verdickungen
  • leichter bis stechender Belastungsschmerz oder Anlaufschmerzen, die bei Bewegung vergehen
  • gerötete und warme Haut in der Sehnenregion
  • Morgensteifigkeit
  • knirschendes Gefühl und Geräusch

Je nach Ausprägung der Entzündung treten ein oder mehrere Beschwerden auf. Anfangs äußert sich die Achillessehnenentzündung oft nur durch leichte Anlaufschmerzen. Später kann aber auch ein stechender Schmerz hinzukommen. Die erhöhte Steifigkeit am Morgen entsteht dadurch, dass der Körper in Ruhephasen die Entzündung bekämpft – dadurch fühlt sich das umliegende Gewebe warm, geschwollen und stark durchblutet an.

 

Achillessehnenentzündung: Behandlungsmöglichkeiten

Wenn man Schmerzen an der Achillessehne verspürt, sollte man unbedingt eine Ruhepause einlegen, damit die Entzündung ausheilen kann. Entzündungshemmende Medikamente und Salben können den Heilungsprozess unterstützen. Bei der Einnahme von Schmerzmitteln passiert es jedoch leicht, dass das Problem unterschätzt wird. Daher sollte man sich auch dann Ruhe gönnen, wenn die Sehne gerade keine Schmerzen bereitet.

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Wenn sich die Achillessehnenreizung durch Ruhigstellen nicht bessert, sollte man einen Arzt zurate ziehen – dieser kann Ihnen Physiotherapie und bei Bedarf auch Einlagen für die Schuhe verordnen. So lässt sich vermeiden, dass eine mögliche Fehlstellung oder eine falsche Lauftechnik weiterhin für eine Überbelastung sorgt oder zu einem Achillessehnenriss führt. Ist dies bereits der Fall, ist in vielen Fällen eine Operation notwendig.

 

Wie man eine Achillessehnenentzündung vorbeugt

Um einer Achillessehnenentzündung vorzubeugen, eignet sich regelmäßiges Barfußlaufen – das stärkt die Muskulatur in den Füßen und entlastet somit auch die Achillessehne. Auch kleine Balanceübungen auf wackligem Untergrund, etwa mit speziellen Balance-Boards, verbessern das Zusammenspiel der Fußmuskeln.

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Beim Sport sollte man zudem immerzu ein ausgedehntes Aufwärmprogramm durchführen. Der Fokus sollte dabei auf den Beinen und der Wadenmuskulatur liegen.

Eine einfache Aufwärmübung für das Training: Mit beiden Händen abgestützt, an eine Wand stellen und ein Bein leicht nach hinten stellen – beide Fußsohlen bleiben am Boden, sodass eine leichte Dehnung im hinteren unteren Bein entsteht. Das Knie des vorderen Beins leicht beugen, um es zu entlasten. Diese Position für 20 Sekunden halten, bevor zum anderen Bein gewechselt wird.

Wenn sich Probleme mit der Achillessehne häufen, kann man schonendere Sportarten in Betracht ziehen: Beim Schwimmen und Aquajogging wird die Sehne kaum belastet, trotzdem kann man dadurch die Ausdauer optimal trainieren. Aber auch leichtes Radfahren schont die Region, was eine Achillessehnenentzündung vorbeugt.  

Quellen:

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