Acetylsalicylsäure – der bekannteste Wirkstoff der Welt

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Acetylsalicylsäure – Wirkstoff-Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Acetylsalicylsäure, oder auch kurz ASS genannt, ist der wohl bekannteste schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungslindernde Wirkstoff der Welt. 1899 wurde das erste Arzneimittel mit diesem Wirkstoff auf den Markt gebracht.

Acetylsalicylsäure wird hauptsächlich zur symptomatischen Behandlung von Fieber und/oder leichten bis mäßig starken Schmerzen wie z. B. Kopfschmerzen, Schmerzen in Rahmen eines grippalen Infekts, Zahnschmerzen sowie Muskelschmerzen angewendet. Bei rheumatischen Erkrankungen kann Acetylsalicylsäure Schmerzen und Entzündungen mindern.

 

Acetylsalicylsäure verdünnt das Blut

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird auch als Blutverdünner bezeichnet, da er die Fähigkeit besitzt, Blutplättchen, die sogennaten Thrombozyten, daran zu hindern zu verklumpen. Dadurch kann einem Blutgerinnsel (Thrombose) vorgebeut werden. Aus diesem Grund kann Acetylsalicylsäure sogar Schlaganfällen, dem Wiederauftreten von Herzinfarkten oder Verschlüssen von Herzkranzgefäßen bei instabiler Angina Pectoris vorbeugen.

Die wichtigsten Infos zu Acetylsalicylsäure auf einen Blick

Name: Acetylsalicylsäure

auch bezeichnet als: ASS, 2-Acetoxybenzoesäure; Acidum acetylsalicylicum

Anwendungsgebiete:

  • leichte bis mäßig starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Migräne
  • Fieber
  • Entzündungen
  • Vorbeugung von Thrombosen bei Personen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen

Warnhinweis:

Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure sollten nicht auf leeren Magen eingenommen werden, da es zu Magenschleimhautreizungen und –blutungen kommen kann. Nehmen Sie Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure ohne ärztliche Anweisung nicht länger als drei aufeinanderfolgende Tage ein.

 

Wer darf Acetylsalicylsäure nicht einnehmen?

Aspirin-Tablette
Aspirin ist das bekannteste Medikament mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure© Fotolia

Obwohl Acetylsalicylsäure im Allgemeinen gut verträglich ist, gibt es einige Patientengruppe, die auf die Einnahme von Arzneimittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure verzichten sollten. Dazu gehören in erster Linie Personen, die

  • allergisch auf Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate reagieren
  • ein Magen- oder Darmgeschwür haben (einschließlich Zwölffingerdarmgeschwür) haben
  • häufig unter Blutungen leiden
  • das Blutungsrisiko erhöht ist
  • unter einer stark eingeschränkten Nieren-, Leber- oder Herzfunktion leiden
  • andere Medikamente einnehmen, die das Blut verdünnen und die Gerinnung verhindern
  • schwanger sind. Ab Beginn des 6. Schwangerschaftsmonat (die letzte Monatsblutung liegt mehr als 24 Wochen zurück) darf auf keinen Fall Acetylsalicylsäure eingenommen werden, da dies zu schwerwiegenden Schädigungen bei der werdenden Mutter aber auch beim Kind führen kann.
 

Acetylsalicylsäure – mögliche Nebenwirkungen

Experte Prof. Dr. Göbel: "Bei der Einnahme von Medikamenten mit Acetylsalicylsäure sollten Sie auf Alkohol verzichten, um Wechselwirkungen zu vermeiden."© privat

Wie bei jedem Arznei-Wirkstoff, können auch unter der Einnahme von Acetylsalicylsäure Nebenwirkungen auftreten. Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn Sie eines der folgenden Merkmale bemerken:

Lesen Sie hier mehr zu möglichen Nebenwirkungen.

 

Mit diesen Medikamenten verträgt sich Acetylsalicylsäure nicht

Besondere Vorsicht ist bei folgenden Medikamenten geboten:

  • Blutgerinnungshemmer zum Einnehmen (orale Antikoagulantien)
  • nichtsteriodale Entzündungshemmer
  • Heparine bei Anwendung in kurativen Dosen oder bei älteren Patienten
  • Arzneimittel zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika).
  • Clopidogrel
  • Ticlopidin

Auch bestimmte Nahrungsmittel, wie beispielsweise die Grapefruit, können die Wirkung von Arzneimitteln verändern. Finden Sie hier heraus, welche Nahrungsmittel Wechselwirkungen auslösen können.

Erfahren Sie hier mehr zu möglichen Wechselwirkungen.

 

Die richtige Dosierung

Ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird meist in der Dosierung von 500 – 1000 Milligramm pro Tag eingenommen. Die Tageshöchstdosis von 3 Gramm, das entspricht etwa sechs Tabletten à 500 mg, darf nicht überschritten werden, da es sonst zu einer Überdosierung kommen kann.

Wichtig zu wissen: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure erhöht schon in geringen Dosen das Risiko von Blutungen. Dies ist auch dann noch der Fall, wenn die letzte Einnahme eines Arzneimittels mit diesem Wirkstoff bereits mehrere Tage zurückliegt. Informieren Sie Ihren Arzt, den Operateur oder den Anästhesisten bzw. den Zahnarzt, wenn ein operativer Eingriff geplant ist; dies gilt auch für kleine Operationen.

Hier alle weiteren Infos zur richtigen Dosierung.

Die 10 häufigsten Fragen
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