Abnehmen mit dem „Königsfrühstück“

Verena Elson
Für eine erfolgreiche Diät sollte das Frühstück üppig ausfallen – das gilt laut einer aktuellen Studie zumindest für Diabetiker
Für eine erfolgreiche Diät sollte das Frühstück üppig ausfallen – das gilt laut einer aktuellen Studie zumindest für Diabetiker © iStock/kabVisio

Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen: Einer aktuellen Studie zufolge ist das nicht die effektivste Methode um abzunehmen. Die israelischen Forscher erstellten einen Diätplan, mit dem die Pfunde deutlich schneller purzeln.

„Die Tageszeit – wann man isst und wie oft man isst – ist wichtiger, als was man isst und wie viele Kalorien es hat“, sagt Studienautorin Daniela Jakubowicz, Medizinprofessorin an der Universität Tel Aviv. „Unser Stoffwechsel verändert sich über den Tag. Eine Scheibe Brot, die zum Frühstück gegessen wird, führt zu einem geringeren Blutzuckeranstieg und macht weniger dick als die gleiche Scheibe Brot, wenn sie am Abend gegessen wird.“

 

Experiment: Kleines versus üppiges Frühstück

In einer kleinen Studie testete das Team diese Hypothese mit 29 Typ-2-Diabetikern. Die elf Frauen und 18 Männer waren im Schnitt 69 Jahre alt. Sie waren alle adipös (BMI ≥ 30) und wurden mit Insulin behandelt.

Per Zufallsprinzip teilten die Forscher sie in eine von zwei Diät-Gruppen ein. In den folgenden drei Monaten nahmen alle Probanden täglich dieselbe Anzahl an Kalorien zu sich – allerdings unterschiedlich über den Tag verteilt. 

Die Teilnehmer in Gruppe eins bekamen drei Mahlzeiten pro Tag: ein großes Frühstück, ein mittelgroßes Mittagessen und ein kleines Abendessen. Probanden in Gruppe zwei nahmen täglich sechs kleine Mahlzeiten zu sich, davon drei Haupt- und drei Zwischenmahlzeiten. Die Kalorienaufnahme war in Gruppe eins folgendermaßen über den Tag verteilt: 50 Prozent beim Frühstück, 33 Prozent beim Mittagessen und 17 Prozent beim Abendessen. In Gruppe zwei wurden 20 Prozent der Kalorien beim Frühstück aufgenommen, 25 Prozent beim Mittagessen und 25 Prozent beim Abendessen – der Rest wurde auf die drei Zwischenmahlzeiten verteilt.

 

Großes Frühstück hilft beim Abnehmen

Nach drei Monaten hatten die Probanden in Gruppe eins im Schnitt fünf Kilogramm abgenommen, während Teilnehmer in Gruppe zwei durchschnittlich sogar 1,4 Kilogramm zugenommen hatten.

Auch der Nüchtern-Blutzuckerspiegel der Frauen und Männer veränderte sich innerhalb des Studienzeitraums – dieser Wert gilt als Indikator dafür, ob und wie stark eine Person an Diabetes leidet. Während der Wert in Gruppe eins im Schnitt um 54 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) von 161 mg/dl auf 107 mg/dl sank (zum Vergleich: Eine Person, die nicht an Diabetes leidet, hat einen Nüchtern-Blutzuckerspiegel unter 100 mg/dl), betrug der Unterschied in Gruppe zwei durchschnittlich nur 23 mg/dl (von 164 mg/dl auf 141 mg/dl).

Probanden, die täglich üppig frühstücken durften, benötigten zudem nach Ablauf der drei Monate weniger Insulin – die Teilnehmer der Vergleichsgruppe brauchten sogar mehr als zuvor. Trotz des größeren Diäterfolgs hatten Frauen und Männer in Gruppe eins weniger Hunger als zuvor, Probanden in Gruppe zwei wurden dagegen stärker von Hungerattacken geplagt.

Zahlreiche weitere Studien unterstreichen die Bedeutung des Frühstücks für eine erfolgreiche Diät. So fördert das Auslassen des Frühstücks beispielsweise Diabetes und Übergewicht schon im Kindesalter. Doch wie sieht ein gesundes Frühstück aus? Hier verraten wir Ihnen sechs gesunde und leckere Frühstücksrezepte.

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