Abnehmen mit dem Kälte-Trick – Wenn Körperfett sich selbst verbrennt

Forscher fanden nun einen Weg, Fettgewebe so zu manipulieren, dass es Kalorien verbrennt. Die Manipulation unliebsamer Fettpolster soll in Zukunft zu neuen Diät-Therapien führen. Die Idee der US-amerikanischen Forscher ist denkbar einfach und wird seit jeher von Säuglingen genutzt, um sich warm zu halten.

In gleich mehreren Studien stellen US-amerikanische Forscher der Universitäten in Harvard und Kalifornien eine Methode vor, bei der menschliches Fettgewebe so manipuliert werden soll, dass es sich im Grunde selbst verbrennt. Mithilfe eines Kälteimpulses wird ein bestimmtes Protein aktiviert, das Fett dazu bringt, Kalorien zu verbrennen und in Wärme umzuwandeln. Säuglinge nutzen diese Technik seit jeher, um sich warm zu halten.

 

Fett ist nicht gleich Fett

Wissenschaftler unterscheiden zwischen drei verschiedenen Sorten Fett. Weißes Fett ist dabei der unliebsame Dickmacher. Als Hüft- und Bauchfett lagert es sich im Körper ab und dient dem Körper als Energiespeicher für den Notfall – ein Notfall, der Menschen in der westlichen Hemisphäre heute nur noch selten trifft. Braunes Fett findet sich bei Säuglingen und dient als Wärmespender. Friert das Baby, verbrennt es einfach ein bisschen braunes Fett und setzt so Wärmeenergie frei. Erst vor einigen Jahren entdeckten Forscher das sogenannte beige Fett, das sich bei erwachsenen Menschen vor allem unter dem Schlüsselbein befindet. Das beige Fett entsteht aus dem unliebsamen weißen Fett und besitzt einen ähnlich kalorienverbrennenden Wärmeeffekt, wie das braune Fett der Säuglinge.

Braunes und beiges Fett sind sich sehr ähnlich – nicht nur optisch. In den Zellen beider Fettvarianten befinden sich Mitochondrien, die durch Verbrennung von Kalorien reine Wärme erzeugen. Mediziner möchten diesen Effekt nun nutzen, um in Zukunft mit einem einfachen Trick das weiße Fett im menschlichen Körper abspecken zu können. Der Gedanke ist ebenso einfach wie genial: Gelingt es, die weißen Fettzellen im Körper in beigefarbene umzuwandeln, würden Fettpolster einfach abnehmen – und in Körperwärme transformiert werden.

 

Beiges Fett verbrennt Kalorien

Die Studien haben gezeigt, dass Menschen bereits bei Raumtemperaturen von 16 bis 17 Grad damit beginnen, anstatt von weißen Fettzellen beige Energiezellen zu produzieren. Diese Eigenschaft des Stoffwechsels soll nun für einen Trick genutzt werden. Mithilfe eines künstlichen Kälteimpulses soll diese Fettumwandlung angestoßen werden.

Ein bestimmtes Protein – das sogenannte PGC-1alpha4 – wird im Muskel nach einer körperlichen Anstrengung freigesetzt und eben auch im Fett, wenn es kalt ist. Dieses Protein wiederum bewirkt die Freisetzung eines bestimmten Hormons – von den Wissenschaftlern als Metrnl-Hormon bezeichnet –, das dafür verantwortlich ist, dass weißes Fett in beiges verwandelt wird. In Tierversuchen gelang den Forschern bereits die künstliche Stimulation des Abnehm-Proteins durch einen Kälteimpuls auf das Immunsystem, was letztlich dazu führte, dass weißes Fett in beiges Fett transformiert wurde – und Fettzellen in Wärme aufgingen. Ein Abnehmeffekt war eindeutig feststellbar. In der nächsten Studienphase soll das Verfahren an Menschen getestet werden.

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