Ablauf der Geburt: Das sind die 4 Phasen

Bettina Micka Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Eine natürliche Geburt dauert in der Regel zwischen drei und 18 Stunden. Der Ablauf der Geburt ist durch mehrere Phasen gekennzeichnet: Eröffnungsphase, Übergangsphase, Austreibungsphase und Nachgeburtsphase. Die Geburt beginnt, wenn regelmäßige Wehen einsetzen.

Baby nach Geburt
Der Geburtsprozess kann zwischen drei und 18 Stunden dauern Foto:  iStock/alija
Inhalt
  1. Welche Anzeichen kündigen den Ablauf einer Geburt an?
  2. Was passiert in der Eröffnungsphase beim Ablauf einer Geburt?
  3. Was passiert während der Übergangsphase beim Ablauf einer Geburt?
  4. Was passiert während der Austreibungsphase beim Ablauf einer Geburt?
  5. Was passiert während der Nachgeburtsphase beim Ablauf einer Geburt?

Bei einer natürlichen Geburt wird das Kind aus der Gebärmutter ausgestoßen. Dieser Prozess kann zwischen drei und 18 Stunden dauern. Der Ablauf folgt bestimmten Phasen: Dies sind Eröffnungsphase, Übergangsphase, Austreibungsphase und Nachgeburtsphase.

 

Welche Anzeichen kündigen den Ablauf einer Geburt an?

Anzeichen für eine beginnende Geburt sind:

  • der Schleimpfropf vom Gebärmutterhals geht ab,
  • eine Blutung, die sogenannte Zeichnungsblutung,
  • Fruchtwasser geht ab (entweder im Schwall oder tröpfchenweise).

Mit dem Einsetzen regelmäßiger Wehen beginnt die Geburt.

Schwangere Frau mit starken Wehen
Schwangerschaft & Geburt Wie fühlen sich Wehen an?

 

Was passiert in der Eröffnungsphase beim Ablauf einer Geburt?

Die Eröffnungsphase ist die längste Phase der natürlichen Geburt. Bei Erstgebärenden dauert sie meist zwischen zehn und zwölf Stunden. Bei Mehrgebärenden sind es in der Regel sechs bis acht Stunden.

In der Eröffnungsphase treten Wehen (Eröffnungswehen) alle drei bis sechs Minuten auf. Sie bewirken, dass sich der Muttermund öffnet. Der Kopf des Kindes tritt allmählich in den knöchernen Beckenring. Falls die Fruchtblase nicht schon vor Beginn der Geburt gesprungen ist, geschieht dies meist während dieser Eröffnungsphase, die den Ablauf der Geburt einleitet. Drückt der Kopf dann direkt auf den Muttermund, führt das meist zu kräftigeren Wehen und zur Beschleunigung des Geburtsverlaufs.

Die Wehen werden zunehmend stärker und länger, die Pausen kürzer. Am Ende der Eröffnungsphase kommen sie alle zwei bis drei Minuten und dauern jeweils etwa eine Minute an.

Schwangere Frau liegt im Krankenbett
Schwangerschaft & Geburt Muttermund geöffnet: Hinweis auf den Geburtsfortschritt

 

Was passiert während der Übergangsphase beim Ablauf einer Geburt?

Die Übergangsphase zwischen Eröffnungs- und Austreibungsphase kann beim Ablauf einer Geburt auch als eigenständige Geburtsphase betrachtet werden. Sie ist meist kurz – zwischen 20 Minuten und zwei Stunden. Die Übergangsphase beginnt, wenn der Muttermund etwa acht Zentimeter geöffnet ist. Die Wehen sind in dieser Phase oft unregelmäßig und folgen mitunter schnell aufeinander. Übelkeit und Zittern können auftreten. In dieser Phase haben viele Frauen das Gefühl, an ihre Grenzen zu kommen.

 

Was passiert während der Austreibungsphase beim Ablauf einer Geburt?

Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase. Sie dauert bis zu zwei Stunden, kann aber bei Mehrfachgebärenden auch deutlich kürzer sein. Mit jeder Wehe schiebt sich der Kopf des Kindes weiter durch das Becken und dreht sich entsprechend der Anatomie des Geburtsweges. Dann erscheint während einer Wehe der Kopf des Kindes in der Vulva, rutscht aber mitunter in den Wehenpausen wieder zurück. Schließlich verbleibt er auch während der Wehenpausen dort. Die letzten Wehen heißen Presswehen. Die Gebärende hat dann das Bedürfnis, in der Wehe mitzupressen. Die Austreibungsphase endet mit der vollständigen Geburt des Kindes und der Abnabelung.

Frau bei der Geburt in Rückenlage.
Schwangerschaft & Geburt Welche Geburtspositionen gibt es? Ein Überblick

 

Was passiert während der Nachgeburtsphase beim Ablauf einer Geburt?

Ist das Kind auf der Welt, schließt sich die Nachgeburtsphase im Ablauf einer Geburt an. Die Plazenta oder Nachgeburt wird in der Regel nach zehn bis 30 Minuten durch Nachgeburtswehen ausgeschieden. Die Geburtshelfer untersuchen, ob die Plazenta vollständig ist, da in der Gebärmutter zurückgebliebene Reste zu Komplikationen führen können. Zusammen mit der Nachgeburt geht meist eine größere Menge (etwa 300 Milliliter) Blut ab, und der natürliche Ablauf der Geburt ist beendet.

Quellen

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.