Abgeschlagenheit kann auf einen Vitamin-B-Mangel hinweisen

Redaktion PraxisVITA
Pflegende Angehörige
Bei emotionaler Belastung steigt der Bedarf an B-Vitaminen. Wird dieser nicht gedeckt, kommt es zu typischen Erschöpfungssyndromen. Besonders häufig betroffen sind pflegende Angehörige © istock/PeopleImages
Inhalt
  1. Abgeschlagenheit: Ein häufiges Beschwerdebild
  2. Wenn die Abgeschlagenheit anhält
  3. Abgeschlagenheit durch Stress
  4. Welche Symptome gehen mit Abgeschlagenheit einher?
  5. Abgeschlagenheit: Das kann dahinter stecken
  6. Vitamin B-Unterversorgung als Auslöser für Abgeschlagenheit
  7. Warum wir bei Stress mehr Vitamin B benötigen

Die dunkle Jahreszeit ist ein wahrer Krafträuber – ständig fühlen wir uns schlapp und ausgelaugt. Die Ursachen für Abgeschlagenheit sind vielfältig – aber in der Regel harmlos. Meist sind sie harmlos. In einigen Fällen kann allgemeine Schwäche jedoch auf eine behandlungsdürftige Erkrankung hindeuten. Lesen Sie hier, welche Auslöser für Abgeschlagenheit in Frage kommen, warum besonders pflegende Angehörige gefährdet sind und wie Sie das Krankheitssymptom wirkungsvoll behandeln.

 

Abgeschlagenheit: Ein häufiges Beschwerdebild

Wer mehr als sechs Monate unter anhaltender Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten (z.B. Gedächtnisstörungen) leidet, sollte die Beschwerden ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Besonders nach großen emotionalen Belastungen – wie sie beispielsweise bei Personen vorkommen, die ihre kranken Angehörigen zuhause pflegen – treten diese typischen Symptome eines allgemeinen Erschöpfungssyndroms (CFS) häufig auf.

 

Wenn die Abgeschlagenheit anhält

Kennzeichnend für die chronische Erschöpfung, die Mediziner auch als Fatigue bezeichnen, sind neben der anhaltenden oder wiederkehrenden Abgeschlagenheit auch Schlafstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Sehstörungen. Die Anzahl und Schwere der Symptome bei CFS sind allerdings individuell unterschiedlich und können sich im Laufe der Zeit verändern. Lesen Sie hier, wie sich die Fatigue noch äußert.

 

Abgeschlagenheit durch Stress

Stress wird als bedeutender Auslöser des chronischen Erschöpfungssyndroms angenommen. Das Stresshormon Cortisol wird nicht mehr abgebaut und kann dauerhaft die Gefäße schädigen. Wird nicht rechtzeitig behandelt, sind Erschöpfungszustände mit Symptomen bis hin zum Burnout vorherbestimmt.

Durch anhaltenden Stress verliert der Körper die Fähigkeit zur Selbstregeneration und kann auch in Phasen ohne akute Belastung nicht mehr zur Ruhe kommen. Dadurch unterscheidet sich die chronische Erschöpfung von akuter, vorübergehender Abgeschlagenheit, die durch angemessene Erholungsphasen wieder abklingen kann.

 

Welche Symptome gehen mit Abgeschlagenheit einher?

Am Anfang einer Abgeschlagenheit steht meist ein zunächst unerklärlicher Energieverlust. Neben anhaltender Müdigkeit, zunehmendem Energie- und Motivationsmangel, Schlafstörungen und dem Gefühl der Überforderung leiden die Betroffenen unter einer Vielzahl möglicher weiterer Symptome. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

Treten diese Symptome geballt und anhaltend auf, ist es unerlässlich, die Auslöser zu identifizieren.

 

Abgeschlagenheit: Das kann dahinter stecken

Starke Abgeschlagenheit kann als Begleitphänomen zahlreicher Erkrankungen auftreten. Zu den möglichen Ursachen gehören u.a.:

  • Anämien,
  • virale oder bakterielle Infektionen,
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa,
  • Umweltgifte,
  • depressive Verstimmungen bis zur Depression,
  • psychosoziale Faktoren (Überforderung, Druck, Ausgrenzung),
  • Tumorerkrankungen oder
  • Vitamin-B-Mangel.
Abgeschlagenheit
Fehlen dem Körper B-Vitamine, gerät unser gesamter Stoffwechselprozess ins Stocken. Die Folgen: Abgeschlagenheit und anhaltende Müdigkeit © istock/Tom Merton
 

Vitamin B-Unterversorgung als Auslöser für Abgeschlagenheit

Bei einer Unterversorgung mit Vitamin B – insbesondere mit Vitamin B6, B12 und Folsäure (B9) – treten häufig Symptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf. Besonders in Stresssituationen und unter Dauerbelastung steigt der Verbrauch von B-Vitaminen. Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen B12-Mangel durch Stress erhöht wird.

 

Warum wir bei Stress mehr Vitamin B benötigen

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind bei Stress die Aufnahme und Verwertung von Vitamin B12 gestört, da Stress zu einer schlechten Durchblutung der Verdauungsorgane führt und sich die Zusammensetzung unserer Magensäure negativ verändert.

Zum anderen besteht ein hoher Bedarf an Vitamin B12 für die Produktion von Hormonen und Neurotransmittern. Besonders Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin werden in Stresssituationen in großen Mengen ausgeschüttet, wodurch der Verbrauch an Vitamin B12 stark zunimmt.

Bei anhaltendem Stress kann so ein Vitamin-B-Mangel entstehen. Experten raten besonders pflegenden Angehörigen: Sprechen Sie bei schlechtem Allgemeinbefinden mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit, die B-Vitamin-Speicher aufzufüllen. Dazu gibt es verschiedene Mittel zur oralen Einnahme oder auch als Injektion. Die Injektion hat sich bewährt, da die Vitamine direkt in die Blutbahn gelangen und so fast vollständig von den Körperzellen aufgenommen werden können. Wenn wir sie als Tabletten, Tropfen oder ähnliches zu uns nehmen, verstoffwechseln wir nur einen Teil der enthaltenen Nährstoffe. Die Vitamin-Spritze mit einer Wirkstoff-Kombination (z. B. Medivitan i.V.) wird in der Praxis vom Hausarzt verabreicht und wirkt innerhalb kurzer Zeit. 

Abgeschlagenheit durch Stress
Ein Vitamin-B-Mangel kann durch belastende Umstände wie z.B. Stress verursacht werden © istock/danchooalex

Welche Ursachen neben chronischem Stress außerdem zu einer unzureichenden Vitamin-B-Versorgung führen können, lesen Sie hier.

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