Ab wann kommen Frauen in die Wechseljahre?

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Mit den Wechseljahren verbinden viele Frauen das „Alt sein“. Schon ab Anfang 40 bekommen wir Angst, dass es bald losgehen könnte. Doch ab wann kommen Frauen in die Wechseljahre? Von welchen Faktoren hängt das ab?

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Inhalt
  1. Der Eintritt in die Wechseljahre ist vorbestimmt
  2. Wechseljahre: Ab wann bleibt die Regel aus?
  3. Wann sind Wechseljahre möglich?
  4. Wechseljahre ab 30 durch diese Ursachen
  5. Vorzeitige Wechseljahre sind selten

Die gute Nachricht: Es trifft alle Frauen früher oder später. Doch ab wann kommen Frauen meist in die Wechseljahre? Auch wenn es für die letzte Regelblutung keinen festen Termin gibt, erleben Frauen im Durchschnitt zwischen 45 und 55 Jahren die Wechseljahre. Dieser natürliche Prozess setzt ein, wenn die Eierstöcke allmählich weniger Geschlechtshormone produzieren und der Eisprung häufiger ausbleibt. Ungefähr die Hälfte der Frauen erlebt ihre letzte Regelblutung mit 52 Jahren.

Die Wechseljahre können aber auch früher eintreten, wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen.

 

Der Eintritt in die Wechseljahre ist vorbestimmt

… und zwar seit der Geburt. Frauen kommen bereits mit allen Eizellen, die sie jemals haben werden, auf die Welt. Bei der Geburt verfügt der weibliche Körper ungefähr über zwei Millionen Eizellen. Bis zur ersten Regelblutung in der Pubertät ist die Anzahl schon auf ca. 400.000 Eizellen gesunken und nimmt im Laufe der fruchtbaren Zeit kontinuierlich ab. Wir brauchen also bis zu den Wechseljahren das auf, was wir haben.

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Wechseljahre: Ab wann bleibt die Regel aus?

Die Reserve an Eizellen nimmt mit dem Beginn der ersten Periode um ungefähr 1.000 Eizellen pro Monat ab. Neigt sich dieser Vorrat an Eizellen dem Ende zu, stellen die Eierstöcke langsam ihre Produktion des weiblichen Hormons Östrogen ein. Sobald keine Eizellen mehr zur Verfügung stehen, setzt die Menopause, also die letzte Monatsblutung ein. Dass es die letzte Blutung war, kann man allerdings erst später beurteilen. Denn erst wenn Frauen mindestens zwölf Monate lang keine Regelblutung mehr hatten, war die letzte Blutung die Menopause.

Die Menopause tritt bei den meisten Frauen in den westlichen Industrieländern ab einem Alter von ungefähr 50 Jahren ein. Ab diesem Zeitpunkt können sie nicht mehr auf natürlichem Wege schwanger werden. Bereits vor der Menopause zeigen sich oft Symptome der Wechseljahre wie unregelmäßige Blutungen oder Hitzewallungen.

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Wann sind Wechseljahre möglich?

Sehr selten beginnt der Wechsel der fruchtbaren zur unfruchtbaren Zeit schon bei jüngeren Frauen. Veränderungen und Beschwerden können schon in einem Alter von ungefähr 35 Jahren auftreten. Mediziner sprechen dann von vorzeitigen Wechseljahren oder „Klimakterium praecox“.

Ab wann beginnen die Wechseljahre frühestens?

Es gibt Frauen, die bereits vor dem 35. Lebensjahr in die Wechseljahre kommen. Entweder verfügen sie von Geburt an über eine geringere Anzahl an Eizellen. Oder es gibt andere Ursachen, die dafür sorgen, dass die Wechseljahre vorzeitig auftreten.

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Wechseljahre ab 30 durch diese Ursachen

Mögliche Ursachen für einen schnelleren Verbrauch der Eizellen sind:

  • Eintritt der ersten Regel vor dem 11. Lebensjahr
  • Verfrühte Wechseljahre bei der Mutter
  • Keine Schwangerschaften, Stillzeiten oder hormonelle Verhütung
  • Rauchen
  • Unterernährung (Magersucht, Bulimie)
  • Leistungssport

Aber auch Erkrankungen wie Krebs mit Bestrahlungs- und Chemotherapie, Autoimmun- oder Viruserkrankungen sowie Stoffwechselstörungen können verfrühte Wechseljahre auslösen.

 

Vorzeitige Wechseljahre sind selten

Je mehr dieser Faktoren zusammenkommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit früher in die Wechseljahre zu kommen. Bei manchen Frauen sind schon mit Ende 30 die Eizellen in den Eierstöcken verbraucht, auch wenn das selten der Fall ist. Nur bei einem Prozent der Frauen ist die Funktion der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr eingestellt, wie die Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. berichtet. Und nur bei 0,3 Prozent vor dem 35. Lebensjahr.

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Frühe Menopause hängt von der eigenen Mutter ab

Frauen sollten die eigene Mutter befragen, wann sie in die Wechseljahre kam und wie diese verliefen. Denn der Beginn der Menopause soll zwischen 40 und 85 Prozent mit der genetischen Disposition zusammenhängen. In manchen Familien tritt das „Klimakterium praecox“ gehäuft auf, was auf eine genetische Komponente schließen lässt.

Auch das Verhalten der Mutter in der Schwangerschaft soll eine Rolle spielen, da bereits als Embryo die Anzahl der Eizellen festgelegt wird. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft Risikofaktoren ausgesetzt war, kann sich das auch auf die Eizellen des Kindes auswirken. Litt sie in der Schwangerschaft an Mangelernährung, hat sie geraucht oder musste sie bestrahlt werden? Dann kann das auch die Fruchtbarkeit des Embryos beeinflussen und die Wechseljahre können früher eintreten. Ab wann Frauen in die Wechseljahre kommen wird stark von der eigenen Mutter und ihrer hormonellen Geschichte beeinflusst.

Quellen:

Wechseljahre und Wechseljahresbeschwerden, in: frauenaerzte-im-netz.de

Vorzeitige Wechseljahre, in: menopause-gesellschaft.de

 

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