9. SSW: Die erste große Vorsorgeuntersuchung steht an

Christina Liersch
Frau in 9. SSW
Zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche steht die erste Vorsorgeuntersuchung beim Arzt an. © istock/AndreyPopov
Inhalt
  1. Was passiert in der 9. SSW in meinem Körper?
  2. Schwangerschaftssymptome in der 9. SSW
  3. Wie entwickelt sich der Embryo in der 9. SSW?
  4. 9. SSW: Erste große Vorsorgeuntersuchung
  5. 9. SSW: Darauf sollten Sie achten

Mit der neunten Schwangerschaftswoche bricht der dritte Schwangerschaftsmonat an. PraxisVita erklärt, was sich bei werdenenden Müttern und ihrem Kind verändern.

 

Was passiert in der 9. SSW in meinem Körper?

In der 9. Schwangerschaftswoche durchlaufen der Körper einer werdenden Mutter und des ungeborenen Kindes weitere wichtige Veränderungen. Die Plazenta ist nun fast vollständig ausgebildet und die Gebärmutter hat inzwischen etwa die Größe eines Tennisballs erreicht. Zudem sollte jetzt die andauernde Müdigkeit der letzten Wochen langsam wieder nachlassen. Viele werdende Mütter fühlen sich insgesamt wieder etwas fitter. Auch andere Schwangerschaftsbeschwerden, die in den ersten Wochen typisch waren, können abnehmen. Dafür können andere hinzukommen oder sich verstärken.

Ein neues Symptom kann vermehrter Haarausfall sein, den einige Schwangere ab der 9. SSW bemerken. Aber keine Sorge: Das Problem verschwindet in den meisten Fällen nach ein paar Wochen wieder. Oder tritt bei manchen Frauen erst nach der Geburt auf, wenn sich der Hormonhaushalt erneut verändert. Einige Schwangere bekommen aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels sogar volleres Haar.

Schwangere Frau mit Tochter wuscheln mit ihren Haaren
Nicht immer fallen die Haare aus. Oft werden sie sogar voller. © iStock/xavierarnau

Auch der Geschmackssinn verändert sich bei einigen Frauen in der 9. SSW noch einmal merklich. Was in den letzten Wochen lecker war, kann plötzlich ungenießbar sein. Einige Schwangere neigen jetzt auch zu ungewöhnlichen Lebensmittelkreationen, etwa die berühmte Saure-Gurken-Schokocreme-Kombination. Auch der Geruchssinn schärft sich in dieser Zeit. Viele sonst unproblematische Gerüche können jetzt Ekel bis hin zu Brechreiz auslösen.

Bei Schwangeren, die an Morgenübelkeit leiden, könnte es sein, dass diese in der 9. Schwangerschaftswoche noch schlimmer wird. Bei vielen Frauen erreicht die Übelkeit jetzt nämlich ihren Höhepunkt, da das Schwangerschaftshormon HCG seinen Höchststand erreicht. Es gibt aber auch Frauen, die von dieser unangenehmen Nebenwirkung fast gänzlich verschont werden.

 

Schwangerschaftssymptome in der 9. SSW

  • Haarausfall
  • Schwangerschaftsakne
  • Heißhunger auf ungewöhnliche Lebensmittelkombinationen 
  • Veränderter Geschmackssinn
  • Ekel bis hin zu Brechreiz bei bestimmten Lebensmitteln oder Gerüchen
  • Morgenübelkeit
  • Verstopfung und Blähbauch 

Die Symptome der ersten Schwangerschaftswochen sind für viele werdende Mütter zwar unangenehm, geben ihnen aber die Sicherheit, tatsächlich schwanger zu sein. Verschwinden die körperlichen Auffälligkeiten plötzlich ganz oder überwiegend in der 9. SSW, machen sich manche Frauen große Sorgen, dass etwas nicht stimmt. Ein Abklingen der Symptome muss gar nichts heißen. Scheuen Sie sich dennoch nicht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Ihre Ängste zu sprechen und sich im Zweifelsfall untersuchen zu lassen.

 

Schwangere Frau

© iStock/AleksandarNakic

Hier finden Sie alle Schwangerschaftswochen auf einen Blick!

 

Wie entwickelt sich der Embryo in der 9. SSW?

Mit dem Ende der 9. SSW beginnt die sogenannte Fetalphase. Ab jetzt heißt der kleine heranwachsende Mensch nicht mehr Embryo, sondern Fötus oder Fetus. Der ist in dieser Schwangerschaftswoche schon rund zwei Zentimeter groß.

Der Fötus kann nun schon ziemlich aktiv sein. Die Arme und Beine bewegen sich. Langsam zeichnen sich die Handgelenke ab, die Häutchen zwischen den Zehen bilden sich zurück und das Gehirn wird nun von den Schädelknochen geschützt. Diese Knochen sind jedoch noch relativ lose, da das Gehirn Platz braucht, um weiter zu wachsen. Langsam bilden sich auch die einzelnen Teile des Gehirns heraus - bereit, die ihnen zugedachten Aufgaben wie Hören, Sehen oder Schmerzempfinden zu übernehmen.

Mund und Lippen sind in der 9. SSW in der Regel bereits vollkommen geformt, langsam entwickeln sich auch der Sehnerv und die Pupillen. Außerdem entstehen jetzt die Blase und Harnröhre und das kleine Schwänzchen am Steiß verschwindet.

Graphische Darstellung Fötus in der 9. Schwangerschaftswoche
Der Fötus ist jetzt schon sehr aktiv und wächst täglich ca. 1mm. © iStock/Eraxion
 

9. SSW: Erste große Vorsorgeuntersuchung

Die 9. SSW ist längst nicht nur wegen der Veränderungen im Körper der werdenden Mutter und des Fötus spannend. Zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche kann die Schwangere auch zur ersten großen Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Gynäkologen gehen. Dabei schaut der Arzt sich via Ultraschall den kleinen, inzwischen möglicherweise äußerst aktiven, Fötus an. Er überprüft die Größe, Lage, Bewegung und Herzaktivität des kleinen Menschen und untersucht, wie sich Gehirn, Organe und Gliedmaßen entwickeln. Der Arzt kann jetzt feststellen, ob die Mutter möglicherweise Zwillinge erwartet. Die Ultraschallbilder händigt der Arzt der Mutter im Anschluss meist aus.

Das untersucht der Arzt bei der ersten großen Vorsorgeuntersuchung:

  • Gewicht und Blutdruck der Schwangeren
  • Urin
  • Hämoglobingehalt
  • Lage der Gebärmutter
  • Größe (Steiß-Scheitel-Länge), Lage, Bewegung und Herzaktivität des Fötus
  • Entwicklung von Gehirn, Gliedmaßen und Organen des Fötus
 

9. SSW: Darauf sollten Sie achten

In dieser Entwicklungsphase des Gehirns sind die Nerven Ihres Babys besonders anfällig für Giftstoffe. Sie sollten nun unbedingt auf Alkohol, Zigaretten und Co. verzichten - wenn der Konsum nicht bereits, wie empfohlen, im Vorfeld einer geplanten Schwangerschaft eingestellt wurde. Andernfalls kann es zu bleibenden Schäden beim Kind kommen. Eingeschränktes Bewegungsvermögen der Arme und Beine ist nur eine der möglichen Folgen. Gehen Sie also Ihrem ungeborenen Kind zuliebe keine unnötigen Risiken ein.


 

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