7 überraschende Gründe für Nachtschweiß

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Nachtschweiß
Sofern er nur manchmal auftritt, ist Nachtschweiß ungefährlich. Wer allerdings zwei- bis dreimal wöchentlich wegen schweißgetränkter Bettwäsche aufwacht, sollte sich untersuchen lassen © iStock

Wacht man nachts häufiger auf, weil der Pyjama oder die Bettwäsche feucht ist, ist das ein Zeichen für anhaltenden Nachtschweiß, der gesundheitlich bedingt sein kann. PraxisVITA stellt überraschende Ursachen für Nachtschweiß vor.

Wer hin und wieder nachts wach wird, weil ihm zu heiß ist und er leicht schwitzt, muss sich keine Sorgen machen. Das ist völlig normal und in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Anders sieht es aus, wenn wir öfter – das heißt mindestens zwei- bis dreimal pro Woche – wach werden, weil der Pyjama oder die Bettwäsche völlig nassgeschwitzt sind. Denn ein solcher sogenannter Nachtschweiß kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hindeuten und sollte daher ärztlich abgeklärt werden. Im Artikel „Wie verläuft bei Nachtschweiß die Behandlung?“ erfahren Sie außerdem, was Sie gegen das Phänomen tun können.

 

Ein häufiger Grund für Nachtschweiß: Wechseljahre

In den Wechseljahren ist Nachtschweiß ein häufiges Symptom: Eine US-Studie zeigte, dass rund 36 Prozent der Frauen in den Wechseljahren häufig, also mindestens zwei- bis dreimal pro Woche, unter Nachtschweiß litten – der durch den Konsum von Alkohol noch verschlimmert wurde. Demnach reichte bereits ein Drink am Tag, um die Häufigkeit von Nachtschweiß zu erhöhen. Das Risiko stieg laut der Studie außerdem bereits in der sogenannten Perimenopause, also rund ein bis zwei Jahre vor den Wechseljahren, deutlich an.

Allerdings ist die Menopause nicht der einzige Grund für häufigen Nachtschweiß. Diese sieben möglichen Ursachen sollten Sie außerdem kennen:

 

1. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen

Eine Studie aus dem Jahr 2014 belegt, dass Frauen mittleren Alters, die häufig Nachtschweiß erleben, ein erhöhtes Risiko für eine Herzerkrankung haben. Außerdem wurde festgestellt, dass Frauen mit einem erhöhten BMI, hohem Blutdruck oder Diabetes häufiger unter Nachtschweiß litten.

 

2. Ihr Körper bekämpft eine Infektion

Das Immunsystem läuft während der Bekämpfung einer Krankheit auf Hochtouren. Nachtschweiß kann eines der Symptome für die harte Arbeit des Immunsystems sein –auch noch Tage oder sogar Wochen, nachdem die letzten Krankheitsanzeichen wie beispielsweise Fieber und Husten nach einer Erkältung abgeklungen sind.

 

3. Sie haben eine Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion produziert die Schilddrüse mehr Hormone, als der Körper benötigt. Zu den Symptomen des Hormonungleichgewichts zählen beispielsweise Reizbarkeit, unruhiger Schlaf – und Nachtschweiß. Wer diese Anzeichen bei sich feststellt, sollte beim Arzt einen Test machen lassen. Durch eine medikamentöse Behandlung kann das Gleichgewicht des Hormonhaushalts wieder hergestellt werden.

 

4. Sie nehmen bestimmte Medikamente ein

Bei vielen Medikamenten ist Nachtschweiß eine typische Nebenwirkung. Besonders häufig kommt das bei Antidepressiva vor sowie bei Arzneimitteln, die in den Hormonhaushalt eingreifen (beispielsweise Krebsmedikamente). Betroffene sollten daher mögliche Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel kontrollieren und gegebenenfalls auf ein anderes Medikament ausweichen.

 

5. Ihr Immunsystem spielt verrückt

Bei einer sogenannten Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Einige dieser Krankheiten, beispielsweise Systemischer Lupus erythematodes oder auch rheumatoide Arthritis, können Nachtschweiß verursachen.

 

6. Sie könnten eine genetische Mutation haben

Eine Studie konnte einen Zusammenhang zwischen Symptomen wie Nachtschweiß und Hitzewallungen mit der Mutation einer bestimmten Genvariation bei Frauen zeigen. Diese beeinflusst die Hormonsteuerung des Gehirns und hat Einfluss auf eine eventuelle Unfruchtbarkeit und eine verspätete Pubertät. Zwar sei es laut Studienautorin Carolyn Crandall zu früh, um spezifische gesundheitliche Probleme auf die Genmutation zurückzuführen, weitere Forschung in dieser Richtung sei aber bereits in Arbeit.

 

7. Sie könnten unter Tumoren leiden

Es gibt einige Krebsarten, beispielsweise Lymphdrüsenkrebs, die Nachtschweiß verursachen. Dabei ist der Nachtschweiß oft nur eines von mehreren Anzeichen, die zusammen auftreten. Wer beispielsweise auch unter plötzlichem starken Gewichtsverlust, andauernder Müdigkeit und vergrößerten Lymphknoten leidet, sollte sich von seinem Arzt unbedingt auf Lymphdrüsenkrebs untersuchen lassen.

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