7 Symptome, die Sie nicht ignorieren sollten

Hinter Halsschmerzen kann auch Scharlach stecken
Hören Sie auf Ihren Körper. Hinter Halsschmerzen kann auch Scharlach stecken © Fotolia

Bei uns allen zwickt's mal hier und mal da – und meist steckt auch nichts Schlimmes dahinter. Doch manchmal können scheinbar harmlose Wehwehchen ernste Ursachen haben.

Keine Frage: Nicht mit jedem Zipperlein müssen Sie gleich zum Arzt. Doch es gibt Beschwerden, die Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Denn hinter ihnen können sich schwere Erkrankungen verstecken. Die Hintergründe erklären der Dresdner Kardiologe Dr. Rolf Dörr (53) und der Hamburger Allgemeinmediziner Dr. Dietrich Lau (64).

 

1. Halsschmerzen

Sie glauben: Sie haben sich eine fiese Erkältung eingefangen.

Was auch dahinter stecken könnte: Scharlach - macht nämlich auch vor Erwachsenen nicht Halt! Per Rachenabstrich und Schnelltest sucht der Arzt nach Streptokokken und schaut, ob Ihre Zunge himbeerfarben ist und Sie am Körper Ausschlag haben. Ist der Test positiv, müssen Sie ein Antibiotikum nehmen. Wird nicht behandelt, können Herz, Nieren, Gelenke und Gehirn geschädigt werden.

 

2. Kurzatmigkeit

Sie glauben: Ich habe einfach keine Kondition und muss mal wieder Sport machen.

Was auch dahinter stecken könnte: Eine Herzmuskelschwäche. "Ein Kardiologe prüft, ob Sie zu den 10 Millionen Deutschen gehören, die darunter leiden. Denn die Folgen können lebensbedrohlich sein", sagt Herzspezialist Dörr. Je nach Ursache helfen Medikamente (ACE-Hemmer, Betablocker).

 

3. Nasenbluten

Sie glauben: Sie haben zu stark ins Taschentuch geschnaubt.

Was auch dahinter stecken könnte: Bluthochdruck, der für eine zu starke Durchblutung der Nasenschleimhaut sorgt. Eine Messung über 24 Stunden (mit mobilem Gerät) verrät, ob die Werte dauerhaft erhöht sind (über 140/90 mmHg). "Dies kann zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen", warnt Dörr. Gewichtsreduktion, Bewegung, salzarme Ernährung, Nikotin- und Alkoholverzicht helfen. Reicht das nicht, kommen Blutdrucksenker zum Einsatz.

 

4. Bauchgrummeln

Sie glauben: Zu viel oder zu hastig gegessen zu haben.

Was auch dahinter stecken könnte: Eine Milchzuckerunverträglichkeit. Dann kann Ihr Körper die in Kuhmilch enthaltene Laktose nicht abbauen. "Verzichten Sie ein paar Tage auf Milchprodukte. Dann trinken Sie ein Glas Kuhmilch. Setzen Magenschmerzen und Durchfall ein, leiden Sie möglicherweise an einer Laktose-Intoleranz", sagt Dr. Lau. Ein Test beim Arzt bringt Klarheit. Meiden Sie die Auslöser oder steigen Sie auf laktosefreie Milch um, denn die Krankheit ist nicht heilbar.

 

5. Schweißausbrüche

Sie glauben: Sie haben sich überanstrengt oder sind in den Wechseljahren.

Was auch dahinter stecken könnte: Eine Schilddrüsen-Überfunktion. Nach Blutentnahme analysiert ein Labor Ihren Hormonhaushalt. So wird geprüft, ob diese krankhaft verändert sind. Eine Ultraschall-Untersuchung entlarvt eine Vergrößerung des Organs. Durch Medikamente wird die Produktion der Hormone gezügel. Nach ein paar Monaten normalisiert sich der Stoffwechsel meist, die Beschwerden klingen ab. Nur selten ist eine Operation nötig. Jodsalz und Seefisch wirken vorbeugend.

 

6. Müdigkeit

Sie glauben: Dauerstress geht an Ihre Kraftreserven.

Was auch dahinter stecken könnte: Diabetes. Per Blutzuckermessgerät stellt der Hausarzt fest, ob der Wert über 100 Milligramm pro Deziliter Blut liegt. "In dem Fall schüttet Ihr Körper nicht genug Insulin aus, ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt", erklärt Dr. Lau. Achten Sie auf gesunde Ernährung und viel Bewegung. Eventuell werden blutzuckersenkende Medikamente (sogenannte Antidiabetika) oder Insulin verabreicht.

 

7. Rückenschmerzen

Sie glauben: Sie hätten sich verhoben oder zu schwer getragen.

Was auch dahinter stecken könnte: Nierensteine, die in den Harnleiter wandern und Koliken auslösen. Der Hausarzt untersucht die Nieren auf Druck- und Klopfschmerz und prüft den Urin auf Blut oder Infektionen. Eventuell wird ein Urologe hinzugezogen. Zum Ausspülen der Nierensteine müssen Sie 2 bis 3 Liter Wasser täglich trinken, krampflösende Medikamente nehmen und sich viel bewegen. Manchmal werden die Ablagerungen medikamentös gelöst oder durch Ultraschall zertrümmert. Bleiben sie unentdeckt, kann es zu Harnwegs-Infekten oder sogar Nierenversagen kommen.

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