7 Dinge, die Kinder dick machen

Redaktion PraxisVITA

Werbung für ungesunde Speisen verleitet Kinder dazu, mehr zu essen, zeigt eine aktuelle britische Studie. Wir verraten sechs weitere überraschende Dickmacher für Kinder, mit denen Sie nie gerechnet hätten.

In einer großen Metastudie fanden Wissenschaftler der University of Liverpool heraus, dass Fernsehwerbung für ungesunde Nahrungsmittel das Essverhalten von Kindern beeinflusst.

Die Wissenschaftler werteten 22 Studien aus, die sich mit dem Thema beschäftigten. Die Analyse ergab: In den Experimenten brachten Werbespots für ungesundes Essen Kinder dazu, deutlich mehr zu essen, Erwachsene dagegen nicht.

Eltern sollten demnach darauf achten, dass ihre Kinder möglichst keine Werbung ansehen oder zumindest nicht währenddessen oder gleich im Anschluss eine Mahlzeit einnehmen.

 

Übergewicht der Eltern

Das Gewicht der Eltern hat Einfluss auf das Übergewichts-Risiko des Nachwuchses – und das schon vor der Geburt. Das zeigt eine dänische Studie, die 2015 durchgeführt wurde. Demnach verändert Übergewicht das Erbgut in den Spermien des Vaters so, dass das Kind später ein erhöhtes Risiko hat, ebenfalls übergewichtig zu werden.

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Schon kurze Fernsehzeiten können Kinder dick werden lassen – es kommt auf den Sendeinhalt an© Fotolia
 

Zu langes Aufbleiben

Eine Harvard-Studie mit mehr als 1.000 Kindern ergab 2014, dass Schlafmangel die Entstehung von Übergewicht begünstigt. Die Wissenschaftler befragten die Eltern der Kinder nach deren Schlafgewohnheiten und ermittelten ihren Body-Mass-Index (BMI). Sie stellten fest, dass die Kinder, die den wenigsten schliefen, mit sieben Jahren 2 ½ mal so häufig übergewichtig waren wie Altersgenossen, die genügend Schlaf bekamen. Als ausreichende Schlafmenge galten folgende Richtwerte:

  • Sechs Monate bis zwei Jahre: zwölf oder mehr Stunden pro Tag
  • Drei bis vier Jahre: zehn oder mehr Stunden pro Tag
  • Fünf bis sieben Jahre: neun oder mehr Stunden pro Tag
 

Frühstück ausfallen lassen

Wenn Kinder morgens ohne Frühstück das Haus verlassen, macht sie das nicht etwa schlank, sondern dick – das zeigte 2014 eine Studie mit rund 8.800 Kindern aus acht europäischen Ländern. Demnach haben Kinder zwischen sechs und neun Jahren, die regelmäßig frühstücken, deutlich häufiger normale Cholesterinwerte und ein gesundes Gewicht als Altersgenossen, die das Frühstück ausfallen lassen. Laut Experten trägt die regelmäßige Mahlzeit zum einen dazu bei, dass die Blutfettwerte besser reguliert werden, zum anderen fördert sie körperliche Aktivität. Außerdem neigen Kinder, die nicht zu Hause frühstücken, eher dazu, später am Tag zu fett- und zuckerhaltigen Snacks zu greifen.

 

Antibiotika

Eine 2014 durchgeführte US-amerikanische Studie kam zu dem Ergebnis, dass häufige Antibiotika-Einnahmen in den ersten Lebensjahren Übergewicht fördern. Demnach haben Kinder, die in ihren ersten beiden Lebensjahren viermal oder öfter Antibiotika einnehmen, ein um elf bis 16 Prozent erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden. Der Grund ist laut Vermutung der Wissenschaftler, dass Antibiotika die Darmflora schädigen, die wiederum das Körpergewicht beeinflusst. Welche pflanzlichen Alternativen zu Antibiotika gegen typische Beschwerden helfen, erfahren Sie hier. Im Interview erklärt die Kinderärztin Nadine Hess den richtigen Umgang mit Antibiotika bei Kindern.

 

Keine Geschwister

Ein europäisches Forscherteam fand 2012 in einer Studie heraus, dass Einzelkinder um mehr als 50 Prozent häufiger übergewichtig sind als Kinder mit Brüdern oder Schwestern. Die Wissenschaftler werteten dazu Daten von 12.700 Kindern aus ganz Europa aus. Selbst wenn andere Risikofaktoren wie Geburtsgewicht, Gewicht der Eltern berücksichtigt wurden, blieb der Zusammenhang zwischen Gewicht und Anzahl der Kinder in der Familie erhalten. Ein möglicher Grund: Auf die Bedürfnisse von Einzelkindern gehen Eltern stärker ein, da sie ihre Aufmerksamkeit nicht mehreren Kindern gleichzeitig widmen müssen. So haben Einzelkinder mehr „Macht“, ihre Wünsche (beispielsweise nach bestimmten Lebensmitteln) durchzusetzen.

 

Smartphones

Eine Studie konnte zeigen, dass die Nutzung elektronischer Geräte an drei oder mehr Stunden pro Tag das Übergewichts-Risiko für Kinder um bis zu 44 Prozent erhöht. Smartphones sind dabei besonders „gefährlich“ – denn diese werden von den Kindern erstens besonders ausgiebig genutzt, und zweitens können Eltern die Nutzung weit weniger überwachen als beispielsweise die Fernsehzeit.

Hamburg, 27. Januar 2016

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