7 überraschende Durchfall-Auslöser

Redaktion PraxisVITA

Immer wiederkehrender Durchfall ist eine große Belastung für Betroffene. Doch in den meisten Fällen lässt er sich leicht vermeiden – wenn die Ursache bekannt ist. Doch in einigen Fällen kommen die Betroffenen selbst gar nicht auf den Auslöser des Durchfalls – weil der Zusammenhang zunächst nicht offensichtlich ist.

Video Platzhalter

Durchfall durch Schlafmangel, Stress oder Kaugummi – viele Durchfall-Auslöser sind so überraschend, dass Betroffene zunächst gar nicht auf die Idee kommen, sie mit ihren Beschwerden zu verbinden. Belastend wird es, wenn der Durchfall immer wiederkehrt, ohne, dass die Ursache geklärt ist. Überraschende Durchfall-Gründe sind:

 

1. Durchfall durch Stress

Menschen mit Depressionen oder Angststörungen leiden häufiger an chronischem Durchfall als der Durchschnitt. Der Grund dafür liegt Experten zufolge in der engen Verbindung zwischen Gehirn und Darm: Der Darm ist mit einem komplexen Nervensystem ausgestattet. Über dieses System kommuniziert er mit dem Gehirn und nimmt negative Reize wahr, die ihn „in Aufruhr“ bringen können. So können Antidepressiva in einigen Fällen die Symptome eines Reizdarms lindern. Dazu kommt: Wer ängstlich, depressiv oder gestresst ist, hat einen erhöhten Spiegel des Stresshormons Cortisol. Dieses bewirkt, dass alle körperlichen Funktionen – eingeschlossen die Verdauung – beschleunigt werden. Neben Antidepressiva können Entspannungstechniken wie Yoga dabei helfen, stimmungsbedingten Durchfall zu bekämpfen.

Haferschleim, Teetasse und Banane auf einem Tisch
Gesunde Ernährung Schonkost bei Durchfall

 

2. Durchfall durch Schlafmangel

Wer ständig seine innere Uhr „verstellt“, bringt auch sein Verdauungssystem durcheinander. Das kann beispielsweise bei Menschen im Schichtdienst passieren: Denn der Körper versucht immer wieder, sich auf den neuen Rhythmus einzustellen. Besonders dem Darm machen diese ständigen „Mini-Jetlags“ zu schaffen – die Folge ist häufig Durchfall. Der kann auch durch zu wenig Schlaf entstehen: Denn auf Schlafentzug produziert der Körper mehr Cortisol – das wiederum die Verdauung beschleunigt. Das beste Rezept: Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht – und wenn möglich eine regelmäßige Schlafenszeit.

 

3. Durchfall durch Kaugummi

Wenn „zuckerfrei“ auf der Kaugummipackung steht, ist Vorsicht geboten. Denn dahinter könnte ein versteckter Durchfallauslöser stecken: Das sogenannte Sorbit ist ein Süßungsmittel, das als Zuckerersatz eingesetzt wird. Studien belegen eine abführende Wirkung des Stoffes.

Eine Frau sitzt auf Toilette und hat Bauchkrämpfe
Symptome & Beschwerden Schleimiger Durchfall: Welche Ursachen sind möglich?

 

4. Durchfall durch Sport

Durchfall ist unter Extremsportlern weit verbreitet, zeigen Studien. Doch auch bei Amateursportlern kann das regelmäßige Training abführend wirken. Der Grund: Bei starker Anstrengung greift der Körper auf Blutreserven aus dem Verdauungstrakt zurück, um die Muskeln ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Das kann zu Krämpfen und Durchfall führen. Doch der Trainings-Durchfall ist vermeidbar: Trinken Sie vor und während des Trainings viel Wasser und nehmen Sie sechs Stunden vor dem Workout kein Koffein sowie keine fett- oder ballaststoffreichen Lebensmittel zu sich.

 

5. Durchfall durch Getreide

Wer außer an häufigem Durchfall auch regelmäßig an Blähungen leidet und sich schnell müde und schlapp fühlt, leidet möglicherweise an einer Gluten-Unverträglichkeit: Dabei zeigt der Körper eine Überreaktion auf das Klebereiweiß Gluten, das in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste enthalten ist. Nehmen Betroffene Getreide zu sich, bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Zellen des Dünndarms, die eine Entzündung der Schleimhaut bewirken. Ist eine Gluten-Unverträglichkeit die Durchfall-Ursache, verschwinden die Symptome, wenn Getreide, das diesen speziellen Klebereiweiß enthält, vom Speiseplan gestrichen wird.

 

6. Durchfall durch Kaffee

Koffein macht nicht nur das Gehirn wach und aktiv, sondern auch den Darm: Es regt die Nervenzellen dazu an, aktiver zu kommunizieren mit der Folge, dass die Verdauung beschleunigt wird. Wer den Verdacht hat, dass ein hoher Kaffeekonsum hinter wiederkehrendem Durchfall steckt, sollte versuchen, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke kurzzeitig wegzulassen, um zu sehen, ob dann eine Besserung eintritt.

 

7. Zu viel gegessen: Durchfall als Folge?

Durchfall nach einer üppigen Mahlzeit tritt häufig dann auf, wenn das Essen sehr fettig war. Denn dann kann es passieren, dass der Magen mit dem Vorverdauen der Fettmoleküle aus der Nahrung überfordert ist und diese „unverarbeitet“ in den Darm gelangen. Die Folge kann dann flüssiger Stuhl sein.

Frau hält sich ihre Hände schützend vor den Bauch
Symptome & Beschwerden Fettstuhl: So entsteht er

 

Plötzlicher Durchfall: Ursache ist meist ein Infekt

Bei Durchfall, der sehr plötzlich auftritt und nur wenige Tage anhält, handelt es sich meist um einen Magen-Darm-Infekt, in der Regel eine Infektion mit Viren oder Bakterien.

 

Ständig Durchfall: Gründe abklären lassen

Wer die obenstehenden Gründe für seine wiederkehrende Durchfälle ausschließen kann, sollte die Durchfall-Auslöser von einem Arzt abklären lassen, um eine passende Therapie zu finden.

Quellen:

Causes of chronic diarrhea and how to treat it, in: medicalnewstoday.com

Stress diarrhea: Signs and management, in: medicalnewstoday.com

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.