5 Gründe, warum violette Lebensmittel so gesund sind

Redaktion PraxisVITA
Violette Süßkartoffel
Die violette Färbung bedeutet, dass das Lebensmittel starke Anthocyane enthält. © iStock

Schöne Haut, eine schlanke Taille und gesunde Zellen? Dafür brauchen Sie kein Wunder, sondern einfach nur eine Farbe: Violett

Essen Sie weniger Kohlenhydrate, meiden Sie Zucker, verzichten Sie auf Fett, zählen Sie Ihre Kalorien ... die Liste ist endlos. Manchmal kann einem der Versuch, sich gesund zu ernähren wie ein Vollzeitjob vorkommen. Dabei geht es auch ganz einfach: Essen Sie in Zukunft mehr Lebensmittel, die violett sind.

Egal ob Blumenkohl, Spargel, Süßkartoffeln oder Karotten – lilafarbene Nahrungsmittel findet man inzwischen überall. Sie werden immer populärer und das aus gutem Grund!

Denn Lebensmittel mit dieser Färbung zeichnen sich durch eine große Nährstoffdichte und einen hohen Anteil an Antioxidantien aus. Diese bekämpfen freie Radikale (Zellgifte) und können helfen, bereits Krankheiten zu lindern oder diese zu aufzuhalten. Durch die Abwehr von Zellschäden wird Antioxidantien auch eine Verlangsamung des Alterungsprozesses zugeschrieben.

 

Warum sind die Lebensmittel violett?

Für die starke Lila-Farbe sind sogenannte Anthocyane verantwortlich. Sie gehören zu den wichtigsten Antioxidantien und schützen die Pflanze vor dem UV-Licht der Sonne. Zudem binden sie Zellgifte. Anthocyane sollen beim Menschen neben der antioxidativen Wirkung außerdem für eine Verbesserung der Sehkraft sorgen sowie entzündungshemmend und gefäßschützend wirken. Aus diesem Grund raten auch immer mehr Ernährungswissenschaftler dazu, lilafarbene Lebensmittel zu sich zu nehmen. Auch viele Prominente schwören auf die sogenannte „Lila-Diät“. Sängerin Mariah Carey will so nach der Geburt ihrer Zwillinge ihr Gewicht zurückbekommen haben.

 

Was können die violetten Lebensmittel?

1. Krebs bekämpfen

Mehrere Studien haben gezeigt, dass der in violetten Nahrunsmitteln vorkommende Farbstoff Anthocyan vor Krebs schützen kann. So wies eine im Jahr 2010 erschienene Studie aus Portugal nach, dass der Farbstoff in Heidelbeeren das Wachstum von Brsutkrebszellen hemmen kann. Den selben Effekt konnte vier Jahre später eine chinesische Studie nachweisen. Sie untersuchte die Wirkung von Anthocyanine in schwarzem Reis. Offenbar schützen Heidelbeeren aber auch vor Prostatkrebs. Eine amerikanische Studie konnte zeigen, dass durch die Inhaltsstoffe der Beeren Prostatakarzinome am Wachsen gehindert wurden. Eine ebenfalls in den USA erschienene Studie wies nach, dass violetter Reis Darmkrebs verhindern kann.

2. Falten vorbeugen

Im Laufe unseres Lebens schädigen UVA- und UVB-Strahlen der Sonne unsere Hautzellen. Mit steigendem Alter sinkt auch die Kollagen-Produktion und unsere Haut wird schlaffer. Die Folge: Falten. Doch auch hier kann Anthocyan wirken. So hat eine im Jahr 2009 in Korea durchgeführte Studie nachgewiesen, dass der Farbstoff in Heidelbeeren die durch UV-Strahlen verursachten Hautschäden lindern kann und das Nachlassen der Kollagen-Produktion verlangsamen kann.

3. Übergewicht bekämpfen

Anthocyane wirken auch gegen Übergewicht. So zeigte eine von chinesischen Forschern durchgeführte Studie, dass übergewichtige Ratten mehr Gewicht verloren, wenn sie mit Süßkartoffeln gefüttert wurden. Eine Studie aus Japan zeigte einen ähnlichen Effekt: Mäuse nahmen umso mehr zu, je weniger Anthocyane ihre Nahrung enthielt.

4. Das Gehirn stärken

Amerikanische und deutsche Forscher untersuchten in einer Langzeit-Studie den Effekt von Anthocyan-reichen Beeren auf das Gehirn. Es stellte sich heraus, dass der Nährstoff die Gehirnleistung verbesserte. Die Teilnehmer, die mehr Beeren aßen, schnitten im Vergleich zu anderen Teilnehmern in kognitiven Tests deutlich besser ab.

5. Das Herz schützen

Eine im Jahr 2013 veröffentlichte Studie aus Großbritannien untersuchet über einen Zeitraum von 18 Jahren die Effekte violetter Lebensmittel auf die Herzgesundheit. Das Ergebnis: Frauen die drei oder mehr Portionen violetter Lebensmittel pro Tag verzehrten senkten ihr Rissiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um 32 Prozent. Offenbar schützen Anthocyane due Herzmuskelzellen und Blutgefäße vor oxidativen Schäden.

PraxisVITA stellt Ihnen die wichtigsten violetten Gesundwunder vor:

 

Violette Süßkartoffeln

Die auch als Okinawa-Süßkartoffel bekannte Wurzel enthält im Gegensatz zu ihrer orange gefärbten Verwandten, der gewöhnlichen Süßkartoffel das wichtige Antioxidans Anthocyanin. Okinawa ist übrigens eine japanische Insel, deren Bewohner sämtliche Altersrekorde schlagen. Zu den am häufigsten verzehrten Lebensmitteln der Inselbewohner zählen neben Fisch und Algen die Okinawa-Süßkartoffeln...

Violette Karotte
© iStock
 

Violette Karotten

Diese Karotten sorgen nicht für farbliche Abwechslung auf Ihrem Teller.  Sie enthalten zusätzlich zu Beta-Carotin und Vitamin A – beide entscheidend für das Sehvermögen – einen hohen Anteil an Anthocyanen. Dass die Karotten beim Kochen schon nach kurzer Zeit viele Nährstoffe verlieren, sieht man auch daran, dass sie schnell ihre schöne Farbe verlieren. Deshalb verzehrt man sie am besten roh.

 

Acai-Beere

Die Acai-Beere ist eine Palmenfrucht, die im Amazonas-Regenwald zu finden ist. In Brasilien sind „Acai-Bowls“, denen häufig noch Bananen oder Kokosflocken beigemischt werden, ein beliebter Snack. Im Westen wurde Acai durch Talkmasterin Oprah Winfrey bekannt, die die Beere in ihrer Show als Super-Food bezeichnete und damit einen regelrechten Hype um die Amazonas-Frucht auslöste. Tatsächlich sind Acai-Beeren reich an Aminosäuren, den Vitaminen A, B, C und E sowie den Mineralien Kalium, Kalzium, Magnesium, Kupfer und Zink. Der Anteil an Antioxidantien erreicht bei der Acai eines der höchsten Niveaus, die jemals getestet wurden (achtmal mehr als Heidelbeeren). Dank ihrer Inhaltsstoffe soll die Acai die Hautalterung aufhalten. Ernährungsexperten zufolge tragen außerdem die Fasern der Beere und ihr hoher Anteil an essentiellen Fettsäuren dazu bei, den Stoffwechsel zu beschleunigen, insbesondere die Verbrennung von Fett, und Heißhunger-Attacken zu verringern.

 

Rote Beete

Dieses violette Gemüse ist eine einzigartige Quelle für die Gruppe der Phytonährstoffe Betalaine. Besonders die dazu gehörenden Farbstoffe Betanin und Vulgaxanthin sorgen bei der roten Beete für ihre antioxidative, entzündungshemmende und entgiftende Wirkung. Zwar sind die Farbstoffe auch in anderen Nahrungsmitteln wie Rhabarber oder der Kaktusfeige zu finden, doch ist ihre Konzentration bei roter Beete besonders hoch. Ähnlich wie bei der Zubereitung von violetten Karotten, verzichtet man bei roter Beete am besten auf zu starkes Erhitzen, um die Nährstoffe zu erhalten. So eignet sich die Rübe zum Beispiel hervorragend als farbenfrohe Salat-Zutat oder püriert in Smoothie-Form.

 

Rotkohl

Dieses Gemüse ist besonders zur Weihnachtszeit in vielen deutschen Kochtöpfen zu finden. Aber auch als Salat oder als Beilage im Falafel-Sandwich hat der Kohl das ganze Jahr über Hochsaison. Achten Sie bei der Zubereitung am besten darauf, frischen Rotkohl und nicht den fertigen aus dem Glas zu verwenden. Rotkohl aus dem Glas enthält nämlich weniger Vitamine, dafür aber große Mengen an künstlich hinzugefügtem Zucker, um ihn schmackhafter zu machen. Geben Sie stattdessen beim Kochen des frischen Rotkohls lieber ein paar Apfelscheiben mit in den Topf.

Rotkohl sieht nicht nur schön aus und schmeckt gut, er ist auch noch außerordentlich nährstoffreich. So decken schon 200g Rotkohl den Tagesbedarf an Vitamin C. Außerdem enthält er das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K sowie Selen, Magnesium und Kalium. Durch seinen hohen Anteil an Ballaststoffen hält er nicht nur lange satt, sondern bringt auch die nach einem reichen Weihnachtsessen überforderte Verdauung in Schwung. Wie viele andere violette Lebensmittel enthält auch Rotkohl den Farbstoff Anthozyan und wirkt deshalb antioxidativ. Eine ebenso zellschützende Wirkung hat Rotkohl durch seinen hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen: Sogenannte Bioflavonoide, Chlorophyll, Indole und Phenole wehren Zellgifte ab und verzögern den Alterungsprozess.

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