5 Dinge, die Sie über die Schilddrüse wissen sollten

Viele Schilddrüsen-Patienten können Veränderungen als Knötchen ertasten
Viele Schilddrüsen-Patienten können Veränderungen als Knötchen ertasten. Häufig klagen sie über ein Fremdkörpergefühl im Hals © Fotolia

Frieren Sie ständig, leiden Sie unter Haarausfall oder plötzlichen Gewichtsproblemen, obwohl Sie normal essen? Schon einmal daran gedacht, dass es an Ihrer Schilddrüse liegt? Wir klären auf.

Zwei Drittel aller Deutschen haben mit der Schilddrüse ein Problem. Denn obwohl das Organ in Schmetterlingsform nur etwa 20 Gramm wiegt, zählt es zu den ganz Großen, wenn es um unsere Gesundheit geht.

Praxisvita beantwortet die wichtigsten Fragen zu Schilddrüsenfehlfunktionen:

 

Warum kann ein Jodmangel krank machen?

Für das Organ ist das Spurenelement Jod eine Art „Kraftstoff“, um in Kombination mit Eiweiß die lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zu produzieren. Beide sind maßgeblich daran beteiligt, dass unser Körper einwandfrei funktioniert: Die Schilddrüsen-Hormone regulieren den Zucker-, Fett- und Bindegewebe-Stoffwechsel. Außerdem steuern sie unser Herz-Kreislauf-System, beeinflussen die Verdauung – und sogar unsere Stimmung. Und damit nicht genug: Auch ein starkes Skelett würde es ohne Jod nicht geben! Denn in der Schilddrüse wird auch Calcitonin hergestellt. Dieses Hormon ist am Aufbau und Erhalt der Knochenmasse beteiligt.

 

Wie erkenne ich, dass mein Stoffwechsel auf „Sparflamme“ ist?

Antriebslosigkeit, ein gesteigertes Schlafbedürfnis und Kälteempfindlichkeit sind typische Hinweise, dass bestimmte Körperprozesse nur noch „mit halber Kraft“ laufen – weil durch eine Schilddrüsen-Unterfunktion zu wenig Hormone ins Blut gelangen. Das Tückische: Besonders bei Senioren werden die Symptome häufig mit normalen Altersproblemen verwechselt. Denn auch Gedächtnisstörungen oder Herzprobleme können mit der Schilddrüse zusammenhängen. Achten Sie auf weitere Warnsignale wie eine plötzliche Gewichtszunahme, Haarausfall und trockene Haut.

Neben einem Jodmangel ist in vielen Fällen die Autoimmunerkrankung Hashimoto dafür verantwortlich: Dabei zerstört eine chronische Entzündung mit der Zeit das Schilddrüsen-Gewebe. Es werden weniger Hormone produziert.

 

Woran erkennt man eine Überfunktion?

Wenn Sie oft nervös sind, schlecht schlafen und ungewollt Gewicht verlieren, kann das auf eine Überfunktion hinweisen. Die Drüse schüttet zu viele Hormone aus. Als Folge schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt – es kann sogar zu Herzrhythmusstörungen kommen. Gleichzeitig werden die Muskeln stärker beansprucht und der Körper heizt sich schneller auf: Wir schwitzen trotz Kälte!

In etwa 95 Prozent der Fälle wird diese Fehlfunktion durch die „Basedow'sche Krankheit“ ausgelöst: Die körpereigene Abwehr bildet plötzlich bestimmte Stoffe, die die Hormonproduktion ausufern lassen.

 

Wie erkennt der Arzt, ob das Organ richtig arbeitet?

Mit einer Tast- und Ultraschalluntersuchung kann der Mediziner zunächst feststellen, ob sich das Drüsen-Gewebe verändert hat. Ein Bluttest zeigt, ob ein Hormonungleichgewicht vorliegt. Bei Auffälligkeiten wird mithilfe der sogenannte Szintigrafie die Funktionsfähigkeit der Drüse überprüft. Dabei handelt es sich um ein spezielles bildgebendes Verfahren ähnlich dem Röntgen.

Meeresfrüchte stärken die Schilddrüse
Meeresfrüchte stärken die Schilddrüse© Fotolia
 

Was „schmeckt“ der Schilddrüse?

Meeresfrüchte, Fisch, Getreide (z. B. Roggen) und Milchprodukte sind ideale Jod-Lieferanten. Etwa 200 Mikrogramm sollte ein Erwachsener täglich zu sich nehmen. So kommen Sie auf Ihre Tagesdosis: Spitzenlieferant ist Seelachs mit etwa 170 Mikrogramm Jod auf 100 Gramm Fisch. Doch schon 0,3 Liter Milch oder ein kleiner Becher Joghurt versorgen uns mit etwa 50 Mikrogramm. Gute Quellen sind auch eine Portion Feldsalat (62 Mikrogramm), Karotten (23 Mikrogramm) oder Brokkoli (22 Mikrogramm).

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