39. SSW: Die Geburt steht kurz bevor

Redaktion PraxisVITA
Schwangere Frau entspannt auf einer Yogamatte
Nur wenige Positionen sind jetzt noch gemütlich. Da die Geburt jeder Zeit beginnen kann, sollten Schwangere versuchen, noch viel Energie zu sammeln. © iStock/fizkes
Inhalt
  1. 39. SSW: Was passiert im Körper?
  2. Wie entwickelt sich der Fötus in der 39. SSW?
  3. 39. SSW: Darauf sollten Sie achten 

In der 39. Schwangerschaftswoche (39. SSW) steht die Geburt des Kindes unmittelbar bevor. Womöglich kommt es jetzt sogar schon zur Welt. PraxisVita erklärt, was auf der Zielgerade noch alles passiert.

Nach vielen Monaten ist der Moment endlich ganz nah: In wenigen Tagen erblickt das Kind das Licht der Welt. Bei der werdenden Mutter mischen sich in der 39. SSW womöglich Angst vor der Geburt, Vorfreude auf das Baby und Erleichterung, dass die Schwangerschaft endlich vorbei ist. Möglicherweise ist der Nachwuchs aber schneller da, als erwartet. Nur etwa jedes 20. Baby kommt am errechneten Geburtstermin zur Welt. Rund 80 Prozent werden in den zwei Wochen vor beziehungsweise nach dem Termin geboren. Werdende Mütter sollten deshalb in der vorletzten Schwangerschaftswoche auf besonders ungeduldigen Nachwuchs eingestellt sein. 

Schwangere Frau im Krankenhaus auf einem Bett
Die meisten Kinder kommmen zwei Wochen vor oder nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. © iStock/Wavebreakmedia
 

39. SSW: Was passiert im Körper?

Der Körper der Schwangeren wird in den letzten Tagen noch mal aufs Äußerste gefordert. Der Bauch ist prall gespannt, das Gewicht des Fötus verursacht im Sitzen, Stehen und Liegen Beschwerden. Schwangere leiden nun verstärkt unter ziehenden Schmerzen im Rücken und im Unterleib. Oft treten auch Übelkeit und Durchfall auf. Hinzu kommen psychische Belastungen. Viele Frauen verspüren in den letzten Tagen vor der Geburt eine innere Unruhe und können nur noch schlecht schlafen. In der Endphase der Schwangerschaft trägt falscher Alarm zur Unruhe bei. Die Vorwehen oder Übungswehen treten häufiger auf. Diese Kontraktionen der Gebärmutter können so stark ausfallen, dass sie für „echte“ Wehen (Eröffnungswehen) gehalten werden. Die Vorwehen haben jedoch noch keine Auswirkungen auf den Muttermund. Selbiges gilt für Senkwehen, mit deren Hilfe das Ungeborene in Richtung Geburtskanal rutscht. Bei Erstgebärenden treten Senkwehen in der Regel etwa ab der 36. SSW auf. Frauen, die bereits Kinder geboren haben, verspüren Senkwehen hingegen möglicherweise erst wenige Tage vor der Geburt. Vorwehen und Senkwehen unterscheiden sich von Geburtswehen unter anderem dadurch, dass sie unregelmäßig und mit größeren Zeitabständen auftreten. Die Beschwerden lassen sich durch Wärme (Wärmflasche, Körnerkissen) lindern. Treten die Wehen in der 39. SSW aber regelmäßig und immer kürzenden Abständen auf, hat es das Baby womöglich tatsächlich eilig. Weitere Anzeichen für die bevorstehende Geburt sind Blutungen sowie der Abgang des Schleimpfropfens, der den Gebärmutterhals verschlossen hat. Platzt die Fruchtblase, muss die Schwangere sofort ins Krankenhaus. Bei einer regulären Geburt geschieht der sogenannte „Blasensprung“ aber erst unmittelbar vor der Niederkunft, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist.

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Wie entwickelt sich der Fötus in der 39. SSW?

Der Fötus hat in der 39. SSW nahezu Größe und Gewicht der Geburt erreicht. Neugeborene sind in Deutschland etwa 48 bis 54 Zentimeter groß und bringen rund 2800 bis 4000 Gramm auf die Waage. Kommt ein Baby jetzt zur Welt, ist das in aller Regel kein Problem. Das Kind ist voll entwickelt und gilt seit der 38. SSW bei der Geburt nicht mehr als Frühchen. Der Fötus nutzt die letzten Tage der Schwangerschaft dazu, seine Fettreserven aufzufüllen. Die halten das Baby nach der Geburt warm und versorgen es mit Energie. Die meisten Ungeborenen entledigen sich kurz vor der Niederkunft auch des Wollhaars und eines Großteils der Käseschmiere, die ihre Haut im Fruchtwasser geschützt haben. 

Graphische Darstellung Fötus in der 39. Schwangerschaftswoche
Der Fötus ist außerhalb der Gebärmutter nun vollkommen lebensfähig und bereit das Licht der Welt zu erblicken. © iStock/Eraxion
 

39. SSW: Darauf sollten Sie achten 

Manche Frauen werden in den letzten Schwangerschaftswochen besonders nervös. Ist auch wirklich alles für die Ankunft des Nachwuchses vorbereitet? Bei allem Tatendrang müssen sich Schwangere aber so gut wie möglich entspannen und schonen. Spätestens ab jetzt sollten sie sich verstärkt auf Partner, Verwandte und hilfsbereite Freunde verlassen, wenn es um Haushalt, Erledigungen oder die Betreuung von Kindern geht. Die Arbeitsteilung kann ein guter Testlauf für die Zeit nach der Geburt sein. Die Mutter hat dann genug mit dem Baby zu tun und sollte so weit wie möglich entlastet werden. 

 

Schwangere Frau

© iStock/AleksandarNakic

Hier finden Sie alle Schwangerschaftswochen auf einen Blick!

Im Trubel nach der Niederkunft geht Organisatorisches leicht unter. Eine Liste kann dabei helfen, notwendige Behördengänge festzuhalten und die Erledigung vorab zu delegieren.

Dazu gehören unter anderem:
•    Innerhalb einer Woche nach der Geburt: Ein sorgeberechtigtes Elternteil meldet das Kind beim Standesamt an. Dort wird die Geburtsurkunde ausgestellt. In vielen Fällen erledigt die Geburtsklinik diesen Schritt. Erkundigen Sie sich im Vorfeld beim zuständigen Standesamt, welche Unterlagen Sie benötigen. 
•    Möglichst bald nach der Geburt: Ist die Mutter angestellt, informiert sie den Arbeitgeber schriftlich oder mündlich über die Geburt. 
•    Innerhalb einer Woche nach der Geburt: Der Antrag auf Elternzeit muss dem Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit vorliegen. Die Elternzeit beginnt nach dem achtwöchigen Mutterschutz. 
•    Wenn die Geburtsurkunde vorliegt: Ein Elternteil beantragt bei seiner Kasse die Familien-Krankenversicherung für das Kind. Sind Mutter und Vater gesetzlich und privat versichert, muss mit der gesetzlichen Krankenkasse Rücksprache gehalten werden. Bei unverheirateten Eltern benötigt der Vater für den Antrag bei seiner Kasse die Vaterschaftsanerkennung. 

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