36 Fragen zum Verlieben: Alle Fragen und ob es wirklich klappt

Rieke Heinze Medizinredakteurin

36 Fragen zum Verlieben. Ja, die gibt es wirklich! Ob die Methode zum Näherkommen wirklich klappt und welche Fragen besonders interessant sind, hier.

Frau und Mann reden miteinander
Mit den 36 Fragen zum Verlieben soll man seinem Partner näher kommen Foto:  istock/Jovanmandic
Inhalt
  1. 36 Fragen zum Verlieben: Wie funktioniert's?
  2. 36 tiefgründige Fragen sollen Liebe entstehen lassen
  3. Die 36 Fragen-Liste zum Verlieben
  4. Vier Minuten Augenkontakt: Ist es wahre Liebe?
  5. Wie wir uns verlieben – die chemischen Vorgänge im Gehirn
  6. Liebe nach 36 Fragen und vier Minuten?

Zwei Personen, vier Minuten Augenkontakt und 36 Fragen - das soll das Geheimrezept für wahre Liebe sein. Aber Stimmt das? US-Psychologe Arthur Aron entwickelte schon vor 20 Jahren die 36 Fragen, die aus Unbekannten Liebende machen sollen.

Das Experiment ist denkbar einfach: 60 Minuten, 36 Fragen zum Verlieben und zwei Fremde sollen zusammen finden. Durch das gegenseitige Stellen und Beantworten von teilweise sehr persönlichen Nachfragen sollen sich zwei Unbekannte besser kennenlernen und emotional näherkommen. So nahe, dass schon von Liebe oder wenigstens erster Verliebtheit gesprochen werden kann.

 

36 Fragen zum Verlieben: Wie funktioniert's?

Kurz gesagt: Der ansonsten so lange Prozess des Kennenlernens wird von US-Psychologe Aaron drastisch verkürzt; aber mit dem gleichen Ergebnis. Denn bei der Liebe und bei dem sich Verlieben geht es auch um Vertrautheit und wachsende Nähe miteinander. Nur so kann der Mensch Verbundenheit zu einem potenziellen Partner aufbauen. Und aus Verbundenheit soll schließlich Liebe werden. Und genau diese Verbundenheit soll durch das gemeine Beantworten der ausgewählten 36 Fragen zum Verlieben entstehen. Wichtig: Beide beantworten alle Erkundigungen. Beim Vorlesen der Fragen und anschließender Antwort wird sich abgewechselt. So ist jeder einmal der Vorreiter bei einer Antwort und es bleibt bei allen 36 Fragen fair.

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36 tiefgründige Fragen sollen Liebe entstehen lassen

Begonnen wird mit einfachen Fragen. Hier soll darüber nachgedacht werden, ob man gerne berühmt wäre oder wen man gerne einmal zu sich zum Essen einladen würde. Schwieriger wird es schon bei der nächsten Frage-Kategorie. Hier wird es etwas philosophischer und tiefgründiger. Gedanken über den Tod, aber auch über das bisher gelebte Leben und die gesammelten Erfahrungen kommen ins Spiel. Auch die ersten Brücken zur Gemeinsamkeit werden geschlagen. Durch die mittlerweile beantworteten Fragen ist schon ein Dialog entstanden, beide Teilnehmer konnten ein Gefühl für die andere Seite entwickeln. Nun sollen daher auch erste Gemeinsamkeiten erraten bzw. bestätigt werden. Schließlich werden die Fragestellungen abstrakter, drehen sich um Wünsche und Perspektiven, aber auch um Werte und Normen, nach denen man lebt und die wichtig für die eigene Zufriedenheit sind.

 

Die 36 Fragen-Liste zum Verlieben

 
1. Wenn Du Dich für jede Person auf der Welt entscheiden könntest: Wen würdest Du als Gast zum Essen zu Dir nach Hause einladen?
2. Wärst Du gern berühmt? Wie würde das sein und wie wärst Du?
3. Hast Du jemals geprobt, was Du sagen willst, bevor Du jemanden angerufen hast? Warum?
4. Stell Dir Deinen perfekten Tag vor… Wie würde der aussehen?
5. Wann war das letzte mal, dass Du einfach so für dich selbst gesungen hast? Und wann hast Du das letzte mal für jemand anderen gesungen?
6. Stell dir vor Du wirst 90 Jahre alt. Wenn Du Dir aussuchen könntest, ob Du entweder den Geist oder den Körper eines (oder einer) 30-Jährigen für die letzten 60 Jahre behalten könntest… Was wäre Deine Entscheidung?
7. Hattest Du schon mal eine Vorahnung, wie Du mal sterben wirst?
8. Nenne drei Dinge, die Du und ich Deiner Meinung nach gemeinsam haben.
9. Was ist es, für das Du in Deinem bisherigen Leben am dankbarsten bist?
10. Wenn Du auf Deine Erziehung zurückblickst. Und Du heute etwas ändern könntest. Was würdest Du ändern?
11. Nimm Dir vier Minuten Zeit und erzähle Deinem Partner die Geschichte Deines Lebens, so detailliert wie möglich.
12. Stell Dir vor, Du würdest morgen mit irgendeiner neuen Eigenschaft oder Fähigkeit aufwachen. Welche hättest Du gern?
13. Wenn Dir eine Wahrsagerin die Wahrheit über Deine Zukunft vorhersagen könnte, also alles was in den nächsten Jahren passiert. Was würdest Du wissen wollen?
14. Was wolltest Du schon immer gerne machen, das Du noch nie getan hast?
15. Was ist bisher der größte Erfolg Deines Lebens?
16. Was ist für dich in einer Freundschaft das Wichtigste?
17. Wenn Du Dir die schönsten Momente Deines Lebens vorstellst. Welcher Moment ist Deine schönste Erinnerung?
18. Und da leider nicht immer alles gut läuft im Leben: Was ist Deine schlimmste Erinnerung?
19. Stell Dir vor, Du wüsstest mit Sicherheit, dass Du in einem Jahr stirbst. Würdest Du etwas an Deiner Lebensweise ändern? Was und warum?
20. Was für eine Bedeutung hat Freundschaft in Deinem Leben?
21. Welche Rolle spielen Liebe und Zuneigung in Deinem Leben?
22. Das ist eine Aufgabe an beide: Sagt euch abwechselnd, welche positiven Charakterzüge Euer Gegenüber hat. Jeder soll dabei 5 nennen.
23. Hast Du das Gefühl, dass Deine Kindheit glücklicher war als die der meisten anderen?
24. Wie ist die Beziehung zwischen Dir und Deiner Mutter?
25. Jeder von Euch macht 3 wahre “Wir”-Aussagen. Zum Beispiel: “Wir sind beide in diesen Raum und fühlen uns…”
26. Vervollständige den folgenden Satz: “Ich wünschte ich hätte jemanden, mit dem ich … teilen könnte.”
27. Wenn Du mit Deinem Gegenüber eng befreundet sein wolltest, was wäre dann für ihn oder sie wichtig zu wissen?
28. Sage Deinem Partner, was Du an ihm magst. Sei ehrlich und sage auch Dinge, die Du einer Person, die Du zum ersten Mal triffst, vielleicht sonst nicht sagen würdest.
29. Erinnerst Du dich an einen extrem peinlichen Moment in Deinem Leben?
30. Wann hast Du das letzte Mal vor einer anderen Person geweint? Wann hast Du das letzte Mal alleine geweint?
31. Sag Deinem Gegenüber etwas, dass Du jetzt schon an ihm oder ihr magst.
32. Worüber sollte man keine Witze machen?
33. Wenn Du heute Abend sterben würdest, ohne mit noch jemandem gesprochen zu haben. Was würdest Du bereuen, nicht gesagt zu haben? Warum hast Du das nicht schon vorher jemandem erzählt?
34. Dein Haus, mit allem was Dir gehört, fängt Feuer. Nachdem Du Deine Liebsten und die Haustiere gerettet hast, bleibt Dir noch Zeit, um genau einen Gegenstand zu holen. Was würdest Du retten und warum?
35. Der Tod welches Familienmitgliedes wäre für Dich am schlimmsten? Warum?
36. ähle Deinem Partner von einem persönlichen Problem und frage, wie er oder sie mit dem Problem umgehen würde. Bitte Deinen Partner auch, zu reflektieren, wie Du gewirkt hast, als Du ihm von Deinem Problem erzählt hast.

Quelle: 36-fragen.com

 

Vier Minuten Augenkontakt: Ist es wahre Liebe?

Sind alle 36 Fragen beantwortet, schauen sich beide Teilnehmer für vier Minuten in die Augen. Die Idee dahinter ist, sich ganz und gar auf den anderen konzentrieren zu können, und sich dabei auf seine Gefühle bezüglich des Gegenübers bewusst zu werden. Die körperliche Nähe und die Intensität des Moments sollen die berauschende Wirkung der 36 Fragen weiter unterstützen.

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Wie wir uns verlieben – die chemischen Vorgänge im Gehirn

Die chemische Seite der Frühlingsgefühle ist alles andere als romantisch. Dafür aber sehr aufschlussreich. Denn so sehr es Hollywood und Co. auch mit romantisch-regnerischen Szenen suggerieren wollen: Die Liebe und das Herz haben nicht viel gemeinsam. Die Liebe und das Gehirn aber haben eine wahre Langzeitbeziehung. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei Verliebtheit die gleichen Areale im Gehirn für Euphorie, Belohnung und Motivation aktiv werden, wie es bei einer Sucht der Fall ist. Die Liebe als Droge zu bezeichnen ist daher gar nicht so falsch. Der Dopaminspiegel steigt an – ein Phänomen, welches sich besonders auch bei Süchtigen bemerkbar macht. Dopamin sorgt für das Gefühl von Belohnungen und Freude und ist aus diesem Grund auch als das Glückshormon bekannt, ähnlich wie Endorphine, die unter anderem beim Sport ausgeschüttet werden. Während die Euphorie also bei frisch Verliebten steigt, sinkt die Aktivität des präfrontalen Cortex. Und der ist für die rationalen Entscheidungen und Abwägungen beim Menschen verantwortlich. Eine brisante Kombination: Wer Schmetterlinge im Bauch hat, dessen Gehirn sucht nach konstanter Belohnung, während es gleichzeitig Rationalität und Vernunft weniger beachtet. 

 

Liebe nach 36 Fragen und vier Minuten?

Die wirklich wichtige Frage, die sich aber nun jeder stellt, ist aber natürlich eine ganz andere: Klappt es? Können sich zwei Menschen wirklich nach 36 Fragen und einem vierminütigen "in-die-Augen-schauen" ineinander verlieben? Das ist nicht wirklich klar. Fakt ist, die Fragen erzeugen Nähe und Verbundenheit, sie geben Anstoß für eine spannende und vielleicht auch tiefgründige Unterhaltung und können Vertrautheit zwischen zwei Menschen schaffen. Ob daraus dann romantische Beziehungen werden, das ist leider nicht wissenschaftlich bewiesen. Es gibt aber Paare, die sich über die 36 Fragen zum Verlieben kennengelernt haben.

Kuss
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Quellen: 

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