30. SSW: Das passiert im Bauch

Redaktion PraxisVITA

In der 30. Schwangerschaftswoche befindet sich die werdende Mutter im letzten Drittel Ihrer Schwangerschaft – mitten im achten Monat. Was im Körper passiert und welche Untersuchungen in der 30. SSW wichtig sind.

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Inhalt
  1. SSW 30: Diese Schwangerschaftsbeschwerden treten auf
  2. 30. SSW: Die dritte Vorsorgeuntersuchung steht an
  3. Entwicklung des Fötus in der 30. SSW: Gewichtszunahme und Größe
  4. 30. SSW: Das sollten Schwangere nicht mehr tun
  5. Worauf sollten werdende Mütter ab der 30. SSW besonders achten?

Ab der 30. Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt das Kind sich in die Fötusstellung zu drehen und für die werdende Mutter wird die Schwangerschaft immer anstrengender. In dieser Phase kommt es häufiger zu Kurzatmigkeit. Auch zu Sodbrennen und Inkontinenz kann es nun vermehrt kommen.

 

SSW 30: Diese Schwangerschaftsbeschwerden treten auf

Das immer größer und schwerer werdende Kind schiebt sich ab der 30. SSW langsam mit dem Kopf nach unten in die Geburtsposition. Die Kindsbewegungen nehmen dabei immer mehr zu. Es passiert häufig, dass das Kind mit dem Po und den Füßen gegen die Lunge und das Zwerchfell der Mutter drückt, wodurch sie schlechter atmen kann. Diese Kurzatmigkeit wird in einigen Fällen sogar als Atemnot empfunden.

Aufgrund der Kurzatmigkeit können für viele Schwangere in der 30. SSW selbst leichte Bewegungen im Alltag wie ein kleiner Spaziergang oder Treppensteigen anstrengend werden. Ist dies der Fall, sollten sie zwischendurch Pausen machen und sich mehr Ruhe gönnen.

Weitere Schwangerschaftsbeschwerden ab der 30. SSW sind zum Beispiel Hämorrhoiden und Sodbrennen sowie eine zunehmende Inkontinenz. Das liegt daran, dass die Gebärmutter und das Kind etwa ab dieser Schwangerschaftswoche auf die Blase drücken, wodurch beim Niesen oder Husten etwas Urin abgehen kann.

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Übungswehen in der 30. SSW: Darauf sollten Sie achten

Auch Übungswehen spüren viele Schwangere ab der 30. SSW. Durch diese Übungswehen kann sich der Muttermund aber noch nicht richtig öffnen. Sie sind normal, solange sie sich nicht zu Senkwehen entwickeln – denn das würde auf einen zu frühen Geburtstermin und eine mögliche Frühgeburt hindeuten. In diesem Fall sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Gleiches gilt, wenn die Übungswehen von Blutungen begleitet werden.

 

30. SSW: Die dritte Vorsorgeuntersuchung steht an

Zwischen der 29. und der 32. Schwangerschaftswoche erfolgt die dritte große Vorsorgeuntersuchung. Bei dieser untersucht die Ärztin das Gewicht und den Blutdruck der Mutter. Neben der Feststellung des Hämoglobin- und Eisengehalts des Blutes werden mittels Urinuntersuchung Eiweiß, Zucker und das Vorliegen von Keimen überprüft.

Außerdem kontrolliert der Gynäkologe die Lage der Gebärmutter. Auch eine weitere Ultraschalluntersuchung gehört zu dieser dritten großen Vorsorgeuntersuchung in der 30. SSW.

Das wird beim Ultraschall in der 30. SSW untersucht:

  • Lage, Herzaktivität und Bewegung des Fötus
  • Entwicklungsstand des Fötus
  • Die Menge an Fruchtwasser
  • Lage und Aktivität der Plazenta
  • Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft

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Zudem werden die biometrischen Daten des Babys festgehalten:

  • Abstand von Scheitel zu Scheitel = Biparietaler Durchmesser
  • Abstand von Stirn zu Hinterkopf = Fronto-okzipitaler Durchmesser, Kopfumfang
  • Abstand von der linken zur rechten Bauchseite = Abdomen/Thorax-quer-Durchmesser, alternativ: Abstand vom Bauchnabel zur Wirbelsäule = Anterior-Posterior-Durchmesser oder Bauchumfang = Abdomen/Thorax-Umfang
  • Länge des Oberschenkelknochens = Femurlänge
 

Entwicklung des Fötus in der 30. SSW: Gewichtszunahme und Größe

In der 30. SSW hat das Baby eine Größe von etwa 40 Zentimetern erreicht und auch an Gewicht zugelegt. Der Fötus wiegt jetzt im Schnitt 1.300 Gramm, und das Köpfchen hat etwa einen Durchmesser von acht Zentimetern. Die durchschnittlichen Größen- und Gewichtsangaben werden nun zunehmend ungenauer, da jedes Kind individuell wächst und zunimmt.

Ab der 30. Schwangerschaftswoche kann das Baby Schmerzen empfinden und auch auf äußere Reize mehr reagieren. So kann es zum Beispiel Streicheleinheiten durch die Bauchdecke spüren. Zudem reguliert der Fötus seine Körpertemperatur, unabhängig von der Körperwärme der Mutter. Nach und nach fällt nun auch das Lanugohaar aus. Der erste Flaum wird in der 30. SSW vom zweiten Schub Haare ersetzt.

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Langsam beginnt das Kind sich in die Fötusstellung, da es im Bauch der Mutter immer enger wird.  Foto:  istock/Eraxion
 

30. SSW: Das sollten Schwangere nicht mehr tun

Schwangere sollten spätestens ab der 30. SSW vermeiden, auf dem Rücken zu liegen – auch wenn das für Rückenschläfer schwierig werden könnte. Denn das Gewicht des Bauchs drückt beim flachen Liegen auf dem Rücken nun zunehmend auf die untere Hohlvene. Dadurch kann das Blut nicht mehr ungehindert zum Herzen fließen. Der gestörte Blutfluss kann zu Kreislaufproblemen bis hin zum Kreislaufkollaps führen, man spricht dann vom sogenannten Vena-cava-Syndrom.

Um Probleme mit dem Kreislauf zu verhindern, sollte die Liegeposition auf die Seite verlagert werden. Auch eine aufrechtere Position kann helfen.

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Worauf sollten werdende Mütter ab der 30. SSW besonders achten?

Auch in der 30. SSW sollten Schwangere weiterhin auf eine ausreichende Kalziumzufuhr geachtet werden, damit die Knochen des Babys weiter gestärkt werden. Da Kalzium mit der Nahrung aufgenommen wird, sollte sich die werdende Mutter ausgewogen ernähren.

Der tägliche Bedarf an Kalzium liegt in der 30. Schwangerschaftswoche bei etwa 1.200 Milligramm. Der Mineralstoff ist zum Beispiel enthalten in:

  • Vollkornprodukten
  • Milchprodukten
  • grünem Gemüse, wie etwa Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl
  • Mandeln und Haselnüsse

Kalzium sollte in kleinen Portionen mehrmals am Tag aufgenommen werden – so bekommt das Baby auch in der 30. SSW alles, was es braucht.

Quellen:

Höfer, Silvia und Nora Szász (2012): Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, München: Gräfe und Unzer Verlag.

Kainer, Franz und Annette Nolden (2018): Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, München: Gräfe und Unzer Verlag.

Gebauer-Sesterhenn, Birgit und Thomas Villinger: Schwangerschaft und Geburt, München: Gräfe und Unzer Verlag.

29. bis 40. Schwangerschaftswoche, in: bzga.de

Kindliche und Mütterliche Entwicklung in den Schwangerschaftsdritteln, in: frauenaerzte-im-netz.de

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