3 Gründe, wieso Sie keinesfalls mit Ihrem Handy schlafen sollten

Rasmus Cloes

Fast jeder zweite Handy-Nutzer hat sein Handy nachts direkt am oder im Bett, damit keine Anrufe oder SMS verpasst werden. Doch das birgt Gefahren. Praxisvita verrät Ihnen, wieso sie nachts besser ohne Ihr Handy auskommen sollten.

Die Benutzung von Handys ist für die meisten Menschen in Deutschland völlig normal. Etwa 80 Prozent der Deutschen geben sogar an, dass ihr Handy für sie mittlerweile unverzichtbar sei. Im Schnitt greifen sie deswegen tagsüber rund sechsmal pro Stunde zu ihrem mobilen Telefon. Doch auch nachts können sich viele nicht von ihrem liebsten Accessoire trennen. Dass man damit oft unwissentlich seinen Schlaf und die Gesundheit riskiert zeigen die folgenden Beispiele.

 

Ihr Handy könnte Ihr Bett in Brand stecken

Ein 13-jähriges Mädchen aus Texas in den USA wurde kürzlich nachts von Rauch und einem Brandgeruch geweckt. Als sie der Ursache auf den Grund ging, fand sie unter ihrem Kopfkissen ihr Smartphone – völlig geschmolzen. Doch war nicht nur das Handy im wahrsten Sinne des Wortes von innen verschmort, sondern waren auch Teile ihrer Decke und ihres Kissens verbrannt.

Nachdem der erschrockene Vater den Hersteller kontaktiert hatte, war dieser nicht einmal besonders überrascht. Der Grund: Das Mädchen hatte in ihrem Handy den Akku eines Fremdherstellers verwendet und in der Bedienungsanleitung warnt der Hersteller ausdrücklich vor der Gefahr eines Brandes. Grundsätzlich besteht bei einem Handy oder Smartphone Brandgefahr durch Überhitzung, wenn es mit Bettzeug, Kissen oder anderem dicken Material abgedeckt wird.

 

Das blaue Licht des Handys stört Ihren Schlaf

Mobiltelefone und Smartphones strahlen – ebenso wie Tablets, Fernseher und andere Geräte mit Bildschirmen – blaues Licht aus. Dieses blaue Licht hat genau die Wellenlänge, über die auch das Tageslicht verfügt, das eine wachmachende Wirkung auf den menschlichen Organismus hat. Wenn die Sonne untergeht, schüttet der Organismus das Schlafhormon Melatonin aus – damit wir müde werden.

Nachts nicht mit dem Handy schlafen
Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich auch nachts nicht von ihrem Handy trennen können, geben Sie Acht: Es könnte Ihr Bett in Brand stecken© Fotolia

Aktuelle Studien zeigen, dass das künstliche Blaulicht der Bildschirme – ebenso wie der Sonnenaufgang – die Ausschüttung von Melatonin unterbricht. Schaut man also vor dem Schlafengehen – wenn auch nur kurz – auf sein Handy, wird man zwangsläufig wach, da der Körper in der Produktion der Schlafhormone gestört wird. Die Folge: Einschlafstörungen und ein unruhiger Schlaf. Mediziner empfehlen deswegen, spätestens zwei Stunden vor der Bettruhe das letzte Mal aufs Handy zu schauen. Danach gehört das Smartphone ausgeschaltet.

Weitere Informationen zum Einfluss von blauem Licht auf unseren Schlaf finden Sie bei Praxisvita unter diesem Link.

 

Die gesundheitlichen Gefahren des Handys sind kaum erforscht

Obwohl heute weltweit beinahe jeder Mensch täglich ein Handy benutzt, sind Studien über daraus möglicherweise entstehende Gesundheitsschäden für den menschlichen Körper selten. Handyhersteller wiegeln ab und erklären ihre Produkte für sicher. Doch häufen sich Berichte, wonach die Handystrahlung – ähnlich wie Röntgenstrahlen und die Strahlung von Mikrowellen – potenziell gesundheitsschädlich sei. Besonders vor dem Hintergrund, dass Gesundheitsfolgen – wie Tumorbildungen oder Unfruchtbarkeit – erst nach vielen Jahren nachvollziehbar wären und Handys gleichzeitig erst seit gut einem Jahrzehnt zum Massenphänomen wurde, sind diese Warnungen für viele Menschen besorgniserregend.

Und das zu Recht. Bereits im Jahr 2011 warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor, dass die Nutzung von Handys möglicherweise krebserregend sei – vor allem für Kinder, die grundsätzlich anfälliger sind für Strahlen. Und auch aktuelle Studien aus diesem Jahr belegen ernste Gesundheitsrisiken durch Handystrahlung. So zeigte beispielsweise eine Langzeitstudie der Universität von Bordeaux, dass durch die häufige Nutzung eines Handys das Risiko, einen Gehirn- oder Hirnhauttumor zu entwickeln, um bis zu 300 Prozent ansteigt. Zu häufigen Handynutzern gehört man in der Studie übrigens schon, wenn man im Monat mindestens 15 Stunden telefoniert.

Eine weitere Studie der Universität von Exeter belegt, dass die männliche Fruchtbarkeit – vor allem die Bewegungsfähigkeit und Anzahl der lebendigen Spermien – durch die Handystrahlung um durchschnittlich 15 Prozent gesenkt wird. Das Problem sei nach Aussagen der Forscher, dass viele Männer ihr Handy in der Hosentasche tragen – wodurch die Handystrahlung zu nah am Unterleib abgegeben wird.

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 12. August 2014

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