2G-Plus: Was bedeutet das und wo gilt es bereits?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Geimpfte und Genesene dürfen wieder die Corona-Testzentren füllen. Bund und Länder haben bei einer hohen Hospitalisierungsrate ein 2G-Plus-Modell beschlossen. Aber was genau bedeutet das? Und wo gilt es bereits? Alle Infos hier.

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Inhalt
  1. Bund und Länder beschließen 2G-Plus-Modell bei hoher Hospitalisierungsrate
  2. 2G-Plus: Was bedeutet das?
  3. 2G-Plus in vielen Bundesländern: Welcher Testnachweis wird akzeptiert?
  4. Wo gilt die 2G-Plus-Regelung für Geimpfte und Genesene bereits?
  5. Was bedeutet 2G-Plus in Rheinland-Pfalz?
  6. 2G-Plus in diesen Bundesländern
  7. 2G-Plus: Reicht diese Maßnahme aus?

Bund und Länder haben beim Corona-Gipfel-Treffen am Donnerstag (18. November) einen bestimmten Schwellen-Wert definiert, ab wann in den einzelnen Bundesländern die sogenannte 2G-Plus-Regelung gelten soll. Aber was genau bedeutet 2G-Plus überhaupt? Und ab wann gilt es?

 

Bund und Länder beschließen 2G-Plus-Modell bei hoher Hospitalisierungsrate

„2G muss jetzt Standard werden. Wenn sich dadurch das Infektionsgeschehen nicht abbremsen lässt und die Impfquote nicht steigt, ist 2G-Plus der nächste logische Schritt", forderte die Verbandsvorsitzende des Marburger Ärzteverbands, Susanne Johna, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bereits vor einigen Tagen. Nun haben Bund und Länder ernst gemacht und einen Schwellenwert für die Einführung des 2G-Plus-Modells beschlossen. Ab einer Hospitalisierungsrate von über 6 müssen die Bundesländer das 2G-Plus-Modell einführen. Unterschreitet die Hospitalisierungsrate in fünf Tagen aufeinander diesen Wert, darf wieder gelockert werden.

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2G-Plus: Was bedeutet das?

Bei der sogenannten 2G-Regelung haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu zum Beispiel Veranstaltungen, Friseur- oder Restaurant-Besuchen sowie Besuchen in Alten- und Pflegeheimen. Die 2G-Plus-Regelung geht noch einen Schritt weiter. Hier müssen sich selbst Geimpfte und Genesene einer Corona-Testung unterziehen. Man braucht also gleich zwei Nachweise – den Impfnachweis und den Corona-Testnachweis.

 

2G-Plus in vielen Bundesländern: Welcher Testnachweis wird akzeptiert?

Die Testnachweise sind in der Regel auf zwei Möglichkeiten beschränkt - den sogenannten Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf sowie den PCR-Test, den man in der Regel selbst zahlen muss und der eine Gültigkeit von 48 Stunden hat.

 

Wo gilt die 2G-Plus-Regelung für Geimpfte und Genesene bereits?

Dank der neu beschlossenen Corona-Maßnahmen dürfte 2G-Plus bald in vielen Bundesländern gelten - je nach dem, wie sich die Hospitalisierungsrate entwickelt. Diese Bundesländer haben bereits eine 2G-Regelung eingeführt.

 

Was bedeutet 2G-Plus in Rheinland-Pfalz?

In Rheinland-Pfalz machte man bereits früh von 2G-Plus Gebrauch. Allerdings in einer anderen Form als beim Modell der Bundesregierung. Hier gilt: Die Anzahl der zugelassenen ungeimpften Menschen bei Veranstaltungen reduziert sich, wenn das Infektionsgeschehen weiter zunimmt. 

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2G-Plus in diesen Bundesländern

  • Hessen: 2G-Plus als zusätzliche Option. Dann kann hier auf Maskenpflicht und Abstandsgebot verzichtet werden.
  • Baden-Württemberg: 2G-Plus bei Kultur und Veranstaltungen, im Sport- und Freizeitbereich sowie auf den Weihnachtsmärkten, die noch nicht abgesagt sind.
  • Bayern: 2G-Plus für Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen, Tagungen, Zoos, Bäder und Seilbahnen.
  • Berlin: 2G-Plus für Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen und Veranstaltungen. Hier jedoch gilt: Restaurant-Besucher müssen keinen Test, sondern eine Maske tragen bis zum Platz. Friseure können sich aussuchen - entweder ein negatives Testergebnis, oder die Maskenpflicht.
  • Brandenburg: In Klubs, Diskotheken sowie bei Veranstaltungen gilt 2G-Plus. Weihnachtsmärkte werden komplett abgesagt.
  • Bremen: Bisher kein 2G-Plus.
  • Hamburg: 2G-Plus nicht verpflichtend.
  • Hessen: 2G-Plus in Innenräumen von Diskotheken sowie im Prostitutionsgewerbe.
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2G-Plus in Restaurants, Hotels, Schwimmbädern, Kinos und Theater sowie im Sportbereich und bei körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik oder Tattoo-Studio. Ausnahmen gibt es bei Friseurbesuchen. Hier gilt auch weiterhin 3G. Kinder sind von dem 2G-Plus-Modell ausgenommen.
  • NRW: Bei Karnevalsveranstaltungen, in Diskotheken oder bei Großveranstaltungen gilt 2G-Plus. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren sind davon ausgenommen.
  • Rheinland-Pfalz: Kein 2G-Plus bisher.
  • Saarland: 2G-Plus in Clubs und Diskotheken sowie bei Besuchen in Kranken- und Pflegeeinrichtungen. 
  • Sachsen: 2G-Plus aktuell keine Option, da Sachsen sich derzeit im Teil-Lockdown befindet.
  • Sachsen-Anhalt: In Diskotheken gilt auch hier, dass Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Corona-Test vorzeigen müssen. Ungeimpfte haben keinen Zutritt. 
  • Schleswig-Holstein: Kein 2G-Plus, aber eine 2G-Regelung.
  • Thüringen: Thüringen befindet sich im Teil-Lockdown. Einrichtungen wie Diskotheken oder Bars, bei denen 2G-Plus aktuell angewandt werden könnte, sind hier aktuell geschlossen.

In vielen Bundesländern sind Kinder und Jugendliche von 2G-Plus ausgeschlossen. Die Maßnahmen können sich zudem jederzeit ändern. Dieser Artikel befindet sich auf dem Stand vom 25. November.

Testpflicht für Geimpfte und Genesene: Warum 2G-Plus jetzt notwendig ist

Wer geimpft oder genesen ist, gilt als „weniger infektiös“. Jedoch zeigen neuere Studien, dass der Impfschutz schneller nachlässt als gedacht. Und auch die Ansteckungsgefahr unter Geimpften und Genesenen ist doch nicht so gering, wie man zunächst annahm.

Bei niedrigen Inzidenzen ist dies zwar problematisch, allerdings zu verkraften. Sind die Corona-Zahlen so hoch wie aktuell in Deutschland, birgt jegliche Ansteckung eine Gefahr, die Krankenhäuser zu überlasten. Daher mahnt die Vorstandsvorsitzende des Ärzteverbands, Susanne Johna, dass es nun nur darum gehen könne, „weitere Überlastungsszenarien zu verhindern."

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnt ebenfalls eindringlich: „Wir sind in einer sehr kritischen Phase der Pandemie. Die Folge ist, dass Kliniken die planbaren Operationen jetzt sofort verschieben müssen.“ 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler indes sind sich sicher, dass man auch mit 2G-Plus lediglich Schadensbegrenzung betreiben könne. Die aktuelle Lage sei derzeit einfach zu ernst, um "Leid und Krankheit" zu verhindern, so Wieler.

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2G-Plus: Reicht diese Maßnahme aus?

Fest steht: Um die Überbelastung der Krankenhäuser zu verhindern und die Zahlen zu senken, kann eine Testpflicht selbst für Geimpfte und Genesene, also das sogenannte 2G-Plus-Modell, eine gute Möglichkeit sein.

Quelle:

Testpflicht notfalls auch für Geimpfte und Genesene, in: Deutschlandfunk.de
Was erlaubt ist - und was nicht, in: tagesschau.de

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