2400-fach erhöhte Salmonellen-Werte im Salat

Carolin Banser
abgepackter-salat
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Salat steht bei fast 60 Prozent der Deutschen mehrmals pro Woche auf dem Speiseplan. Wer seine Mahlzeit ohne großen Aufwand gestalten will, greift gern zu Fertigsalaten. Keine gute Idee, wie britische Forscher jetzt belegen konnten.

Grün, gesund und kalorienarm – Salat zählt zu den beliebtesten Mahlzeiten im Alltag. Wenn es mal wieder schnell gehen muss, greifen die meisten Deutschen zu Fertig-Packungen. Kein Wunder, locken die Hersteller doch mit den Hinweisen „abgewaschen, zerkleinert und zum sofortigen Verzehr bereit“. Tüte aufreißen, mit dem vermeintlich gesunden Verzehr das Gewissen beruhigen – und zurücklehnen. Doch so einfach ist das nicht. Britische Forscher schlagen jetzt Alarm und betonen: für Fertigsalate gilt das nicht. Der Grund: In Plastikbeuteln vermehren sich Salmonellen und andere Keime besonders schnell. Und nicht nur das – sie werden auch aggressiver, da der Saft in den Plastikbeuteln aus den Schnittenden austreten kann.

Um das zu belegen, kauften Wissenschaftler der University of Leicester Proben beliebter Schnittsalate, darunter Mischsalat, Rucola und Spinat. Für ihr Experiment zerrieben sie einzelne Blätter im Mörser. Der Pflanzensaft wurde aufgefangen und desinfiziert. Anschließend wurden wenige Tropfen davon in Wasser oder auf Petrischalen gegeben, auf denen sich Salmonellen und andere Bakterien tummelten.

 

Besonders betroffen: Rucola und Spinat

Das Ergebnis ist schockierend: Bereits kleinste Mengen Pflanzensaft genügen, um das Bakterienwachstum drastisch anzuregen. Dieser Effekt trat auch auf, wenn der Salat im Kühlschrank gelagert wurde. Verantwortlich machen die Forscher für das verstärkte Keimwachstum die Feuchtigkeit und die in den Salaten enthaltenen Inhaltsstoffe. Innerhalb von fünf Tagen erhöhte sich die Anzahl von Salmonellen von 100 auf 100.000 – das 2.400-Fache im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Besonders erstaunlich: Die Salmonellen entwickelten sich so schnell, dass noch nicht einmal das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen war. Darüber hinaus verdoppelte sich die Beweglichkeit der Keime. Als besonders keimfällig stellten sich laut Studie Rucola und übrigens auch Spinat heraus. Während im Spinat hauptsächlich Salmonellen-Bakterien zu finden waren, breiteten sich E.coli-Erreger vor allem auf Rucola aus. Beide Erreger sind als Auslöser für Magen-Darm-Erkrankungen bekannt.

 

Waschen hilft nicht gegen Erreger

Die Wissenschaftler rund um Primrose Freestone betonen, dass selbst hartnäckiges Waschen die Bakterien nicht mehr entfernen kann, da die Keime fest am Schnittsalat und an der Verpackung haften. Der Saft, der sich aus den Schnittstellen des Salats absondert, sorgt nämlich dafür, dass sich ein Biofilm, eine Art Schleimschicht, auf den Salatblättern bildet, die die Bakterien an die Blätter bindet und sich nicht beseitigen lässt. Experten empfehlen daher, stets frischen Salat zu kaufen. Wer aus Zeitgründen dennoch nicht auf die Fertigtüte verzichten kann, sollte folgendes beachten:

  • Achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum. Der Salat sollte mindestens noch drei Tage haltbar sein.
  • Machen Sie nach dem Öffnen einen Riechtest.
  • Verzehren Sie den Salat noch am gleichen Tag.

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