150 Jahre Heilwissen: Die sanfte Medizin der Globuli

Homöopathie
150 Jahre Globuli: Die Deutsche Homöopathie-Union feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag © dhu

In diesem Jahr feiert der größte und wichtigste Hersteller homöopathischer Arzneien, die Deutsche Homöopathie-Union (DHU), 150 Jahre Globuli-Herstellung. PraxisVITA gratuliert und erklärt das Geheimnis der sanften Heilung.

Im Jahr 1866, vor genau 150 Jahren, gründete der Apotheker Dr. Willmar Schwabe in Leipzig das Unternehmen „Homöopathische Centralofficin“. Er begann dort – als einer der ersten –, homöopathische Arzneimittel nach der Lehre des Begründers der Homöopathie, Samuel Hahnemann, herzustellen.

Um jederzeit die beste Qualität garantieren zu können, legte Willmar Schwabe höchste Standards für die Herstellung fest, die er in dem Lehrbuch „Pharmacopoea Homoeopathica Polyglottica“ zusammenfasste. Das Werk fand schließlich Eingang in den homöopathischen Teil des amtlichen Deutschen Arzneibuches – und ist damit heute noch die Grundlage für die Entwicklung und Herstellung von Globuli und Tropfen.

 

Wie entsteht ein Homöopathisches Mittel?

Aus dieser Firma ging 1961 die Deutsche Homöopathie-Union hervor – mit dem gebündelten Heilwissen aus beinahe 100 Jahren als Taufgeschenk. Heute stellt die DHU mehr als 400.000 verschiedene Mittel her. Und der größte Teil der verwendeten Arzneipflanzen stammt aus dem eigenen Anbau. In der sogenannten „Terra Medica“ in der Nähe von Karlsruhe wachsen etwa 600 verschiedene Arzneipflanzen – so dass die DHU immer erntefrisch verarbeiten kann. Davon können sich Interessierte auch im angeschlossenen Besucherzentrum überzeugen. Hier können sie den ganzen Weg, vom einsetzen des ersten Samens bis zum fertigen Globulus verfolgen.

Globuli, auch Streukügelchen genannt, sind die beliebteste Form homöopathischer Arzneimittel. Die kleinen weißen Kügelchen werden in der Regel aus Rohrzucker (Saccharose) hergestellt. Der jeweilige Wirkstoff wird in flüssiger Form mit einem speziellen Verfahren auf die Globuli aufgebracht. Aus den Zuckerkügelchen werden so hochwertige homöopathische Arzneimittel. Neben den Globuli stellt die DHU allerdings auch Tabletten und flüssige Verdünnungen her.

Homöopathische Arzneimittel sollten einige Zeit im Mund behalten werden, damit sie schon in der Mundschleimhaut ihre Wirksamkeit einleiten können. Globuli und Tabletten werden entsprechend gelutscht, Flüssigkeiten im Mund hin und her bewegt. Bei Babys können die Kügelchen in die Backentasche gegeben werden, dort lösen sie sich auf.

Wichtig für Menschen mit Unverträglichkeiten und veganer: Globuli sind laktose-, gluten- und alkoholfrei.

 

Wie wirkt Homöopathie?

Generell sorgen die homöopathischen Arzneien dafür, dass unser Organismus seine Selbstheilungskräfte gezielt mobilisiert, um Krankheiten und einzelne Symptome sanft zu lindern. Samuel Hahnemann beschrieb das Prinzip der Homöopathie mit dem bekannten Satz: „Similia similibus curentur“, also „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“. Eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorruft, heilt diese demnach bei dem Kranken.

Übrigens: Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten einer homöopathischen Behandlung bei einem entsprechend ausgebildeten Arzt und/oder auch für homöopathische Arzneimittel. Für Kinder bis zum 12. Lebensjahr werden die Arzneimittel generell erstattet.

Eine Übersicht, welche Krankenkassen homöopathische Therapien erstatten, bietet die DHU hier.

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