15. SSW: Junge oder Mädchen?

Redaktion PraxisVITA
Geschlechtsbestimmung 15.SSW
Junge oder Mädchen? In der 15. SSW bekommen Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit Gewissheit © istock/BornaMir
Inhalt
  1. 15. SSW: Die Fruchtwasseruntersuchung ist ab jetzt möglich
  2. 15. SSW: Das passiert in Ihrem Körper
  3. So sieht der Fötus in der 15. SSW aus
  4. Das sollten Sie ab der 15. Schwangerschaftswoche tun

Der Gynäkologe kann Ihnen nun mit großer Wahrscheinlichkeit verraten, welches Geschlecht Sie erwarten. Die Geschlechtsbestimmung ist aber längst nicht das einzige, was in der 15. Schwangerschaftswoche (15. SSW) passiert. So verläuft der vierte Schwangerschaftsmonat.

Das Warten hat ein Ende: Je nach Lage des Fötus, kann der Gynäkologe Ihnen nun mitteilen, ob Sie einen Sohn oder eine Tochter bekommen. Im Falle eines Jungen kann der Arzt jetzt den Ansatz des Penis erkennen. Ist der Fötus ein Mädchen, kann der Frauenarzt auf dem Ultraschall die Klitoris erkennen.

In einigen Fällen kann es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch zu Verwechslungen kommen – denn die Anlagen für die Hoden stecken noch in der Bauchhöhle, die Schamlippen sind ebenfalls noch nicht zu erkennen. Ein Finger zwischen den Beinen kann fälschlicherweise für das menschliche Geschlechtsorgan gehalten werden. Auch eine Beckenendlage kann die Geschlechtsbestimmung erschweren. Die pränatale Geschlechtsbestimmung ist daher in der 15. SSW nicht hundertprozentig zuverlässig.

 

Schwangere Frau

© iStock/AleksandarNakic

Hier finden Sie alle Schwangerschaftswochen auf einen Blick!

 

15. SSW: Die Fruchtwasseruntersuchung ist ab jetzt möglich

Ab der 15. SSW ist eine Untersuchung des Fruchtwassers möglich. Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) dient dazu, bestimmte Chromosomenstörungen wie etwa das Down-Syndrom beim ungeborenen Kind festzustellen. Die Amniozentese muss in der Regel privat bezahlt werden, da sie nicht zu den Kassenleistungen zählt. Es können Kosten zwischen 43 und 100 Euro anfallen. Anders sieht es bei einer Risikoschwangerschaft aus. Werdende Eltern sollten sich vorher bei ihrer Krankenkasse informieren, welche Leistungen übernommen werden.

 

15. SSW: Das passiert in Ihrem Körper

Haben Sie schon einmal von der „Schwangerschaftsdemenz“ gehört? Bei diesem Phänomen, dass Sie selbst oder andere vielleicht in der 15. SSW feststellen, handelt es sich nicht um eine Demenz im engeren Sinne. Anders als bei der Altersdemenz sterben keine Gehirnzellen ab. Dennoch ist die mangelnde Konzentration kein subjektives Empfinden. Es kann tatsächlich vorkommen, dass Sie jetzt vergesslicher sind als vorher.

Der Grund: Durch die hormonelle Veränderung nimmt die Gehirnleistung ab. Der Progesteron- und Östrogenspiegel sinkt, währenddessen die Hormone Oxytocin und Prolaktin vermehrt ausgeschüttet werden. Diese sogenannten Milchbildungshormone fördern die Bindung zwischen Mutter und Kind. Forscher gehen davon aus, dass sich das Gehirn auf die Mutter-Kind-Bindung konzentriert. Infolgedessen kann es vorkommen, dass die Schwangere alltägliche Handlungen und Abläufe ausblendet.

Gehirnzellen
Durch die vermehrte Ausschüttung von sogenannten Milchbildungshormonen kann sich in der 15. SSW die Gedächtnisleistung verschlechtern © istock/Firstsignal

Auch Stresshormone (Cortisol) begünstigen Vergesslichkeit in der Schwangerschaft. Ängste vor der Geburt oder Probleme in der Partnerschaft treiben den Cortisol-Spiegel in die Höhe und können so die Gedächtnisleistung beeinträchtigen.

Das ist jedoch normal und nicht weiter tragisch. Nach der Geburt kehrt Ihr Gehirn in der Regel zu seiner vorherigen Leistungsfähigkeit zurück. Damit die schwangerschaftsbedingte Vergesslichkeit Sie im Alltag nicht allzu sehr behindert, schreiben Sie sich wichtige Dinge einfach auf.

Neben dem zunehmendem Vergessen passiert nun vor allem für Erstgebärende etwas Aufregendes: Es kann sein, dass Sie ab der 15. SSW die ersten minimalen Kindsbewegungen spüren können. Bis Sie Stöße und Tritte aus Ihrem Innern fühlen, dauert es aber noch ein bisschen. Eine Art „Flattern“ ist jetzt aber möglicherweise bereits spürbar. Fühlen Sie Ihr Baby in der 15. SSW noch nicht, brauchen Sie sich aber keine Sorgen zu machen. Manche Frauen nehmen Kindsbewegungen erst in der 20. SSW zum ersten Mal wahr.

 

So sieht der Fötus in der 15. SSW aus

Der Fötus ist in der 15. SSW etwa 8,1 Zentimeter groß. Das entspricht ungefähr der Größe einer kleinen Zitrone. Sein Gewicht beträgt jetzt ungefähr 50 Gramm. Damit ist der Fötus doppelt so groß wie noch in der letzten Woche. Der Gynäkologe misst ab dem zweiten Drittel auch den biparietalen Durchmesser (BPD), das heißt, er bestimmt den Querdurchmesser des Babykopfs. Im Schnitt misst der in der 15. SSW rund 30 Millimeter.

Fötus 15.SSW
In der 15. SSW ist der Hals des Babys ausgebildet, es kann seinen Kopf drehen und anheben  © istock/Eraxion

Das Herz des Fötus ist jetzt vollständig entwickelt. Vorhöfe, Herzkammern und -klappen sind nun ausgebildet. Zwischen den Vorhöfen besteht aktuell eine ovale Öffnung, durch die das Blut vom Herz in den kleinen Körper strömt. Der spätere Weg über die Lunge wird jetzt noch nicht gebraucht, da das Ungeborene mittels Plazenta von der Mutter mit Sauerstoff versorgt wird. Das sogenannte „Foramen ovale“, also die Öffnung zwischen den Vorhöfen, schließt sich bei oder manchmal auch erst innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt.

Auch der Hals des kleinen Menschen ist in der 15. SSW bereits fertig ausgebildet. Er kann seinen Kopf nun drehen und anheben.

 

Das sollten Sie ab der 15. Schwangerschaftswoche tun

Dieser Tipp ist nicht zwingend auf die 15. SSW bezogen, sollte aber etwa um diesen Zeitpunkt beherzigt werden: Kümmern Sie sich um eine Hebamme.

In der Regel übernimmt die Hebamme erst später einen Teil der Vorsorgeuntersuchungen oder unterstützt Sie bei der Geburtsvorbereitung. Aber: Hebammen sind oft schon länger im Voraus ausgebucht. Möchten Sie sich den Stress der kurzfristigen Hebammen-Suche ersparen und Ihre Hebamme besser kennenlernen, sollten Sie sich früh genug einen Platz sichern.

VIDEO: Das Geschlecht selbst bestimmen

 
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