100. Todestag des Alzheimer-Entdeckers

Alois Alzheimer
Alois Alzheimer, der Entdecker der Alzheimer-Krankheit, starb heute vor 100 Jahren © Corbis

Alois Alzheimer war der erste, der hinter krankhaftem Gedächtnisverlust Veränderungen im Gehirn vermutete. Zu seinem 100. Todestag erinnern Mediziner an seine Leistung.

Anfang des 20. Jahrhunderts macht der Psychiater Alois Alzheimer eine Entdeckung, die Medizingeschichte schrieb. Ausschlaggebend dafür ist seine Patientin Auguste Deter. Mit 51 Jahren ist sie verwirrt und orientierungslos, erkennt ihren Mannes nicht mehr.

 

Ein berühmtes Patientengespräch

Alois Alzheimer ist zu diesem Zeitpunkt Oberarzt der „Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt am Main. Ein Gespräch zwischen ihm und der neuen Patientin der Klinik, Auguste Deter, wird in der Welt der Medizin Berühmtheit erlangen:

Wie heißen Sie?

Auguste.

Familienname?

Auguste.

Wie heißt Ihr Mann?

Ich glaube Auguste.

Ihr Mann?

Ach so, mein Mann...

Sind Sie verheiratet?

Zu Auguste.

Frau Deter?

Ja zu Auguste Deter.

 

Kollegen reagieren skeptisch auf Alzheimers Entdeckung

Alois Alzheimer beschäftigt sich intensiv mit der Patientin Auguste Deter. Als sie 1906 verstirbt, untersucht er ihr Gehirn. Dabei stellt er fest, dass ihre Gehirnzellen massiv zurückgegangen sind, und entdeckt außerdem ungewöhnliche Ablagerungen. Die Veränderungen erinnern ihn an die bei Patienten mit Altersdemenz, die er ebenfalls seit einigen Jahren erforscht. Doch Auguste Deter wurde nur 56 Jahre alt und bei ihr sind die Gehirnveränderungen deutlich stärker ausgeprägt als bei den altersdementen Patienten, die schon in ihren 70er und 80er Jahren sind. Darum kommen Alzheimer und Kollegen zu dem Schluss, dass es sich um eine eigenständige Krankheit handelt.

Fachkollegen waren von Alzheimers Erkenntnissen zunächst wenig beeindruckt und erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden sich Mediziner darüber einig, dass es sich um ein ernstzunehmendes Krankheitsbild handelte. Die Krankheit wurde nach ihrem Entdecker Alzheimer benannt, der am 19. Dezember 1915 im Alter von 51 Jahren an einer Infektion starb. Inzwischen steht fest, dass es sich bei den von Alzheimer entdeckten Ablagerungen im Gehirn um sogenannte Amyloid-Proteine handelt. Diese finden sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten und stören die Kommunikation der Nervenzellen untereinander.

Heute, 100 Jahre nach dem Tod von Alois Alzheimer, beschäftigt die Alzheimer-Krankheit ganze Generationen von Medizinern. Sie alle forschen fieberhaft nach einem Heilmittel für die Erkrankung. Bisher gibt es lediglich die Möglichkeit, das Fortschreiten von Alzheimer mit Medikamenten zu verzögern. Wie die Alzheimer-Behandlung abläuft, erfahren Sie hier.

Hamburg, 19. Dezember 2015

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