Zerrung (Bänderzerrung)

Eine Zerrung der Bänder eines Gelenks ist die häufigste Sportverletzung überhaupt. Sehr häufig kommt sie bei Sportarten mit Körperkontakt oder abrupten Richtungsänderungen vor, aber auch Skifahrer sind sehr häufig von Bänderzerrungen betroffen. Im Gegensatz zu einem Bänderriss heilt eine Zerrung der Bänder meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab, ohne dass die Stabilität des Gelenks eingeschränkt bleibt.

Was ist eine Zerrung?

Eine Zerrung der Bänder ist eine typische Sportverletzung. Vor allem die Bänder der Knie- und Sprunggelenke sind häufig davon betroffen. Eine Bänderzerrung ist die unterste, leichteste Stufe einer Bänderverletzung. Diese werden medizinisch in drei verschiedene Formen unterschiedlichen Grades eingeteilt:

  1. Grad I: Bänderzerrung (auch Bänderdehnung genannt)
  2. Grad II: Bänderanriss (partielle Ruptur)
  3. Grad III: Bänderriss (vollständige Ruptur)

Bänder sind Bestandteile der Gelenke des menschlichen Körpers. In jedem Gelenk treffen zwei oder mehr Knochen aufeinander, die beweglich miteinander über die Gelenkkapsel und die Bänder verbunden sind. Diese Bänder bestehen aus Zellen des Bindegewebes, den sogenannten Fibroblasten, die faserförmig angeordnet sind. Sie werden durch kleine Blutgefäße versorgt. Durch eine Wellenform der einzelnen Bänderfasern erhalten die Bänder eine gewisse Elastizität.

Sportverletzungen sind häufig Bänderzerrungen

Zerrungen häufig nach Stop-and-go-Sportarten

Bänderzerrungen sind eine häufige Verletzung beim Squash und anderen sogenannten „Stop-and-go“-Sportarten

Bänder sind in der Lage, Bewegungen des Gelenks zu führen oder sie zu begrenzen. Je nach Aufbau geben sie einem Gelenk die nötige Stabilität oder eine elastische Führungshilfe bei einer Bewegung. Sportmediziner sprechen deshalb auch von drei verschiedenen Arten von Bändern: Verstärkungsbänder, Hemmungsbänder und Führungsbänder. Die Dehnbarkeit eines Bands ist grundsätzlich nach oben hin limitiert. Kommt es zu einer hohen Belastung des Bands über die normale Belastungsfähigkeit hinaus, wird die anatomische Wellenform der Fasern gestört und es kommt zu einer Bänderzerrung.

Zerrungen der Bänder gehören zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. In mehr als 30 Prozent der Fälle sind die Bänder des Sprunggelenks – meist das Außenband – betroffen. Schätzungsweise 1 von 10.000 sporttreibenden Personen täglich erleidet eine Zerrung der Sprunggelenksbänder. Am zweihäufigsten werden die Bänder des Kniegelenks, wie die Kreuzbänder, gezerrt. Aber auch die Bänder der Fingergelenke sind oft von einer Zerrung betroffen.

Übrigens: Bänder sind nicht das Gleiche wie Sehnen. Diese verbinden nicht zwei Knochen miteinander, sondern Muskeln und Knochen. Auf diese Weise übertragen sie die Kraft der Muskeln auf das Skelett und ermöglichen so Bewegungen.