Wie gefährlich sind Henna-Tattoos?

Aus einer Urlaubslaune heraus ließ sich eine junge Britin ein Henna-Tattoo malen – zwei Wochen später wurde aus dem Sommerspaß ein Albtraum. Denn statt des schönen Tattoos hatte sie nun hässliche Narben – und stand kurz vor einer Blutvergiftung.

Das Henna-Tattoo an der Strandpromenade machte die Urlaubsstimmung perfekt, als die 20-jährige Chloe Goodwin aus dem britischen Swadlincote mit ihrer Familie zwei Wochen zum Ausspannen in Bulgarien verbrachte. Henna-Tattoos sind beliebt unter Urlaubern, denn es gibt keinen Grund zur Reue, wenn die Urlaubsstimmung verflogen ist: Der Körperschmuck verblasst nach einigen Tagen wieder – eigentlich.

Als das schwarze Blumenmuster auf dem Unterarm der jungen Britin nach zehn bis elf Tagen zu verblassen begann, setzte gleichzeitig ein Brennen und Jucken auf der Haut ein. Schließlich bildeten sich kleine Blasen, wie bei einer Verbrennung.

Chloe suchte den Notarzt auf und erfuhr, dass die Henna-Farbe eine Verätzung verursacht hatte. Die Folge: eine dauerhafte Narbe. Um die akute Gefahr einer Blutvergiftung abzuwenden, musste sie Antibiotika einnehmen.  

Finger weg von schwarzem Henna

Sind Henna-Tattoos allgemein gefährlich? Nein – Henna-Fans müssen auch künftig nicht auf den natürlichen Körperschmuck verzichten. Denn das natürliche, braunrote Henna ist unbedenklich. Was die Verätzung auf Chloes Arm verursacht hat, war eine Substanz namens para-Phenylendiamin, die dem natürlichen Henna-Pulver beigemischt wurde, um ihm eine dunklere Farbe zu verleihen.

Mediziner warnen darum davor, sich Tattoos mit schwarzem Henna malen zu lassen. Es kann nicht nur, wie bei Chloe, zu Verätzungen führen, sondern auch starke allergische Reaktionen auslösen – bei Kindern können diese sogar lebensbedrohlich werden.

Chloe wendet sich mit einer Warnung an die Öffentlichkeit: „Ich habe den dummen Fehler gemacht, mir ein (Henna-Tattoo) machen zu lassen, und jetzt könnte ich mein Leben lang vernarbt bleiben. Ich nehme starke Antibiotika wegen der fiesen Chemikalien, die schwarzes Henna enthält; wenn sich mein Zustand auch nur leicht verändert, muss der Notarzt gerufen werden“, erzählt sie der britischen „BurtonMail“. „Lasst euch nicht dazu bringen, schwarzes Henna zu verwenden, auch wenn ein Allergietest gemacht wurde. Ich hatte es für elf Tage an meinem Arm, bevor sich die erste Reaktion zeigte – macht nicht denselben dummen Fehler wie ich.“

Werden die Narben für immer bleiben?

Als Urlaubssouvenir bleibt Chloe eine rote, hervortretende Narbe an ihrem Unterarm. Ihre Ärzte sagten ihr, es handele sich um eine dauerhafte Narbe – sie wird also nicht von selbst wieder verschwinden. Es gibt jedoch die Möglichkeit, Narben mit dem Laser behandeln zu lassen. Komplett verschwinden lässt diese Methode die Narben auch nicht, sie werden aber deutlich heller, glatter und flacher und damit unauffälliger.

Die Kosten für eine Narbenentfernung mit dem Laser variieren je nach Arzt und Größe des zu behandelnden Areals zwischen 100 und mehreren Tausend Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht, da es sich um eine ästhetische Korrektur handelt. Verursacht eine Narbe allerdings starke Schmerzen oder psychische Belastungen, besteht die Chance auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse nach Antrag.

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