Wie entsteht ein Hirntumor und wie wird er behandelt?

Der Begrifft Hirntumor umfasst Krebserkrankungen, die sich im Gehirngewebe entwickeln oder aus selbigem entstehen. PraxisVITA erklärt, wie ein Hirntumor entstehen und wie er behandelt werden kann.

Was ist ein Hirntumor?

Der Hirntumor oder auch Gehirntumor umfasst eine Fülle verschiedener Tumorerkrankungen im Gehirn. Dabei wachsen entartete Zellen ungebremst im Gehirngewebe und bilden Geschwulste. Während gutartige Gehirntumoren in der Regel langsam wachsen und sich deutlich gegenüber gesundem Gewebe abgrenzen, wachsen bösartige Hirntumoren schneller und dringen zugleich aggressiv in das umliegende Gehirngewebe hinein. Die umgebenden, gesunden Gehirnzellen werden dabei teilweise oder ganz zerstört. Mitunter können sich gutartige Gehirntumoren im Verlauf der Erkrankung zu bösartigen Tumoren verwandeln.

Im Unterschied zu vielen anderen Tumorerkrankungen kann auch der gutartige Hirntumor lebensbedrohend werden, weil der Schädel die Ausweichmöglichkeiten des gesunden Gehirngewebes begrenzt. Der Tumor drückt verstärkt auf die empfindlichen Gehirnzellen und schränkt deren Funktion ein oder schädigt sie. Gutartige und bösartige Hirntumoren gehören zu den seltenen Tumorformen. Sie machen gerade mal zwei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Bei Kindern treten sie vergleichsweise häufiger in Erscheinung als bei Erwachsenen.

Primärer und sekundärer Hirntumor

Arzt erkennt auf CZ-Aufnahmen einen Hirntumor

Auf den CT-Aufnahmen sieht der Arzt das Gehirn im Querschnitt und kann so einen Hirntumor erkennen

Der Arzt unterscheidet grundsätzlich zwischen einem primären und einem sekundären Hirntumor. Während sich der primäre Hirntumor aus den Gehirnzellen oder den Zellen der Hirnhäute entwickelt, bilden sich sekundäre Gehirntumoren immer infolge von Tochtergeschwulsten (Metastasen) anderer Krebserkrankungen. Diese siedeln sich von der ursprünglichen Krebserkrankung (z. B. Lungenkrebs, Hautkrebs) ab und wandern über die Blut- oder Lymphbahnen sowie das Nervenwasser (Gehirnflüssigkeit, Liquor) in das Gehirngewebe ein. Sekundäre Gehirntumoren sind also Geschwulste, die sich beispielsweise aus entarteten Haut- oder Lungenzellen im Gehirn entwickeln.

Neben der Einteilung in die Kategorien gut- oder bösartig sowie primär oder sekundär klassifizieren Mediziner den Hirntumor anhand des verursachenden Gewebetyps. Denn das Gehirn besteht über die eigentlichen Nervenzellen hinaus aus verschiedenen, anderen Zelltypen:

  • Neurinome: Tumoren aus Nervenzellen
  • Meningeome: Tumoren aus Zellen der Hirnhäute
  • Gliome: Entwickeln sich aus sogenannten Gliazellen, die das Stütz- und Versorgungsgerüst für die Nervenzellen bilden
  • Lymphome: Bilden sich aus bestimmten Zellen des Immunsystems, sogenannten Lymphozyten.
  • Medulloblastom: Es entwickelt sich vor allem im Kindesalter aus embryonalen, unreifen Zellen im Gehirn.
  • Ependymome: Entstehen aus Zellen, die das Deckgewebe des Nervensystems bilden
  • Mischtumoren: Bilden sich aus verschiedenen Zelltypen im Gehirn

Operation, Bestrahlung und Chemotherapie zur Behandlung eines Hirntumors

Ein Hirntumor kann vielfältige Symptome verursachen, die jedoch unspezifisch sind und bei vielen anderen, zumeist harmlosen Erkrankungen auftreten. Zu ihnen zählen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen. Je nach Art und Ort des Gehirntumors können Betroffene Lähmungserscheinungen zeigen, Krampfanfälle haben, durch Sprach- sowie Sehstörungen eingeschränkt sein oder Persönlichkeitsveränderungen entwickeln.  

Besteht der Verdacht auf einen Hirntumor, so setzt der Arzt für die Diagnose unterschiedliche, bildgebende Verfahren, wie beispielsweise die Computertomografie (CT) oder die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ein. Gegebenenfalls wird er darüber hinaus Gehirnflüssigkeit zur Untersuchung entnehmen oder eine Messung der Gehirnströme durchführen.

Hirntumor

Ein Hirntumor zählt zu den eher seltenen Krebserkrankungen

Bei einem Hirntumor bieten sich dem behandelnden Ärzte-Team für die Therapie die Möglichkeiten einer Operation, einer Bestrahlung (Strahlentherapie) sowie einer Chemotherapie. Erste Wahl ist dabei immer die Operation, also eine ganz oder teilweise Entfernung des Tumors. Je nach Art, Ort und Umfang des Hirntumors kann der Arzt alle drei Behandlungsmöglichkeiten kombinieren oder sich auf einen Behandlungsansatz beschränken.

Kann man einem Hirntumor vorbeugen?

Einem Hirntumor lässt sich nicht gezielt vorbeugen. Jedoch gilt es generell, den Kontakt zu krebserregenden Stoffen zu vermeiden und die eigene Strahlenbelastung (radioaktive Strahlung) nach Möglichkeit niedrig zu halten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auf das Rauchen zu verzichten und Alkohol nur in Maßen zu genießen, da beide Genussmittel das Risiko einer Krebserkrankung mitunter deutlich erhöhen.