Was passiert mit der Tattoo-Farbe in meinem Körper?

Tätowierung
Bisher konnte die Wissenschaft nicht klären, welche gesundheitlichen Risiken Tätowierungen bergen
Eine Tätowierung bleibt ein Leben lang auf der Haut – aber nicht nur da, wie eine aktuelle Studie deutscher Wissenschaftler zeigt.

Menschen tätowieren sich bereits seit Tausenden Jahren. Dennoch ist bisher kaum erforscht worden, welche Auswirkungen das Tätowieren auf den Körper hat. Unklar ist beispielsweise, wie sich die Tinte im Körper verhält. In einer ersten detaillierten Untersuchung zu dem Thema beschäftigten sich Wissenschaftler um Ines Schreiver am Bundesinstitut für Risikobewertung mit dieser Frage.

Nanopartikel reichern sich in Lymphknoten an

Die Wissenschaftler untersuchten Proben aus Haut und Lymphknoten vier Verstorbener mit Tätowierungen und fanden bestätigt, worauf es bereits Hinweise gab: Die Tattoo-Farbe bleibt nicht, wo sie ist. Einzelne, winzige Farbpartikel lösen sich aus der Haut und wandern über Blut und Lymphflüssigkeit durch den Körper. Schreiver und ihr Team fanden solche Farbpartikel in den Lymphknoten von zwei der Verstorbenen.

Die Lymphknoten sind eine Art Kläranlage des Körpers. Darin befindet sich eine Anhäufung von Immunzellen. Gelangen fremde oder feindliche Stoffe in die Lymphknoten, werden sie von den dort „stationierten“ Immunzellen bekämpft. Bei diesem Vorgang vermehren sich die Immunzellen und es kommt zur Schwellung des Lymphknotens.

Die Folgen für den Körper sind noch unbekannt

Welche Auswirkungen haben die Nanopartikel, die sich aus der Haut lösen und durch den Körper wandern? Das weiß zurzeit noch niemand. Unklar bleibt auch, an welchen Stellen des Körpers die Partikel sich gegebenenfalls außerdem ansammeln. Das gesundheitliche Risiko von Tätowierungen bleibt also auch nach dieser Studie unklar.

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