Was ist Rheuma (Rheumatoide Arthritis)?

Rheuma ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die am Bewegungsapparat auftreten und fast immer mit Schmerzen verbunden sind. In den meisten Fällen ist mit „Rheuma“ aber die so genannte rheumatoide Arthritis gemeint. In Deutschland leiden Millionen Menschen unter der Erkrankung. PraxisVITA erklärt, wie sich diese äußert und was dagegen hilft.

Was ist Rheuma?

Bei Rheuma handelt es sich um die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke, die meist an beiden Körperhälften gleichzeitig auftritt. Medizinisch korrekt wird Rheuma als rheumatoide Arthritis bezeichnet, während früher die Bezeichnung chronische Polyarthritis üblich war. Dieser Begriff beschreibt gleichzeitig die wichtigsten Charakteristika der Erkrankung:

Bei Rheuma sind also über eine lange Zeitdauer viele Gelenke (laut Definition mehr als drei) gleichzeitig entzündet.

Die rheumatoide Arthritis führt zu einer Gelenkentzündung

Rheuma – Eine Entzündung der Gelenke

Wird diese Entzündung der Gelenke nicht behandelt und gebremst, greift die Entzündung im weiteren Verlauf den Gelenkknorpel und die Knochen an. Die Gelenkstrukturen werden zunehmend abgebaut und die Beweglichkeit nimmt immer weiter ab. Kommt es zu keiner Therapie werden die Gelenkknorpel vollkommen zerstört. Dies kann in der Folge beispielsweise zu einem Verlust der Arbeitsfähigkeit und einer massiven Einschränkung der Lebensqualität führen. Bei schweren Verläufen können außerdem andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, wie zum Beispiel Augen, Herz, Lungen, Nerven und Blutgefäße. In diesen Fällen kann die Lebenserwartung Betroffener um bis zu 13 Jahre gegenüber Gesunden reduziert sein. Mit einer adäquaten, frühzeitig begonnenen Behandlung zeigt sich jedoch kein Unterschied mehr.

Rheuma kann auch Kinder treffen

Unter Rheuma leiden weltweit rund 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung. Frauen sind etwa doppelt so häufig von Rheuma betroffen wie Männer. Pro 100.000 Menschen erkranken jährlich schätzungsweise zwischen 34 bis 83 Menschen neu an Rheuma. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, am häufigsten aber zwischen dem 55. und 64. Lebensjahr bei Frauen und zwischen 65 und 75 Jahren bei Männern. Auch Kinder können an einer bestimmten Form von Rheuma, der juvenilen idiopathischen Arthritis, erkranken.

Welche Ursachen hat Rheuma?

Bei Rheuma handelt es sich um eine sogenannte Autoimmun-Erkrankung. Ursache der rheumatoiden Arthritis ist demnach ein Irrtum des Immunsystems: Abwehrzellen, die eigentlich die Aufgabe haben, den Organismus vor feindlichen Viren und Bakterien zu schützen, sind fehlgeleitet. Sie halten körpereigenes Gewebe für fremd, greifen dieses an und zerstören es.

Was sind die Symptome von rheumatoider Arthritis?

Häufig treten zunächst sehr allgemeine Beschwerden wie Appetitlosigkeit oder auffallende Müdigkeit auf. Im Frühstadium fühlen sich die an Rheuma erkrankten Gelenke vor allem nach dem Aufstehen steif an. Bewegt man sie, klingen die Symptome zunächst wieder ab. Wobei die Morgensteifigkeit bis zu einer Stunde und länger andauern kann. In der Regel treten die Beschwerden symmetrisch in beiden Körperhälften auf. Später breitet sich die Krankheit aus – neben den Händen sind dann vor allem Schultern, Knie, Ellenbogen und die Sprunggelenke betroffen. Schließlich kann die Arthritis auch innere Organe befallen. Besonders gefährdet ist das Herz. Daher haben Rheumatiker auch ein erhöhtes Infarktrisiko.

Wann sollte bei Rheuma ein Arzt aufgesucht werden?

Rheuma ist bislang nicht heilbar. Dennoch lassen sich die Beschwerden gut behandeln. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist jedoch die frühe Diagnose. Die Deutsche Rheuma-Liga empfiehlt daher dringend, bei immer wiederkehrenden Entzündungen etwa im Knie oder in den Handgelenken einen internistischen Rheumatologen aufzusuchen.

Wie kann ein Arzt Rheuma feststellen?

Eine Blutuntersuchung zeigt, ob eine Entzündung vorliegt. Per Ultraschall kann der Arzt die betroffene Region genauer untersuchen. Dabei lassen sich die Gelenkinnenhaut und Sehnen an der betroffenen Stelle gut beurteilen. Danach kann der Arzt mit einer dünnen Nadel Flüssigkeit aus dem Gelenkspalt absaugen. An dieser Flüssigkeit kann er mit bloßem Auge sehen, ob zum Beispiel Bakterien die Beschwerden verursacht haben. Dann wäre die Flüssigkeit trübe.

Wie lässt sich Rheuma behandeln?

Moderne Medikamente können das Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Neben Kortison stehen Mittel zur Verfügung, die das Immunsystem hemmen und so die Entzündung unterdrücken.

Worin unterscheiden sich Arthrose und Rheumatoide Arthritis?

Arthrose entsteht durch die Abnutzung von Knorpeln und Knochen an Knie, Hüfte oder Wirbelsäule. Rheumatoide Arthritis dagegen wird durch eine Entzündung der Gelenke ausgelöst. Bleibt beides unbehandelt, drohen dramatische Folgen. Es kommt zu chronischen Schmerzen, die Gelenke verformen und versteifen sich. In einigen Fällen zieht entzündliches Rheuma auch innere Organe in Mitleidenschaft. Darum ist es besonders wichtig, erste Anzeichen ernst zu nehmen und sein Blut beim Arzt auf Rheuma untersuchen zu lassen. Dies vor allem dann, wenn es in der Familie bereits Rheumafälle gab.

Was ist eigentlich Rheuma?