Was ist Helicobacter pylori?

Bei einer Helicobacter pylori Infektion ist die Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori befallen. Praxisvita erklärt, was es mit der Krankheit auf sich hat und welche Hausmittel helfen.

Was ist eine Helicobacter pylori Infektion?

In vielen Fällen ruft eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori keine Beschwerden hervor – daher bemerken Patienten gar nicht, dass sie infiziert sind. Manchmal entstehen infolge der bakteriellen Besiedlung der Magenschleimhaut aber Folgeerkrankungen, zum Beispiel eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) oder ein Magengeschwür.

Das Bakterium Helicobacter pylori

Helicobacter pylori ist ein stäbchenförmiges, begeißeltes, grünes Bakterium, das schmerzhafte Magengeschwüre hervorrufen kann

Helicobacter pylori ist ein stäbchenförmiges Bakterium, das die Fähigkeit besitzt, die Zellen der Magenschleimhaut zu infizieren. Die Magenschleimhaut ist normalerweise durch eine Vielzahl von Mechanismen vor einer Infektion durch Krankheitserreger geschützt. Dazu gehören vor allem die hochaggressive Magensäure, die dicke und nahezu undurchdringliche Schleimschicht, die den Magen von innen auskleidet, und das Immunsystem, dessen Zellen ununterbrochen durch den gesamten Körper patrouillieren, um alle unerwünschten Eindringlinge unschädlich zu machen. Helicobacter pylori verfügt über einzigartige Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, all diese Schutzmechanismen zu überwinden.

Eine Infektion mit dem Helicobacter pylori führt zu einer chronischen Gastritis (Magenschleimhautentzündung), die aber in vielen Fällen so mild verläuft, dass der Betroffene die Erkrankung kaum bemerkt. Die chronische Entzündung begünstigt allerdings die Entstehung von Geschwüren im Magen und auch im unmittelbar an den Magen angrenzenden Zwölffingerdarm. Ärzte nehmen an, dass etwa 60 Prozent aller Magengeschwüre und über 90 Prozent aller Zwölffingerdarmgeschwüre durch eine Helicobacter pylori Infektion entstehen.

Infektion mit Helicobacter pylori bereits im Kindesalter möglich

Der Krankheitserreger Helicobacter pylori ist weltweit verbreitet. Über 50 Prozent aller Menschen tragen den Keim in sich. Die meisten Menschen infizieren sich vermutlich bereits im Kindesalter. Nach heutigem Kenntnisstand erfolgt die Übertragung fast ausschließlich von Mensch zu Mensch, hauptsächlich über den Mund oder über Fäkalien. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ungünstige hygienische Verhältnisse und häufige Durchfallerkrankungen die Übertragung begünstigen. In den Industrieländern, in denen die meisten Kinder in guten hygienischen Verhältnissen aufwachsen, ist die Verbreitung von Helicobacter pylori rückläufig, während der Keim in vielen Entwicklungsländern noch weit verbreitet ist. Experten schätzen, dass ungefähr 24 Prozent aller Deutschen im Erwachsenenalter mit Helicobacter infiziert sind.

Helicobacter pylori: Neue Forschung

Durch eine großangelegte Analyse vorhandener Studien haben Forscher festgestellt, dass eine Kombinationsbehandlung von zwei Arzneimitteln die Entwicklung von Magenkrebs durch Helicobacter pylori verhindern kann. Für die Untersuchung verglichen die Wissenschaftler Daten von insgesamt 6.500 Teilnehmern. Dabei wurden an die verwendeten Studien hohe Kriterien gestellt: Es wurden nur Untersuchungen zugelassen, bei denen die Probanden mindestens zwei Jahre begleitet wurden und bei denen mindestens zwei von ihnen im Laufe der Zeit Magenkrebs entwickelt hatten. Die Teilnehmer waren zu Beginn alle positiv, aber beschwerdefrei auf Helicobacter pylori getestet worden.

Für die Analyse wurden drei verschiedene Arten für den Umgang mit Helicobacter pylori verglichen: Bei der ersten erfolgte eine Behandlung des Bakteriums, bei der zweiten wurden nur Placebos eingesetzt und bei der dritten wurde die Infektion nicht behandelt. Das Ergebnis: Ohne Behandlung oder bei einer Therapie mit Placebos entwickelte sich in 4,1 Prozent der Fälle Magenkrebs. Von den Teilnehmern, die mit einer Kombination aus Antibiotika und Protonenpumpenhemmern behandelt wurden, bekamen nur 2,4 Prozent Magenkrebs. Alle Informationen zur Studie finden Sie in unserem Artikel „Essen gegen den tödlichen Magenkeim.“