Was ist eine Thrombose und wie wird sie behandelt?

Von einer Thrombose sprechen Ärzte, wenn sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet und es dadurch verstopft. Thrombosen können weitreichende Folgen haben und sollten daher immer von einem Arzt behandelt werden.

Was ist eine Thrombose?

Die Thrombose entsteht durch eine wichtige, lebensnotwendige Fähigkeit des Körpers: die Blutgerinnung. Bei einer Verletzung setzt ein komplexer Vorgang ein, an dessen Ende das Blut verklumpt, um die Blutung einer Wunde zu stoppen. Wenn dies jedoch im Inneren der Gefäße passiert, können sie dadurch vollständig verschlossen werden und die Blutversorgung ist unterbrochen. Solch eine Thrombose kann sich sowohl in Venen bilden, die zum Herzen hinführen, als auch in Arterien, die das Blut vom Herzen wegtransportieren. Das Gerinnsel kann sich zudem lösen und mit dem Fluss des Blutes weitertransportiert werden – bis zu einem Engpass, wo es das Gefäß verschließt. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Embolie.

Thrombosestrümpfe

Bei erhöhtem Thrombose-Risiko hilft das Tragen von Kompressionsverbänden oder Thrombosestrümpfen

Welche Symptome eine Thrombose zeigt und wie gefährlich sie ist, hängt davon ab, welches Gefäß durch das Blutgerinnsel verschlossen wird. Sehr häufig treten Thrombosen in den Venen der Beine auf und im Bereich des Beckens. Sie können oberflächliche Venen betreffen, was in den meistens Fällen harmlos ist. Häufig macht sich der Verschluss durch leichte Schmerzen bemerkbar, auch Krampfadern können daraus entstehen. Anders sieht es aus, wenn tieferliegende Venen verschlossen sind. Der Blutkreislauf wird erheblich gestört, was schnellstmöglich von einem Arzt behandelt werden muss.

Eine arterielle Thrombose ist grundsätzlich gefährlicher, weil Arterien die lebenswichtigen Organe mit Blut versorgen. Ein Verschluss der Herzkranzgefäße führt beispielsweise zu einem Herzinfarkt. Auch die meisten Schlaganfälle (80 bis 85 Prozent) werden durch ein Blutgerinnsel ausgelöst.

Was kann ich gegen Thrombose unternehmen?

Um das Risiko einer Thrombose einzuschränken, gibt es mehrere Methoden der Vorbeugung. Neben einem gesunden Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung hilft es, im Alltag Kompressionsstrümpfe zu tragen. Diese können bei erhöhtem Thrombose-Risiko, zum Beispiel durch Schwangerschaft oder einen Beruf mit langem Stehen, in der Apotheke oder im Sanitätsfachgeschäft erworben werden.

Sollte es bereits zu spät sein, wird zur Behandlung eine Thrombose-Behandlung angewandt. Diese beruht auf verschiedenen Säulen, die je nach Größe und Standort des Blutgerinnsels angewandt werden. Beispielsweise kann versucht werden, die von der Thrombose betroffenen Gefäße durch eine Operation oder einen Bypass zu behandeln.

Die Pille

Die modernen Antibabypillen erhöhen meist das Risiko einer Thrombose. Daher sollte der Beipackzettel beim Pillenwechsel stets genau gelesen werden


Thrombose und die Antibabypille

Bereits seit Einführung der Antibabypille vor über 50 Jahren ist ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose durch die Einnahme bekannt. Doch besonders wenn das Präparat gewechselt wird, lesen Frauen den wichtigen Beipackzettel meist gar nicht – und unterschätzen das Gesundheitsrisiko dadurch. Bei einer Umfrage gaben viele Frauen außerdem an, dass ihr Frauenarzt sie über das Risiko einer Thrombose nicht ausreichend aufgeklärt habe. Betroffen sind vor allem moderne Pillen der dritten oder vierten Generation. Diese werden von Frauenärzten häufig empfohlen, weil sie auch positive Nebenwirkungen haben. Oft sorgen sie beispielsweise für ein reineres Hautbild und weniger Pickel.

Ärzte raten, nach einem Pillenwechsel den Beipackzettel genau zu lesen. Treten dann später Symptome wie plötzliche Atemnot oder Schmerzen in den Beinen auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht und dabei angegeben werden, dass vor kurzem die Pille gewechselt wurde. Durch die relativ unspezifischen Symptome kann es sonst passieren, dass die Thrombose nicht als solche erkannt wird.