Wachstumsstörungen

Wenn Kinder nicht richtig wachsen, machen sich ihre Eltern naturgemäß Sorgen. Wird mein Kind noch einen Wachstumsschub bekommen oder bleibt es dauerhaft kleiner als die Normgröße? Bei Unsicherheiten kann es sinnvoll sein, frühzeitig einen Kinderarzt hinzuzuziehen. Liegt hinter dem verzögerten Wachstum tatsächlich eine medizinische Ursache, wie ein Mangel an Wachstumshormonen oder eine Unterfunktion der Schilddrüse, ist eine rechtzeitige Behandlung meist erfolgversprechend. Manchmal sind kleinere Kinder lediglich Spätzünder, die einfach etwas später wachsen als ihre Altersgenossen, und sie sind als Erwachsene keineswegs kleiner sind als andere Erwachsene.

Wachstumsstörung oder nur ein wenig kleiner als die anderen?

Wachstumsstörungen ihrer Kinder sind für die meisten Eltern sehr besorgniserregend. Wenn das eigene Kind deutlich kleiner ist als seine gleichaltrigen Spielkameraden, kann die gesicherte Diagnose einer Wachstumsstörung durch den Kinderarzt Klarheit bringen. Besonders wichtig ist ein frühzeitiges Eingreifen, wenn die betroffenen Kinder massiv unter ihrer Körpergröße leiden oder gar von Mitschülern oder Kindern aus dem Kindergarten deshalb gehänselt werden. Natürlich sollten besorgte Eltern ihre eigene Körpergröße im Kopf behalten. Kleine Eltern werden selten Riesen aufziehen und umgekehrt, wobei es sicher Ausnahmen gibt – es muss sich also nicht immer um Wachstumsstörungen handeln.

Wachstumsstörungen

Wenn Kinder kleiner sind als ihre Altersgenossen, muss das nicht an Wachstumsstörungen liegen


Drei Wachstumsphasen

Kinder wachsen normalerweise in drei Phasen. Die erste Phase dauert von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr und bringt eine Verdoppelung der Körpergröße mit sich. In den Jahren bis zur Pubertät wächst das Kind dann etwas langsamer: fünf bis sechs Zentimeter legt es pro Jahr im Durchschnitt an Länge zu. In der Pubertät kommt es zu den bekannten Wachstumsschüben, wo die Kinder quasi über Nacht wachsen. Ausgewachsen sind Jugendliche, wenn ihre Wachstumsfugen geschlossen sind. Dann ist es vorbei mit dem Wachstum. Mädchen erreichen diesen Wachstumsstopp in der Regel im Alter zwischen 13 und 15 Jahren. Jungs sind etwas später ausgewachsen. Erst mit 14 bis 17 Jahren haben sie ihre endgültige Körpergröße erreicht.

Wachstumskurve zeigt Wachstumsstörungen an

Ob die Körpergröße im Normbereich liegt oder eine Wachstumsstörung vorliegt, verrät die Wachstumskurve. Sie koordiniert das jeweilige Alter mit einem Bereich der Körpergrößen. Erst wenn das Kind dauerhaft unterhalb der 3. Perzentile oder oberhalb der 97. Perzentile dieser Wachstumskurve liegt, befindet sich seine Größe außerhalb des Normbereiches. Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen misst der Kinderarzt die Größe des untersuchten Kindes und gleicht sie mit der Wachstumskurve ab. Unter anderem deshalb ist wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen konsequent wahrzunehmen. Eine mögliche Auffälligkeit lässt sich so früh entdecken.