Wachstumsschmerzen

Wachstumsschmerzen sind Schmerzen in den Muskeln und Gliedmaßen, die vor allem bei jüngeren Schul- und Vorschulkindern vorkommen. Die ziehenden oder brennenden Schmerzen treten spontan und ohne offensichtlichen Grund bevorzugt in der Nacht auf und sind am nächsten Tag wieder verschwunden. Die Ursachen für die unangenehmen, aber in der Regel harmlosen Beschwerden sind bis heute nicht eindeutig geklärt.

Was sind Wachstumsschmerzen?

Vielen Eltern haben bereits Erfahrungen mit den rätselhaften Schmerzen gemacht, die ihr Kind nachts aus dem Schlaf reißen: Wachstumsschmerzen treten fast immer am Abend oder in der Nacht auf, bevorzugt in den Beinen, manchmal auch in den Armen. Gerade kleine Kinder haben häufig Schwierigkeiten, den Schmerz genau zu beschreiben. Die Beine fühlen sich einfach „komisch“ an. Die Suche nach den Auslösern bleibt zumeist erfolglos: Das Kind ist nicht hingefallen, es hat keine Verletzungen und auch sonst sind keine Auffälligkeiten zu entdecken. Meistens lassen die Wachstumsschmerzen ebenso plötzlich wieder nach, wie sie gekommen sind – manchmal schon nach einigen Minuten, manchmal erst nach Stunden – aber spätestens am nächsten Morgen sind sie spurlos verschwunden.

Wachstumsschmerzen nach Bewegung

Kinder leiden vor allem unter Wachstumsschmerzen, wenn sie sich tagsüber viel bewegt haben

Schätzungen zufolge leidet ungefähr ein Drittel aller Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren an Wachstumsschmerzen. Die ziehenden Schmerzen treten meistens im Bereich der Schienbeine der Knie oder der Oberschenkel auf. Sie sind immer beidseitig – wechseln aber unter Umständen zwischen rechtem und linkem Bein – und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei den meisten Kindern kehren die Beschwerden in unregelmäßigen Abständen wieder, manchmal über mehrere Tage oder sogar Wochen hinweg. Vor allen Dingen nach sehr aktiven Tagen mit viel Bewegung klagen die betroffenen Kinder am Abend oder in der Nacht häufig über Wachstumsschmerzen.

Ursachen für Wachstumsschmerzen noch nicht geklärt

Die Ursachen für die Wachstumsschmerzen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Selbst dafür, dass die Schmerzen tatsächlich mit dem Wachstum in Zusammenhang stehen, gibt es keine eindeutigen Beweise. Denn Wachstum selbst verursacht keine Schmerzen und geht ohne Beschwerden nahezu unbemerkt vonstatten.

Auch wenn Wachstumsschmerzen für das Kind sehr unangenehm sein können und es verängstigen, sind die Beschwerden grundsätzlich harmlos und verschwinden bei älteren Kindern ganz von alleine. Allerdings gibt es auch ernstzunehmende körperliche Erkrankungen, die mit ganz ähnlichen Symptomen einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel Verletzungen, entzündliche Erkrankungen (wie Rheuma) oder Tumoren. Deshalb ist es besonders bei anhaltenden Muskel- und Gliederschmerzen wichtig, einen Kinderarzt zu Rate zu ziehen.

„Schuld an Wachstumsschmerzen sind Hormone, die vor allem in der Nacht ausgeschüttet werden“

„Schuld an Wachstumsschmerzen sind Hormone, die vor allem in der Nacht ausgeschüttet werden“

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess: „Mitten in der Nacht wird das Kind wach - und zwar vor Schmerz. "Irgendwo in den Beinen" tut es schrecklich weh. Vor allem bei Kindern im Vor- und Grundschulalter sind diese Schmerzen zu beobachten, seltener aber auch schon bei Kleinkindern zwischen zwei und drei Jahren. Kinderärzte sprechen bei diesen Symptomen von Wachstumsschmerzen. Schuld daran sind Wachstumshormone, die vor allem in der Nacht ausgeschüttet werden. Die plötzliche Beschleunigung des Wachstums verursacht eine Art Spannungsschmerz an der Knochenhaut der Beine, der nicht genau lokalisiert werden kann. Nach wenigen Minuten hört der Schmerz von allein wieder auf. Kommt es jedoch wiederholt zu länger andauernden Schmerzen, sollten Sie Ihren Kinderarzt kontaktieren. Im Zweifel kann ein Röntgenbild oder Ultraschall andere Ursachen ausschließen.“