Verbrennungen und Verbrühungen

Verbrennungen sind Verletzungen des Hautgewebes durch den Kontakt mit heißen Gegenständen (Kontaktverbrennung), heißen Flüssigkeiten (Verbrühung), Chemikalien oder elektrischem Strom. Durch die Wärmeeinwirkung werden die Zellen der Haut geschädigt oder bei schweren Verbrennungen zerstört. Geringfügige Verbrennungen, bei denen nur die oberste Hautschicht betroffen ist, heilen in der Regel von alleine ab. Bei großflächigen oder schweren Verbrennungen ist aufgrund der Gefahr von Komplikationen eine medizinische Versorgung notwendig.

Was sind Verbrennungen und Verbrühungen?

Die Haut ist mit einer Oberfläche von etwa 1,8 Quadratmetern und einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm das größte Organ des menschlichen Körpers und erfüllt eine Vielzahl wichtiger Aufgaben: Sie schützt den Körper vor dem Austrocknen, vor der Einwirkung von Schadstoffen, vor dem Eindringen von Krankheitserregern und vor Überhitzung und Auskühlung. Zu einer Verbrennung kommt es immer dann, wenn starke Hitze auf die Haut einwirkt. Durch die Hitze werden die Zellen der Haut beschädigt oder zerstört. Im Alltag ist eine Verbrennung leicht geschehen – manchmal reicht eine ungeschickte Bewegung und die Tasse mit dem frisch aufgekochten Teewasser ergießt sich über Arme oder Beine. Ebenso sind die meisten Menschen schon versehentlich mit dem heißen Herd, Kochtöpfen, dem Backblech oder dem Bügeleisen in Berührung gekommen und haben sich dabei eine Verbrennung zugezogen.

Sonnenbrand

Auch ein Sonnenbrand ist eine typische Verbrennung

Welche Schäden durch eine Verbrennung an der Haut entstehen, hängt davon ab, wie hoch die Temperatur war und wie lange die Wärme auf die Haut eingewirkt hat. Leichte Verbrennungen, bei denen nur die oberste Hautschicht betroffen ist, kommen im Alltag relativ häufig vor. Sie sind zwar schmerzhaft, heilen aber in der Regel problemlos wieder ab. Wesentlich kritischer sind schwere Verbrennungen oder Verbrühungen, bei denen auch tiefere Hautschichten oder sogar das darunterliegende Gewebe, also beispielsweise Knochen und Muskeln, in Mitleidenschaft gezogen werden. Solche Verbrennungen können schwerwiegende Folgen haben und erfordern immer eine intensive medizinische Behandlung.

Großflächige Verbrennungen schädigen den gesamten Körper

Aber nicht nur die Tiefe, sondern auch die Größe der betroffenen Hautfläche, beziehungsweise der Anteil der verbrannten Haut im Verhältnis zur gesamten Körperoberfläche, ist für die Schwere der Verbrennung ausschlaggebend: Großflächige Verbrennungen schädigen nicht nur die betroffene Haut. Sie bringen auch verschiedene Regulationsmechanismen in unserem Körper durcheinander und wirken sich somit auf den gesamten Körper aus. Ärzte sprechen in diesem Fall von einer Verbrennungskrankheit. Diese kann in schweren Fällen zu einem gefährlichen Schock führen. Bei Erwachsenen gelten Verbrennungen mit einer Größe von über 15 Prozent der Körperoberfläche als kritisch, bei Säuglingen und Kleinkindern sind es nur acht beziehungsweise zehn Prozent.

Verbrennungen kommen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern häufig vor. Alleine in Deutschland gibt es pro Jahr ungefähr 12.000 schwere Brandverletzungen, davon rund 2.600 bei Kindern. Die Mehrheit der Verbrennungen, nämlich 60 Prozent, geschehen zu Hause bei alltäglichen Verrichtungen. Die Ursachen für eine Verbrennung können ganz unterschiedlich sein. Heiße Flüssigkeiten, aber auch heiße Flächen oder heiße Dämpfe, bergen Gefahren. Außerdem können auch offenes Feuer und elektrischer Strom zu Verbrennungen führen, und nicht zuletzt stellt die Sonne einen immer wieder unterschätzten Risikofaktor dar.