Unterkühlung (Hypothermie)

Eine Unterkühlung entsteht, wenn der Körper über längere Zeit mehr Wärme abgibt als er produziert. Die Körpertemperatur bei einer Unterkühlung sinkt auf unter 36 Grad Celsius und hat eine Verlangsamung des gesamten Stoffwechsels zur Folge. Unterkühlungen passieren häufig im Wasser oder bei Bergunfällen. Eine Unterkühlung kann lebensgefährlich sein und muss ärztlich versorgt werden.

Was ist eine Unterkühlung?

Unterkühlung

Eine Unterkühlung zeigt sich durch Zittern, Blässe und bläuliche Verfärbungen im Gesicht

Die normale Körpertemperatur eines Menschen liegt etwa bei 37 Grad Celsius und schwankt tagsüber geringfügig. Eine Unterkühlung betrifft den gesamten Körper. Er produziert entweder zu wenig Wärme oder gibt vermehrt Wärme an die Umgebung ab. Dadurch sinkt die Körpertemperatur auf unter 36 Grad Celsius. Je stärker der Körper unterkühlt, desto langsamer wird der gesamte Stoffwechsel. Eine Unterkühlung kann Lebensgefahr bedeuten und muss in jedem Fall ärztlich versorgt werden.

Der Arzt unterscheidet drei Phasen der Unterkühlung

Ein Loch in einem zugefrorenen See

Zu einer Unterkühlung kommt es häufig, nachdem jemand im Eis eingebrochen ist

 
  1. Abwehrstadium (Körpertemperatur bei 36 bis 34 Grad Celsius)
  2. Erschöpfungsstadium (Körpertemperatur bei 34 bis 27 Grad Celsius)
  3. Kältetod (Körpertemperatur unter 27 Grad Celsius)

Die Unterkühlung zeigt sich zunächst durch starkes Zittern, schnelle Atmung und schnellen Puls, eine weiße Körper- und eine bläuliche Gesichtsfarbe und Schmerzen am ganzen Körper. Später führt die Verlangsamung des Stoffwechsels dazu, dass Zittern und Schmerzen nachlassen, die Atmung sich verlangsamt und der Betroffene müde wird und allmählich das Bewusstsein verliert. Die Atmung wird immer schwächer, bis sie nicht mehr fühlbar ist. Schließlich tritt der Kältetod ein.

Unterkühlung nach einem Unfall

Eine Unterkühlung betrifft vor allem Menschen, die sich lange Zeit bei niedrigen Temperaturen unter null Grad Celsius aufhalten. Oftmals sind es Unfallsituationen, wie Berg- und Tauchunfälle oder Eis-Einbrüche in Seen. Die Unterkühlung tritt je nach Situation langsam oder sehr schnell, binnen weniger Minuten, ein. Aber auch Personen, die über einen längeren Zeitraum leicht- oder unbekleidet bei Raumtemperatur (20 Grad Celsius) bewusstlos waren, erleiden häufig eine Unterkühlung. Dies ist oft bei älteren Menschen der Fall, die alleine in der Wohnung einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden und hilflos auf dem Boden liegen.

Bei Unterkühlung sofort zum Arzt

Eine stark unterkühlte Person darf nur von einem Arzt erwärmt werden, da der Zustand lebensbedrohlich sein kann. Ersthelfern wird empfohlen, sofort den Rettungsdienst zu alarmieren. Anschließend soll der Betroffene zugedeckt und so wenig wie möglich bewegt werden, bis ärztliche Hilfe eintrifft.

Risikofaktor Alkohol

Stark alkoholisierte Menschen haben ein erhöhtes Risiko für eine Unterkühlung. Der Grund: Alkohol vermittelt dem Trinkenden fälschlicherweise, dass der Körper aufgewärmt wird. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Ohne Einfluss von Alkohol setzt der Körper bei starker Kälte seine Priorität darauf, die lebenswichtigen Organe warmzuhalten. Die Blutgefäße in den Extremitäten verengen sich darum, Arme und Beine werden folglich schlechter durchblutet und kühlen aus.

Alkohol bewirkt, dass sich die Blutgefäße in den Gliedmaßen ausdehnen. Arme und Beine werden besser durchblutet, der Trinkende fühlt sich wohlig warm und spürt die Kälte weniger stark. Doch die gute Durchblutung der Extremitäten hat nicht nur zur Folge, dass die lebenswichtigen Organe weniger gut durchblutet werden – sie führt außerdem dazu, dass mehr Wärme nach außen abgegeben wird und die Unterkühlung so noch beschleunigt wird.