Tuberkulose

Die Tuberkulose, kurz Tbc, auch Morbus Koch und früher Schwindsucht genannt, ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich die Lungen betrifft. Erreger der Tuberkulose sind sogenannte Mykobakterien. Besonders gefährdet von der Tuberkulose sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Vor allem in Entwicklungsländern ist die Tuberkulose eine der häufigsten tödlichen Infektionskrankheiten.

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich die Lungen befällt (pulmonale Tuberkulose). Der Krankheitsverlauf ist langsam und chronisch. Eine Erstinfektion mit Tuberkulose-Bakterien (Primärinfektion)verläuft meist ohne Symptome. Wenn es im Verlauf zu Beschwerden kommt, sind diese zunächst oft unspezifische: Es kommt zu Husten, Fieber und Nachtschweiß, was kein eindeutiger Hinweis auf eine Tbc ist und häufig zu Fehldiagnosen führt. Die Tuberkulose kann neben der Lunge auch andere Organe befallen – in der Medizin ist dann von der sogenannten extrapulmonalen Tuberkulose die Rede. Unbehandelt kann die Tuberkulose einen tödlichen Verlauf nehmen.

Die Infektionskrankheit Tuberkulose befällt hauptsächlich die Lunge

Die Infektionskrankheit Tuberkulose befällt hauptsächlich die Lunge

Die Erreger der Tuberkulose sind Mykobakterien, hauptsächlich das Mycobacterium tuberculosis. In aller Regel erfolgt eine Ansteckung mittels Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch über die Atemwege: Die Krankheisterreger werden beispielsweise beim Niesen oder Husten freigesetzt, gelangen die Luft zu einer gesunden Person und führen bei ihr zu einer Infektion. Problematisch ist, dass immer mehr Tuberkulose-Bakterienstämme gegen ein oder mehrere Tuberkulose-Medikamente widerstandsfähig (resistent) geworden sind. Besonders die sogenannte multiresistente MDR-Tuberkulose (MDR-TB = multidrug-resistant tuberculosis) ist kritisch, da hier die Tuberkulose-Erreger gegen die beiden wirksamsten Medikamente Isoniazid und Rifampicin resistent sind. Verantwortlich dafür, dass sich resistente Tuberkulose-Bakterien verbreiten, ist unter anderem eine unsachgemäße Tbc-Behandlung mit ungeeigneten Medikamenten.

Weltweit ist ca. ein Drittel der Menschen mit Tuberkulose infiziert. Allerdings erkranken davon nur fünf bis zehn Prozent an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose und entwickeln Symptome. Bei den restlichen 90 bis 95 Prozent verläuft eine Infektion symptomlos. Infiziert bedeutet also nicht gleich erkrankt – ein wichtiger Unterschied! Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erkrankten im Jahr 2012 weltweilt insgesamt 8,6 Millionen an Tuberkulose, davon starben 1,4 Millionen Menschen. Somit ist die Tuberkulose nach HIV/AIDS die Infektionskrankheit, die weltweit zu den meisten Todesfällen führt. Die meisten Erkrankungen und Todesfälle, rund 95 Prozent, betreffen dabei Entwicklungsländer. In Europa und anderen Industrienationen hingegen sind die Anzahl der Erkrankten und die Sterberate infolge der Tuberkulose in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen.

Besonders gefährlich ist Tuberkulose für Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, vor allem HIV-Infizierte sind gefährdet. Ihr Risiko an Tuberkulose zu erkranken liegt 30-mal höher als bei gesunden Menschen. Besonders gefährlich ist, dass eine Tuberkulose-Infektion dazu führt, dass die HIV-Infektion schneller voranschreitet. Fast ein Viertel aller Todesfälle bei HIV-Infizierten geht auf eine Infektion mit Tuberkulose zurück. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht zudem für Säuglinge und ältere Menschen, Diabetiker, Unterernährte und alkohol- und drogenabhängige Menschen.