Trigeminus-Neuralgie, was ist das?

Eine Trigeminus-Neuralgie ist durch blitzartig einschießende, sehr starke Schmerzen im Gesicht gekennzeichnet. Sie beschränken sich in der Regel auf eine Gesichtshälfte und dauern meist wenigen Sekunden, mitunter auch bis zu zwei Minuten an. Die Erkrankung tritt nach dem 40. Lebensjahr gehäuft auf. Frauen leiden häufiger an einer Trigeminus-Neuralgie als Männer.

Trigeminus-Neuralgie, was ist das?

Die Trigeminus-Neuralgie gehört zusammen mit dem atypischen Gesichtsschmerz (auch anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz genannt), zu den häufigsten Formen von Gesichtsschmerzen. Sie ist durch blitzartige, sehr starke und stechende Schmerzen charakterisiert, die im Versorgungsgebiet des paarigen sogenannten Drillingsnervs (Nervus trigeminus) liegen. Die Trigeminus-Nerven sind für die Empfindungen beider Gesichtshälften verantwortlich und gliedern sich in je drei Äste, die Stirn, Ober- und Unterkiefer sowie die Oberlippe versorgen. In der Regel sind bei einer Trigeminus-Neuralgie der zweite und dritte Ast geschädigt, sodass die Schmerzen vor allem im Bereich von Ober- und Unterkiefer sowie Wange und Lippe auftreten.

Trigeminus-Neuralgie: Schmerzimpulse in einer Gesichtshälfte

Trigeminus-Neuralgie

Der paarige Trigeminusnerv gliedert sich in je drei Äste, die Stirn, Ober- und Unterkiefer sowie die Oberlippe versorgen

Die Nervenschädigungen entwickeln sich bei einer Trigeminus-Neuralgie beispielsweise durch mangelnde Blutversorgung der Gesichtsnerven oder auch durch mechanischen Druck auf die schützende Nervenhülle, die sogenannte Nervenscheide. Auf Dauer kommt es zu Schäden in und an der Nervenzelle, die mit spontanen Schmerzimpulsen verbunden ist. Meist ist nur eine Gesichtshälfte betroffen.

Zwei Formen der Trigeminus-Neuralgie

Der Arzt unterscheidet bei einer Trigeminus-Neuralgie zwischen der häufigen, klassischen Form und der seltenen, symptomatischen Form. Die klassische Trigeminus-Neuralgie ist durch die typischen, einseitigen Gesichtsschmerzen gekennzeichnet, die von Phasen ohne Beschwerden unterbrochen sind. Die symptomatische Trigeminus-Neuralgie ist ausgesprochen selten und entwickelt sich infolge anderer Erkrankungen wie beispielsweise eines Gehirntumors oder einer Multiplen Sklerose (MS). Bei dieser Form zeigen sich häufig beidseitige Gesichtsschmerzen, und auch die Intervalle zwischen den akuten Schmerzphasen sind von Schmerzen und Beschwerden geprägt, wobei diese leichter ausfallen.

Trigeminus-Neuralgie: Blitzartike Schmerzattacken

Bei einer Trigeminus-Neuralgie beschränken sich die Symptome in der Regel auf blitzartig einschießende, starke Schmerzen im Gesicht, die sich nach einer schmerzfreien Phase mehrfach wiederholen können. Die eigentlichen Schmerzattacken dauern von wenigen Sekunden bis hin zu zwei Minuten und können sich im Laufe eines Tages mehrfach wiederholen. Grundsätzlich verkürzen sich die schmerzfreien Intervalle im Verlauf der Erkrankung. Die Schmerzattacken werden meist durch bestimmte, individuelle „Triggerreize“ ausgelöst. So können leichte Berührungen oder eine falsche Bewegung bereits eine Schmerzattacke auslösen. Die im Rahmen einer Trigeminus-Neuralgie auftretenden Schmerzen zählen zu den stärksten Schmerzen überhaupt.

Trigeminus-Neuralgie: Schmerztherapie mit Medikamenten

Etwa 4 von 100.000 Menschen erkranken in Deutschland an einer Trigeminus-Neuralgie, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. In vielen Fällen entwickeln sich die Symptome ab dem 40. Lebensjahr. Die Behandlung der Trigeminus-Neuralgie konzentriert sich auf die Schmerztherapie mit Medikamenten sowie bestimmte operative Eingriffe. Im günstigen Fall leben Betroffene durch die Behandlung ganz oder weitgehend beschwerdefrei.

Trigeminus-Neuralgie: Vorbeugung durch Bewegung

Einer Trigeminus-Neuralgie lässt sich nicht sicher vorbeugen. Durch eine frühzeitige Behandlung lassen sich jedoch die Häufigkeit und Intensität der Schmerzattacken vermindern oder vollständig vermeiden. Darüber hinaus tragen regelmäßige Bewegung und Sport sowie eine ausgewogene und gesunde Ernährung dazu bei, das Risiko für Erkrankungen und Schädigungen der Blutgefäße wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose) zu verringern. Infolge der Erkrankung können sich die Blutgefäßwände verdicken und auf die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Trigeminus-Nerven drücken.