Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Der systemische Lupus erythematodes (SLE) gehört zu den sogenannten Kollagenosen, bei denen vor allem das Bindegewebe, die Muskulatur und die Blutgefäße betroffen sind. Beim Lupus erythematodes kommt es in den verschiedenen Geweben und Organen zu einer dauerhaften Entzündung der Blutgefäße und infolgedessen zu einer Schädigung der entsprechenden Organe. Besonders die Haut, die Gelenke, das Nervensystem und einige innere Organe sind von der Erkrankung betroffen.

Was ist ein systemischer Lupus erythematodes?

Das Immunsystem verteidigt unseren Körper meistens sehr effektiv vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Parasiten, denen wir ansonsten schutzlos ausgeliefert wären. Es ist deshalb für jeden Menschen überlebenswichtig. In manchen Fällen funktioniert das Immunsystem allerdings nicht richtig und beginnt, auch den eigenen Körper zu bekämpfen. Es bildet Antikörper gegen körpereigene Strukturen, die sogenannten Autoantikörper, und löst in den betroffenen Geweben eine dauerhafte (chronische) Entzündung aus. Ärzte sprechen dann von einer Autoimmunerkrankung.

Der systemische Lupus erythematodes, den man auch als Lupus erythematodes oder noch einfacher als Lupus bezeichnet, ist eine Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen). Er wird als systemisch bezeichnet, weil er sich im Prinzip auf den ganzen Körper auswirken kann. Hauptsächlich ist zunächst das Bindegewebe der Blutgefäße von der entzündlichen Erkrankung betroffen. Durch die Entzündung der Blutgefäße werden allerdings auch die von ihnen versorgten Gewebe und Organe selbst geschädigt. Dazu zählen beim Lupus erythematodes besonders die Haut, die Nieren, die Gelenke, das Nervensystem und die sogenannten serösen Häute, also das Rippenfell, das Bauchfell und der Herzbeutel.

Das vielleicht bekannteste Symptom des Lupus erythematodes ist das sogenannte Schmetterlingserythem, ein rötlicher Hautausschlag im Gesicht

Das vielleicht bekannteste Symptom des Lupus erythematodes ist das sogenannte Schmetterlingserythem, ein rötlicher Hautausschlag im Gesicht, der sich schmetterlingsförmig über Nase und Wangen ausbreitet


Lupus wird auch als Schmetterlingsflechte bezeichnet

Das vielleicht bekannteste Symptom des Lupus erythematodes ist das sogenannte Schmetterlingserythem, ein rötlicher („erythematöser“) Hautausschlag im Gesicht, der sich schmetterlingsförmig über Nase und Wangen ausbreitet. Er hat der Erkrankung auch den Namen „Schmetterlingsflechte“ eingebracht. Auch die lateinische Bezeichnung Lupus erythematodes, also „roter Wolf“,  leitet sich von diesem typischen Hautausschlag ab, der ungefähr bei der Hälfte der Betroffenen auftritt.

Der systemische Lupus erythematodes ist eine Krankheit, die mit ungefähr 40 Fällen pro 100.000 Einwohner relativ selten auftritt. Ungefähr fünf bis zehn von 100.000 Menschen erkranken jährlich neu. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen chronisch und tritt bei Frauen ungefähr zehnmal häufiger auf als bei Männern. Sie bricht vor allem bei älteren Schulkindern – insbesondere Mädchen – und bei Frauen im gebärfähigen Alter aus. Der Lupus erythematodes ist eine Krankheit, die früher mit einer relativ hohen Sterblichkeit einherging. Heute kann sie mit Hilfe von Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen, oft relativ gut behandelt werden.