Stottern: Die häufigste Sprachstörung

Stottern bezeichnet eine Sprechstörung, die sich durch einen gestörten Redefluss äußert. Fachleute nutzen mitunter auch den Begriff „Balbuties" als Synonym für das Stottern. Es lassen sich verschiedene Arten von Stottern unterscheiden, die sich zum Beispiel durch Sprechblockaden oder auffällig lang gedehnte Wortsilben äußern. Die Sprechstörung ist zwar keine Bedrohung für die körperliche Gesundheit, jedoch führt sie nicht selten zu einer gesellschaftlichen Stigmatisierung, die für Betroffene seelisch sehr belastend sein kann. Grundsätzlich gilt: Je früher das Stottern behandelt wird, desto besser sind die Chancen, die Sprechstörung loszuwerden.

Was ist Stottern?

Redefluss beim Stottern unterbrochen

Stottern ist eine Störung des Redeflusses

Beim Stottern ist der normale Redefluss gestört. Fachleute wie Ärzte oder Logopäden (Spezialisten für Sprach-, Sprech-, Stimm-, sowie Schluck- und Hörstörungen) ordnen das Phänomen den Sprechstörungen zu. Grundsätzlich ist jedoch nicht jeder „Stolperer“ während des Redens gleich als Stottern zu werten. Erst wenn mehr als drei Prozent aller gesprochenen Silben nicht flüssig ausgesprochen werden, kann es sich um die Sprechstörung handeln. Experten schätzen, dass etwa einer von 100 Erwachsenen stottert. Bezogen auf Deutschland beträfe dies also etwa 800.000 Menschen.

Stottern - zwei Formen

  • Idiopathisches Stottern: Die Sprechstörung besteht von Kindheit an und tritt ohne erkennbare äußere Ursache auf. Auf etwa jedes 20. Kind trifft die idiopathische Form zu, wobei Jungen ungefähr doppelt so häufig betroffen sind wie Mädchen. Mit zunehmendem Alter driftet die Verteilung zwischen den Geschlechtern noch weiter auseinander. So kommen auf eine erwachsene Frau mit der Sprechstörung etwa vier bis fünf Männer. Oft tritt das Stottern bereits sehr früh in der Kindheit, im Prinzip zusammen mit dem Spracherwerb auf – in etwa der Hälfte der Fälle vor dem vierten Lebensjahr. Jenseits des zwölften Lebensjahrs ist idiopathisches Stottern hingegen sehr selten.
  • Erworbenes Stottern: Dieser Variante liegen häufiger psychische oder körperliche Ursachen (z. B. ein seelisches oder körperliches Trauma) oder Erkrankungen des Nervensystems zugrunde.